Theater

Ein Finale mit Komik und Zauberei

Marcel Kösling präsentiert zum Abschluss der Saison im Wermelskirchener Film-Eck sein Programm „Streng geheim !“.
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Marcel Kösling präsentiert zum Abschluss der Saison im Wermelskirchener Film-Eck sein Programm „Streng geheim !“.

Kleinkünstler Marcel Kösling beschloss die Theatersaison im Film-Eck.

Von Wolfgang Weitzdörfer

Wermelskirchen. Zum Abschluss der diesjährigen Spielzeit im Film-Eck durfte noch einmal nach Herzenslust gelacht werden. Der Hamburger Kleinkünstler Marcel Kösling, dessen Auftritt mit seinem Programm „Streng geheim !“ wegen seiner Corona-Erkrankung um fast ein Jahr hatte verschoben werden müssen, war am Donnerstagabend im altehrwürdigen Kinosaal zu Gast. Im Programm ging es, so weit so offensichtlich, um die diversen Geheimnisse unserer Welt. Aber das natürlich nicht auf die Art und Weise, die durch Querschwurbler in unserer von Verschwörungsmystikern heimgesuchten Republik gemacht wird – sondern auf eine sympathische und dem Publikum zugewandte Mischung aus Komik und Zauberei.

Kösling könnte man als den Prototyp des Kleinkünstlers beschreiben. Er stellte sich auf die Bühne, kommunizierte launig mit dem Publikum und vermischte dabei Zauberei und Illusion mit Wort- und Gesangsbeiträgen – und schaffte es dabei, zugleich zu unterhalten und zu faszinieren. So sehr, dass er nach einer ziemlich überraschenden Einlage kurz anmerkte: „Das war jetzt die Applausstelle.“ Danke für den Hinweis. Aber wenn eine Zuschauerin auf der Bühne eben einen Schwamm in einer blickdichten Box zu ertasten meinte, um dann festzustellen, dass es eigentlich ein großer und hörbar schwerer Stein war, dann konnte man den Applaus schon mal vor Überraschung vergessen.

Am meisten Spaß machte „Streng geheim !“ bei den Zauber-Einlagen. Denn die faszinierten besonders. Auch wenn Geschichten über von Security-Mitarbeitern am Hamburger Flughafen eingeforderten Zaubernummern mitten während der Sicherheitsüberprüfung durchaus auch für Gelächter sorgte. Aber sie kamen eben nicht dagegen an, wenn Kösling zur Bombast-Musik vom Band den David Copperfield gab und einen Tisch über die Bühne schweben ließ.  

Ungewohnt, aber durchaus herzlich zurückerwartet, war es auch, dass Menschen aus dem Publikum auf die Bühne durften. Das hatte man tatsächlich länger nicht mehr gesehen – und dann gleich mehrfach. Wenn etwa ein Mann aus dem Publikum, mit einer Hand in der Papiertüte einen vollkommen verdrehten Zauberwürfel unterhalb einer Minute lösen konnte. Oder doch eher von Kösling lösen ließ ? Wie dem auch sei. Es war einer von vielen Momenten im etwa zweistündigen Abend, die einen perplex zur Bühne blicken ließen. Nur, um im nächsten Augenblick wieder einer Wortkaskade Köslings zu folgen, in der er minutenlang über die Entwicklung der Sprache referierte.

Schöner Saisonabschluss für den Kulturverein

Die Kombination aus Musik, Wort und Zauberei sprengte indes beinahe den Rahmen der üblichen Kleinkunst. Zumindest dann, wenn man den ersten Wortteil wörtlich nahm. Denn klein war hier tatsächlich praktisch nichts. Im Gegenteil, es war große Abendunterhaltung, was Kösling an diesem Abend im Film-Eck präsentierte. Und für den Verein hätte es kaum ein schönerer und versöhnlicherer Saisonabschluss sein können. Für eine Spielzeit, die, wie auch die davor, sicher alles andere als leicht für das Team war.

Termine

Und so geht es in der nächsten Saison im Film-Eck weiter: 29. September, „Der letzte Vorhang“; 13. Oktober, „Dinkelfrei“; 22. Dezember, „Gregorian Voices – Das Weihnachtskonzert.“
www.film-eck.de

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