Die Woche in Wermelskirchen

Es wird Zeit für Strategien in der Pandemie

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  • Anja Carolina Siebel
    VonAnja Carolina Siebel
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Die Corona-Pandemie macht es schwer, Dinge im Voraus zu planen: egal ob Sportvereine, Kulturveranstaltungen oder Co. Aber auch in den Schulen gilt das. Dort sollten eigentlich zum Herbst Luftfilter angeschafft werden. Warum dies nicht der Fall ist, darauf blickt WGA-Redakteurin Anja Carolina Siebel im Wochenkommentar.

Wermelskirchen. Planungssicherheit? Das ist etwas, von dem sich Katrin Seide vom Judoclub Wermelskirchen inzwischen verabschiedet hat. Seit Beginn der Corona-Pandemie ist es ihr und den Vorstandsmitgliedern um sie herum einfach nicht mehr möglich, Wochen oder gar Monate im Voraus zu planen. Und das geht auch den anderen Vereinen so. Manche tangiert das in ihrem Vereinsleben mehr, andere weniger. Fakt ist, dass die meisten, so auch der Judoclub und zum Beispiel der TuS Wermelskirchen, kreativ gewordne sind. So gibt es inzwischen viele Online-Angebote, die von den Mitgliedern rege genutzt werden. Es gibt Sportangebote im Freien und Zusammenkünfte kleinerer Gruppen. Allerdings ist so viel Spielraum nicht allen möglich.

Der Dabringhauser Festausschuss wartet derzeit bang auf die Entwicklung der Inzidenzzahlen. Sollte doch eigentlich bereits im Oktober das neue Dreigestirn vorgestellt werden. Und im November stünde dann die Prinzenproklamation an. Dass der Festausschuss-Vorsitzende Peter Eickhoff indes skeptisch ist ob der Durchführbarkeit einer Karnevalssession unter gegebenen Umständen, ist allzu verständlich. Und es ist auch nachvollziehbar, dass er sagt: „Karneval mit riesigem Abstand und Masken, das ist für uns nichts. Und das ziehen wir so auch nicht durch.“ Dann lieber noch ein weiteres Jahr warten und wieder stimmungsvoll und unbeschwert miteinander feiern.

***

Sie sollten eigentlich die Heilsbringer sein. Zumindest sollten sie im Idealfall einen dauerhaften Präsenzunterricht für Schüler in der kalten Jahreszeit gewährleisten: die Luftfilter. Zuletzt hatten die Wermelskirchener Grünen um Stefan Janosi und Conchita Encina Finken gefordert, die Stadtverwaltung möge sich um möglichst umweltfreundliche Luftfilter für den kommenden Herbst und Winter in den Wermelskirchener Klassenzimmern bemühen. So einfach scheint die Sache aber nicht zu sein. Denn selbst das Umweltbundesamt hegt immer noch Zweifel an der Wirksamkeit der Geräte. Zumindest fordert es, dass zusätzlich immer noch in den Klassenzimmern gelüftet wird. Und wie die Stadtverwaltung auf Nachfrage diese Woche mitteilte, sind die Schulleitungen gar nicht mal so begeistert von der Anschaffung der Luftfilter. Also ist geplant, dass erst einmal nur vereinzelt Geräte angeschafft werden, die dann für Klassenräume gedacht sein werden, die nur unzureichend belüftbar sind.

Tragisch ist indes, dass es vonseiten der Landes- und Bundespolitik immer noch kein klares Konzept für die Unterrichtsführung der Schulen nach den Sommerferien gibt. Dabei war doch schon lange klar, dass die Schülerinnen und Schüler die wohl größte, zum Großteil ungeimpfte Bevölkerungsgruppe ausmachen werden, die im Winter wieder gemeinsam in geschlossenen Räumen sitzen muss. Aber ähnlich wie für die Gastronomie, Kulturschaffende und letztlich auch den Einzelhandel gibt es auch für den wichtigen Bereich Schule nach wie vor keine zuverlässige Strategie. Sehr bitter.

TOP in dieser Woche: Sommerserenaden der Stadtkirchengemeinde verbreiten Urlaubsstimmung trotz schlechtem Wetter.

FLOP in dieser Woche: Eschbachstraße ist wieder länger gesperrt.

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