Diese Welt ist nicht nur arm

Ein Geistlicher und seine Gedanken zu Ostern

Von Pfarrer Bernhard Kerkhoff, kath. Seelsorger Sana-Klinikum Remscheid

Die Corona-Pandemie hat uns seit gut einem Jahr fest im Griff, wir erleben in dieser Zeit verschiedene Formen, nicht nur der materiellen, Armut: Wir sehen die Zerbrechlichkeit menschlichen Lebens; wir nehmen, neben großen Fortschritten, auch die Relativität wissenschaftlicher Erkenntnisse wahr; wir registrieren die weniger schönen Charaktereigenschaften mancher Zeitgenossen; wir werden immer wieder mit den Unzulänglichkeiten, Unsicherheiten und Überforderungen in der Bekämpfung des Corona-Virus konfrontiert… Unsere Welt scheint eine arme Welt zu sein, aber ist dem wirklich so?

Der katholische Theologe und Gefängnisseelsorger Petrus Ceelen schreibt: „Wie arm wäre die Welt, würde keiner mehr den anderen brauchen und jeder nur sich selbst genügen! Wie arm wäre die Welt, würde keiner mehr die Not des anderen sehen und nur noch sich selbst! Wie arm wäre die Welt, würde jeder nur noch an sich selbst denken! Wie arm wäre die Welt, würde keiner mehr dem anderen trauen und jeder nur noch sich selbst! Wie arm wäre die Welt, würde keiner mehr an Dich glauben, Gott, und jeder nur noch an sich selbst.“

Wohl wahr! Die Corona-Pandemie offenbart eben auch die Solidarität, die Uneigennützigkeit und, christlich gesprochen, die Nächstenliebe von Menschen! Die Welt ist, Gott sei Dank!, nicht nur arm!

„Wie arm wäre die Welt, würde keiner mehr an dich glauben, Gott, und jeder nur noch an sich selbst.“ Wir feiern in dieser bedrängten Zeit das Osterfest. Wir feiern als Christen in der Auferstehung Jesu Christi seinen Sieg über Leiden und Tod. Wir haben die Zuversicht: Mögen uns auch Ängste und Sorgen bedrücken ... trotz-dem „Gott hat diese Welt nicht preisgegeben.“ Der Apostel Paulus hat diese Glaubensüberzeugung im Römerbrief so formuliert: „Was kann uns scheiden von der Liebe Christi? Bedrängnis oder Not oder Verfolgung, Hunger oder Kälte, Gefahr oder Schwert? … Doch all das überwinden wir durch den, der uns geliebt hat.“

In diesem Sinne wünsche ich, trotz Corona-Pandemie, ein gesegnetes Osterfest 2021.

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