DLRG-Retter leiden unter Lockdown

Uwe Feldges (links) und Günter Schuh mit dem Unterwasser-Sonar. Foto: Peter Klohs
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Uwe Feldges (links) und Günter Schuh mit dem Unterwasser-Sonar.

Schwimmer können nicht trainieren und keinen Nachwuchs ausbilden

Von Peter Klohs

Die Ortsgruppe der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) in Wermelskirchen besteht seit 1965 und ist die größte im ganzen Bezirk. Alleine 700 der insgesamt 900 000 Mitglieder sind in der Wermelskirchener Ortsgruppe. Dementsprechend deutlich merkt der Verein die Einschränkungen durch Corona.

„Wir können zur Zeit garnichts machen“, bestätigt der 1. Vorsitzende der DLRG-Ortsgruppe, Uwe Feldges, der seit 2016 auch stellvertretender Vorsitzender im Bezirk ist. „Wir trainieren und lehren das Rettungsschwimmen im Wermelskirchener Hallenbad. Und das ist geschlossen. Wir stehen sozusagen Gewehr bei Fuß. Und das muss auch so sein, denn wir müssen ständig einsatzbereit sein. Aber trainieren oder den Nachwuchs ausbilden, das funktioniert aktuell leider gar nicht.“

Natürlich, ergänzt der stellvertretende Vorsitzende und Uwe Feldges Vorgänger, Günter Schuh, habe der Lockdown auch Auswirkungen auf die Mitgliederzahlen des Vereins. „Die Zuwachsrate im vergangenen Jahr war gleich null. Aber immerhin sind die Mitgliederzahlen relativ konstant.“

In Bezug auf die Mitglieder der DLRG sind natürlich deren finanzielle Beiträge ein stetiges Thema für den Vereinsvorstand. Feldges: „Wir haben gerade den Einzug der Mitgliedsbeiträge in den April verschoben. Da wir zur Zeit nichts anbieten können, können wir die Beiträge auch reduzieren oder splitten, obwohl Mitgliedsbeiträge nicht leistungsabhängig sind. Natürlich nehmen wir auch Rücksicht auf coronabedingte Härten, die unsere Mitglieder beeinträchtigen. Auf der anderen Seite muss man sehen, dass die Abgaben an den Landesverband unverändert bleiben (etwa 4000 Euro pro Jahr) und wir alleine für unsere Wagenhalle auf Elbringhausen eine stete Miete zahlen müssen.“

Strömungsretter müssen eine spezielle Prüfung ablegen

Die DLRG-Ortsgruppe hat in der nahen Vergangenheit einiges investiert. „Unsere Fahrzeuge wurden auf Digital-Funk umgerüstet“, berichtet Feldges. „Und wir verfügen über ein Gerät, das bei vergleichbaren Ortsgruppen nicht so häufig vorkommt und weshalb uns die Feuerwehr im Bedarfsfall auch gerne hinzuzieht: ein Unterwasser-Sonar.“ Beide Investitionen zusammengenommen belaufen sich auf knapp 10 000 Euro.

Die Ortsgruppe ist technisch auf einem sehr guten Stand. Um so betrübter ist der Verein, dass er seine Technik aktuell kaum einsetzen kann.

„Unsere Schwimmer trainieren normalerweise zweimal die Woche“, erläutert der 1. Vorsitzende. „Montags kommen rund 150 Mitglieder zum Training, Donnerstag noch einmal 140.“ Die Mindestvoraussetzung für die Rettungsschimmer-Ausbildung ist der Freischwimmer, der heute Jugendschwimmabzeichen Bronze heißt. „Wenn im kommenden Sommer viele Menschen schwimmen wollen und es nicht können, kann man nur hoffen, dass nicht viele von ihnen in die Freigewässer gehen. Dort lauern unsichtbare Gefahren. Vor allem Strömungen.“

Weshalb der Strömungsretter ein Zweig der Fortbildung innerhalb der DLRG ist. „Es gibt insgesamt vier“, weiß Günter Schuh. „Da ist der Wasserrettungsdienst, die Strömungsretter, die eine spezielle Prüfung bestehen müssen und deren Tätigkeit alles andere als gefahrlos ist, dann die Taucher und die Bootsführer. Mitglieder unserer Ortsgruppe, die allen vier Rettungsarten angehören, waren zum Beispiel beim Oderhochwasser im Juli 1997 vor Ort und haben geholfen, die Schäden der Flut zu beseitigen und Leben zu retten.“

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