Wermelskirchen

Knochenmark: SSV Dhünn organisiert Registrierung

Claudia Schellhorn (Mitte) aus Wermelskirchen hat sich als potenzielle Stammzellenspenderin registriert. Mit ihr freuen sich die Aktionsorganisatoren vom SSV Dhünn (v.l.): Sven Loosen, Tobias Ritter, André Hagemann, Nicklas Jurzitza und Andreas Böge.
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Claudia Schellhorn (Mitte) aus Wermelskirchen hat sich als potenzielle Stammzellenspenderin registriert. Mit ihr freuen sich die Aktionsorganisatoren vom SSV Dhünn (v.l.): Sven Loosen, Tobias Ritter, André Hagemann, Nicklas Jurzitza und Andreas Böge.

„Fußballhelden“: Drei Stäbchen können Leben retten. Die Zweite Herrenmannschaft des SSV Dhünn organisierte Knochenmark-Registrierung

Von Arnd Janssen

Wermelskirchen. Eigentlich ist schon die Winterpause eingekehrt auf dem Gelände des Sport- und Spielvereins (SSV) Dhünn. Doch für eine Registrierungsaktion im Rahmen des Projekts „Fußballhelden“ der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) hat die zweite Fußball-Herrenmannschaft um Nicklas Jurzitza noch mal das Vereinsheim an der Staelsmühle aufgeschlossen. 30 Personen, überwiegend Freunde und Angehörige aus dem Umkreis des Vereins, haben sich bei der Aktion am Samstag als Stammzellen-Spender registrieren lassen.

Eine der Bürgerinnen, die sich beim SSV als mögliche Spenderin hat typisieren lassen, ist die Wermelskirchenerin Claudia Schellhorn. Sie hat über ihren Sohn Tobias Ritter, der auch zum Organisations-Team gehört, von der Aktion erfahren. „Ich denke, man kann auch mal in die Situation kommen, dass man Hilfe braucht. So etwas ist schnell passiert“, erklärt sie. Deswegen sei sie heute dabei.

Die Registrierung ist denkbar einfach und, im Gegensatz, etwa zu einer Blutspende oder auch dem Corona-Test durch die Nase, völlig schmerzfrei durchzuführen. Drei Wattestäbchen werden etwa 60 Sekunden innen an der Wange des Spenders gerieben, um genügend Zellen der Mundschleimhaut zu gewinnen. Drei Proben sollen vermeiden, dass der Abstrich unbrauchbar ist, falls eine Probe nicht verwendbar ist.

Eine Fachkraft der DKMS muss bei einer Registrierung nicht dabei sein, die Abstrich-Sets liefern für die Abgabe der Probe alles mit. Per QR-Code meldet sich der neue Spender auf dem Smartphone an, alle Daten und Aufklärungs-Fragen können zeitsparend abgearbeitet werden.

„Das haben die von DKMS gut gemacht“, sagt der gelernte Krankenpfleger Jurzitza. Wer einmal in der Spenderdatenbank registriert ist, bleibt dort ein Leben lang. Nur die Kontaktdaten, mindestens aber die E-Mail-Adresse, sollten aktuell gehalten werden. So können Spender im Falle einer notwendigen Stammzellenübertragung an Erkrankte dauerhaft erreicht werden.

Genau solch eine Mail erhielt Jurzitza, der schon seit vielen Jahren registriert ist. Die DKMS lud Fußballvereine ein, durch Registrierungsaktionen neue Spender zu gewinnen. „Ich habe meine Mannschaft drauf angesprochen, ob sie Lust haben. Die Resonanz war gut, und wir haben uns als Verein angemeldet“, sagt Jurzitza.

„Man kann selbst auch mal in der Lage sein, dass man sich über Hilfe freut.“

Martin Kretzer

Im Vorfeld der Aktion hat die Mannschaft in den Sozialen Medien Werbung gemacht und auch in Dhünn, Wermelskirchen und Remscheid Flyer verteilt. „Wir haben einen guten Draht zur Firma Busemeyer in Remscheid, sie haben unsere Flyer gesponsert“, sagt Jurzitzas Mitstreiter Sven Loosen.

Martin Kretzer hat über einen Arbeitskollegen, der im Verein aktiv ist, von der Aktion erfahren. „Ich gehe regelmäßig Blut spenden und habe deshalb ein Interesse daran, mich zu registrieren“, sagt der Tenter, der seine Tochter mitgebracht hat. „Man ist ein Vorbild für die Kinder“, sagt Kretzer. „Man kann selbst auch mal in der Lage sein, dass man sich über Hilfe freut“, sagt er.

Der Großteil der Angemeldeten ist gekommen

„Wir hätten uns noch mehr erhofft, so 60 bis 70 Personen, dennoch sind wir zufrieden. Denn jeder einzelne zählt“, bilanziert Jurzitza. Immerhin sei von 40 angemeldeten Personen auch der Großteil wirklich gekommen, um sich typisieren zu lassen.

Ein Problem vielleicht: Der ursprüngliche Termin, genau zwei Wochen zuvor, musste von den Organisatoren abgesagt werden. Leiter Nicklas Jurzitza hatte spontan eine Schicht auf der Arbeit übernehmen müssen. Damals hätte man beim letzten Heimspiel der zweiten Herren-Mannschaft mit deutlich mehr Zulauf sicher noch einige kurzentschlossene Spender akquirieren können.

Doch Jurzitza und Team sehen sich ermutigt: „Viele haben sich sehr positiv zurückgemeldet und gesagt: ,Danke, dass ihr euch einsetzt’“, freut sich der Freizeit-Fußballer. Da das Projekt „Fußballhelden“ noch bis Sommer läuft, planen die zweiten Herren bereits im kommenden Frühjahr eine erneute Registrierungsaktion.

Aktion Spender gesucht

Die DKMS sucht weitere Leute, die sich als potenzielle Stammzellenspender registrieren lassen. Bei der Aktion „Fußballhelden“ konkurrieren deutschlandweit Vereine darum, so viele neue Spender wie möglich zu registrieren. Die fleißigsten Vereine gewinnen am Ende Preise wie einen Tischkicker. Beim Spiel- und Sportverein Dhünn planen die zweiten Herren eine weitere Registrierungsaktion für kommendes Frühjahr.

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