Ein Auge darauf haben, das Hass und Hetze keinen Platz finden

Sarah Kannemann ist Pfarrerin in Remscheid. Foto: Fotostudio Mader
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Sarah Kannemann ist Pfarrerin in Remscheid.

Eine Geistliche macht sich Gedanken

Von Pfarrerin Sarah Kannemann, Ev. Adolf-Clarenbach-Kirchengemeinde Remscheid

Der Januar ist ein ernster Monat. Nicht nur wegen der anhaltenden Pandemielage, sondern vor allem im Blick auf die beiden Gedenktage in diesen Wochen: Am 20. Januar war es genau 80 Jahre her, dass sich bei der sogenannten Wannseekonferenz hochrangige Vertreter des nationalsozialistischen Regimes getroffen haben, um die Deportation der gesamten jüdischen Bevölkerung Europas zur Ermordung in den Konzentrationslagern zu organisieren.

Letztlich sollten weltweit alle Menschen jüdischen Glaubens getötet und damit ihr Glaube und ihre Kultur vollständig ausgerottet werden. Die Konferenz verhandelte ihre Pläne in einer verstörenden Nüchternheit. Dieses in seinen Ausmaßen und seiner Menschenverachtung nie vorher dagewesene Verbrechen wurde zu einem Verwaltungsakt.

Gestern, am 27. Januar, war der internationale Holocaust-Gedenktag, der Tag, an dem 1945 das KZ Auschwitz durch die Rote Armee befreit wurde.

Mit dem Gedenken der Opfer des Nationalsozialismus verbindet sich für uns als Gesellschaft die bleibende Aufgabe, heute alles dafür zu tun, dass sich so etwas nie wiederholen kann. Dazu gehört das besondere Erinnern, etwa durch die Stolpersteine in unseren Straßen.

Eine Verharmlosung der Shoah ist, von „Coronadiktatur“ zu sprechen

Aber es gilt auch, antisemitischen Diffamierungen, Beleidigungen und Bedrohungen von Anfang an entschieden entgegenzutreten.

Es ist eine Verharmlosung der Shoah, wenn von einer „Coronadiktatur“ geredet wird oder Judensterne mit der Aufschrift „ungeimpft“ zu sehen sind. In der Bibel heißt es im 1. Johannesbrief: „Wer sagt, er sei im Licht, und hasst seinen Bruder (ich ergänze: oder seine Schwester), der ist noch in der Finsternis. Er weiß nicht, wohin er geht, denn die Finsternis macht seine Augen blind.“

Lasst uns als Bürgerinnen und Bürger wache Augen haben und gemeinsam dafür einstehen, dass Menschen nicht bedroht und Hass und Hetze keinen Platz bei uns haben.

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