Digitalisierung im Rathaus sollte Fahrt aufnehmen

+

Die Woche

Die Woche

Von Anja Carolina Siebel

Es sind zum Teil wirklich pfiffige Konzepte, die sich die Wermelskirchener Einzelhändler ausgedacht haben, um der Krise zu trotzen und sie letztlich auch zu überleben. Virtuelle Rundgänge durch die Geschäfte, um die Ware am Smartphone sichtbar zu machen, unterschiedliche Bestellverfahren, Lieferservice. Aber es ist eben alles nur eine Notlösung. Die meisten müssen den Gürtel dermaßen eng schnallen, dass sie kaum noch ein und aus wissen und theoretisch zum Teil nicht einmal mehr den Brief ans Finanzamt frankieren können. Denn: Die vom Bund versprochenen Überbrückungshilfen sind bei vielen Händlern und Gastronomen bis heute nicht angekommen. Die Kosten laufen also weiter und kein Geld fließt mehr. Dass vor diesem Hintergrund die meisten der Wermelskirchener Händler noch so viel Optimismus und Schaffenskraft ausstrahlen, ist lobenswert und vorbildlich. Allerdings brauchen auch die größten Optimisten dringend eine Perspektive, wann und wie es für sie weitergehen kann. Sonst werden wir demnächst nicht nur nicht mehr essen gehen, sondern auch nicht mehr gemütlich in der Innenstadt bummeln gehen können, weil es schlicht keine inhabergeführten Geschäfte mehr geben wird.

Y

Dass es im Wermelskirchener Rathaus keine vernünftige Möglichkeit gibt, Videokonferenzen abzuhalten, ist schon ein starkes Stück. Veraltete Technik und ein zu schwaches Wlan seien die Gründe, hieß es Ende der Woche vom Haupt- und Personalamt. In der momentanen Pandemie-Situation sollten es doch gerade Behörden schaffen müssen, zu Gesprächen und Konferenzen per Video einzuladen. Schon allein, um die Infektionsgefahr für alle Beteiligten zu minimieren. Dass es schwierig ist und Gründe dagegen gibt, Ratssitzungen oder eben die ebenbürtige Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses aufzeichnen zu können, ist vielleicht noch einzusehen. Warum man aber in einer Pandemie zu Pressegesprächen und internen Konferenzen immer noch live einladen muss, ist schlicht nicht nachvollziehbar. Die Verwaltung um Bürgermeisterin Marion Lück sollte da rasch nachsteuern. Denn auch in der Zeit nach Corona werden sich virtuelle Gespräche sicher – zumindest zum Teil – etabliert haben und eine zeitsparende Alternative zu den persönlichen Treffen sein können. Und auch wenn es im Innern des Rathauses zum Teil immer noch ein wenig altbacken anmutet: Die Arbeit darf trotzdem fortschrittlich sein. So wie andere Behörden und Stadtverwaltungen es schon lange vormachen.

Hebammen sind in der Krise gefragt wie nie.

Kinderfüße leiden unter der Pandemie, weil Schuhläden nicht geöffnet sind.

anja.siebel @rga-online.de

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Welche Geschichten können Sie uns über diesen Ort erzählen?
Welche Geschichten können Sie uns über diesen Ort erzählen?
Welche Geschichten können Sie uns über diesen Ort erzählen?
Unterburg: Einsatz für Retter belastend
Unterburg: Einsatz für Retter belastend
Unterburg: Einsatz für Retter belastend
Das alte Wasserwerk weckt Erinnerungen
Das alte Wasserwerk weckt Erinnerungen
Das alte Wasserwerk weckt Erinnerungen
Impfmobil hält wieder am Rathaus
Impfmobil hält wieder am Rathaus
Impfmobil hält wieder am Rathaus

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare