Mehrfamilienhaus

Dieser Bau passt perfekt ins Dorfbild

Christian Stark baut in Dabringhausen ein Mehrfamilienhaus mit acht Wohnungen.
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Christian Stark baut in Dabringhausen ein Mehrfamilienhaus mit acht Wohnungen.

Neues Mehrfamilienhaus an der Altenberger Straße in Dabringhausen.

Von Udo Teifel

Bauherr Christian Stark.

Gibt es wieder einen dieser Klötze mitten im Dorfkern? Das werden sich viele Dabringhausener gedacht haben, als der Abrissbagger im Dezember 2021 an der Altenberger Straße/Ecke Bussardweg seine Arbeit aufnahm. Das dreigeschossige Gebäude, das inzwischen dort hochgezogen ist, wirkt sicher wuchtig – auch durch die Hanglage. Doch es passt sich ins Dorfbild ein. Bauherr Christian Stark hat Wert darauf gelegt, dass dieses Mehrfamilienhaus der Dorfbebauung angepasst ist – mit bergischen Gauben, viel Schiefer, Satteldach und grünen Schlagläden. Letztere sind zwar erst mit der Fertigstellung zu sehen, zeigen aber doch, dass hier schon auf das Dorfbild Rücksicht genommen wurde.

„Ich habe mal etwas anders gebaut“, sagt Christian Stark. Und gesteht, dass er hier auf seine Frau Anne gehört hat. Entworfen hat das Gebäude zwar der Architekt Rolf Körschgen, aber Anne Stark hat vorgegeben, was mal anders gebaut werden sollte. „Sie wollte keinen viereckigen Kasten“, sagt Christian Stark. Der wäre, mit oben einem Penthouse, sicher wirtschaftlicher gewesen, gesteht er ein. „Aber das kann man im Dorfkern nicht machen.“ Also hat er auf seine Frau gehört. Und Dabringhausen wird froh sein. So ist auf dem Grundstück ein Gebäudekomplex mit acht Wohnungen zwischen 63 und 85 Quadratmetern über drei Stockwerken entstanden. Es gibt sechs Garagen, die ins Gebäude integriert sind, und zwei Stellplätze. Es handelt sich um Eigentumswohnungen, die alle verkauft sind – je zur Hälfte ziehen die Eigentümer ein, vier Wohnungen werden vermietet. Für Anfang 2023 ist ein Einzugstermin angesetzt.

„Ich habe früh bestellt und keine Engpässe gehabt.“

Christian Stark zum Material

Wer heute baut, das weiß der Unternehmer, der mit seiner Frau die Anne und Christian Stark GbR gründete und auch mit 67 Jahren noch unternehmerisch tätig ist, kann immer wieder Probleme mit der Materiallieferung seit Corona-Ausbruch und dem Ukraine-Krieg bekommen. Anders ist es bei diesem Projekt. Stark: „Ich habe frühzeitig 2021 mein Material bestellt und keine Lieferengpässe gehabt.“ So auch bei der Wärmepumpe. Die Lieferzeit betrug acht Monate – sie ist längst geliefert. Ebenso alle anderen Materialien.

Dabei haben Architekt und Bauherr ganz klar eine Linie verfolgt: Es soll wenig Energie verbraucht werden. So wurde das Gebäude mit einem massiven Stein gebaut, der zudem wärmedämmend ist. Die Heizungsanlage besteht aus einer Luftwärmepumpe. Die Luftwärmepumpe nutzt die thermische Energie der Umgebungsluft und wandelt diese in Heizwärme um. Damit ist das Mehrfamilienhaus unabhängig von Gas. Eine Solaranlage hat Christian Stark nicht aufs Dach gebaut – die Eigentümer überlegen jedoch, nachzurüsten und später Solarmodule aufs Dach zu setzen. Der Hintergrund: Es müsste eine Gesellschaft der Eigentümer gegründet werden, um den Strom – auch an die Mieter mit Abnahmeverträgen – zu verkaufen. Laut Stark ist da die Gesetzeslage sehr schwammig, Wohnungsverwalter raten deshalb momentan ab. „Die Bundesregierung plant aber, das Gesetz zu ändern“, so Stark. Verlegt wird eine Fußbodenheizung, es gibt einen Aufzug, so dass das Gebäude barrierefrei ist.

Eigentlich hatte Christian Stark geplant, das vorhandene Gebäude durch zu sanieren. Doch das teilweise aus Fachwerk bestehende Gebäude war nicht zu erhalten. So riss er es ab – die Neuinvestition beträgt rund zwei Millionen Euro.

Dass Anne und Christian Stark tief im Bergischen verwurzelt sind, zeigt die Suche nach einer passenden Tür für dieses Gebäude: Im Oberbergischen fand er eine altbergische Eichentür aus dem Jahr 1910. Die kaufte er und lässt sie von der Tischlerei Riedesel aufarbeiten. Die dürfte zu einem Bildfang am Bussardweg werden.

Hintergrund

Bussardweg: Die Straße Bussardweg ist eine Sackgasse. Rechts befindet sich die städtische Kita, rechts daneben nun die neue Wohnbebauung.

Kauf: Vor etwa drei Jahren wurde Christian Stark von ehemaligen Grundstückseigentümern angerufen, ob er nicht Interesse an der Fläche hätte. Er hatte und baute bereits am Ende der Sackgasse ein Achtfamilienhaus mit Eigentumswohnungen. So kam auch der Kontakt zum Besitzer des Eckgrundstücks zustande.

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