Dhünn

Dorf findet bei der Kirmes zusammen

Bei der Dhünner Dorfkirmes herrscht lebhaftes Kommen und Gehen. Es ist ein Traditionsfest für große und kleine Gäste, um das sich der Verschönerungsverein kümmert.
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Bei der Dhünner Dorfkirmes herrscht lebhaftes Kommen und Gehen. Es ist ein Traditionsfest für große und kleine Gäste, um das sich der Verschönerungsverein kümmert.

Drei Tage lang wird in Dhünn gefeiert – Am Montag klingt das Fest am Nachmittag aus.

Von Sabine Naber

Wermelskirchen. Wenn der Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVV) in Dhünn zu seiner Dorfkirmes einlädt, dann wird daraus ein dreitägiges Fest für kleine und große Gäste.

Offizieller Start war am Samstag wie immer mit dem Fassanstich. Dafür sucht sich VVV-Vorsitzender Frank Jäger in jedem Jahr einen anderen Handwerker aus dem Dorf aus. In diesem Jahr war das Bandwebermeister Markus Causemann, in Dhünn der letzte Experte, der dieses Handwerk ausübt. Musikalisch temperamentvoll begleitet von den Grünewalder Musikanten, brauchte er nur zwei Schläge – dann floss das Bier. Gemeinsam saßen Bürgermeisterin Marion Lück sowie Vertreterinnen und Vertreter der Parteien anschließend mit Jäger im Eiscafé der Freikirchlichen Gemeinde zusammen: „Das passt hier ganz gut, denn die Kirmes ist doch einstmals durch das Kirchweihfest entstanden“, erklärte Jäger.

Hannes genießt die Fahrt im Karussell.

Er lobte die große Gemeinschaft, die Einmütigkeit und die Freude, mit der die Dhünner seit Jahrzehnten ihr Fest organisieren. „Es steht zwar unter der Schirmherrschaft von Wermelskirchen, aber wir stellen es auf die Beine, sind dafür zuständig, dass an diesem Wochenende alles klappt“, betont Jäger.

Und tatsächlich spürt man die familiäre Atmosphäre, das entspannte Zusammensein aller Beteiligten, wenn man entlang der Stände bummelt, die an der Hauptstraße aufgestellt wurden. Hier duftet es nach Popcorn und Crêpes, Calamari und Krakauer, und die Dhünnschen Jecken preisen neben kühlen Erfrischungsgetränken auch lautstark Lose für die große Tombola an. Auch der Turn- und Gymnastikverein (TGV), der Sport- und Spielverein (SSV), der CVJM, der Sportfischereiverein Schalksmühle sind hier vertreten und bieten Leckeres zum Essen und Trinken an. Mit dabei sind auch die Hotel-Restaurants „Zu den drei Linden“ und „Zur Post“. Sie laden am Nachmittag auf ihren Terrassen zum Verweilen bei Kaffee und Kuchen ein. Und die Feuerwehr ist mit ihrer Gulaschkanone angerückt und sorgt für eine deftige Mahlzeit.

Die Kinder haben Spaß daran, dass sie sich schminken lassen oder Enten angeln dürfen. Und Platz für ihre Trödelstände ist an der Staelsmühler Straße zur Genüge. Wenn dann am Abend die Coverband Replik auf der Bühne steht, dann erwartet der Organisator einige Tausend Leute: „Das ist am ersten Kirmesabend immer so“, sagt Jäger.

Viele Besucher zieht auch der ökumenische Freiluft-Gottesdienst auf dem Dorfplatz am Sonntagmorgen an. Pastor Timo Picard aus Dabringhausen hält die Predigt. Die musikalische Begleitung haben die Männerchöre aus Dhünn und der Posaunenchor übernommen. Nach der Andacht sorgt die Brassband De Valleibloazers, die aus Holland anreist, für Unterhaltung.

Mmmh: Lou ist happy. Von der Schlumpf-Zuckerwatte bekommt die Dreijährige eine schöne blaue Zunge.

Ein weiterer Höhepunkt ist am Nachmittag das Trecker-Trekken. „Das haben wir 2019, während unserer letzten Kirmes vor der Corona-Pandemie, schon mal gemacht – und das kam gut an. Immer sechs starke Männer versuchen, in einer Art Geschirr einen Trecker, dessen Motor natürlich nicht läuft, die Hauptstraße herauf zu ziehen“, beschreibt Jäger.

Am Montag, dem dritten Kirmestag, wird nachmittags zum traditionellen Kaffeetrinken eingeladen. Mit einem gemütlichen Beisammensein am Abend soll das Fest dann ausklingen.

Herbstkirmes

Von Freitag bis Dienstag, 26. bis 30. August, wird in Wermelskirchen zur großen Herbstkirmes eingeladen. Weil der Loches-Platz wegen der Baumaßnahmen noch nicht wieder als Kirmesplatz zur Verfügung steht, wird auf dem Schwanenplatz, der oberen und unteren Eich, auf einem Teilstück der Jahnstraße und auf dem Platz unter dem Weihnachtsbaum gefeiert.

Standpunkt von Nadja Lehmann: Könnte kalt werden

nadja.lehmann@rga.de

Kirmes hier, ein 30-jähriges Jubiläum dort: Es sind Feste, Ereignisse, Zusammenkünfte, die vor gar nicht allzu langer Zeit weiter weg waren als der Mond.

Menschen begegnen sich wieder. Das ist schön und entspricht einem Grundbedürfnis. Dennoch gilt es zweierlei zu bedenken. Erstens: Viele trauen sich nicht mehr heraus. Alte. Menschen mit Vorerkrankungen. Ängstliche. Zweitens: Die Pandemie ist nicht vorbei und wird es nicht sein. Wir werden mit dem Virus leben müssen. Und wie sich der Herbst und Winter entwickeln werden, weiß noch niemand. Das bedeutet, dass unser aller Empathie und Solidarität weiterhin gefragt sind.

Ob das klappen wird? Man darf zumindest skeptisch sein. Angesichts zunehmender Individualisierung, nicht nachlassenwollender Ellenbogenmentalität und hysterischer Empörungskultur steht die Bereitschaft, sich an jenen zu orientieren, die des Schutzes bedürfen, nicht allzu hoch im Kurs. Nicht nur deshalb könnte es ein kalter Winter werden.

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