Geflügelpest

Die Straußenfarm ist gewappnet

Kerstin Schnabel von der Straußenfarm in Emminghausen beobachtet die Entwicklung der Tierseuche genau. Zumal die Strauße als Laufvögel kaum für längere Zeit im Stall bleiben können.
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Kerstin Schnabel von der Straußenfarm in Emminghausen beobachtet die Entwicklung der Tierseuche genau. Zumal die Strauße als Laufvögel kaum für längere Zeit im Stall bleiben können.

Geflügelpest breitet sich in NRW aus. Behörden und Tierhalter sind besorgt.

Von Stephan Singer

Die Geflügelpest, meist auch Vogelgrippe genannt, grassiert in Nordrhein-Westfalen. Das alarmiert Geflügelhalter und das Veterinäramt des Rheinisch-Bergischen Kreises. Zuletzt haben Geflügelzüchter daher sogar die in der Mehrzweckhalle Dhünn am Samstag, 29. Oktober, geplante Geflügelausstellung wegen der Sorge vor einer möglichen Ausbreitung der Krankheit abgesagt. Noch ist die Vogelgrippe aber nicht in Wermelskirchen und Umgebung angekommen.

„Die bisher vom Veterinäramt im Rheinisch-Bergischen Kreis durchgeführten Untersuchungen ergaben zwar in keinem Falle den Nachweis des Geflügelpesterregers“, sagt Frank Dudley, Pressesprecher des Rheinisch-Bergischen Kreises, der das auch für Wermelskirchen zuständige Veterinäramt beheimatet, auf Anfrage unserer Redaktion: „Das Veterinäramt bittet aber mit Blick auf den Vogelzug um Beachtung der Hygieneregeln in allen geflügelhaltenden Betrieben.“

Zum Hintergrund erläutert Frank Dudley: „Aktuell sind in Ostwestfalen vier Ausbrüche in hühnerhaltenden Betrieben festgestellt worden. Weitere Untersuchungen werden in allen Betrieben durchgeführt, die von diesen betroffenen Betrieben beliefert wurden.“

Kerstin Schnabel, Leiterin der Straußenfarm in Emminghausen, lobt im Gespräch mit unserer Redaktion die Entscheidung des Geflügelzuchtvereins, die geplante Ausstellung abzusagen: „Das macht Sinn. Denn es wären dorthin ja Tiere von auswärts transportiert worden, was das Risiko einer Ausbreitung erhöht.“

Dass die erneuten Fälle in Nordrhein-Westfalen „mal wieder“ in den Gegenden von Bielefeld und Osnabrück auftauchten, verwundere sie nicht, sagt Kerstin Schnabel, denn: „Dort ist die Dichte der Betriebe sehr hoch.“ Und weiter: „Wir beobachten die Entwicklung sehr kritisch.“

Farm ist auf Maßnahmen gegen das aggressive Virus vorbereitet

Die Straußenfarm sei auf der Hut, aber genauso gewappnet. Eine Aufstallungspflicht habe sie zuletzt 2016/17 erlebt, was für die Straußenfarm ein großes Problem darstelle: „Die Tiere sind Laufvögel, und die lassen sich nun mal nicht gerne einsperren. Da unser Konzept auf Freilandhaltung basiert, sind unsere Stallungen auch gar nicht dafür gedacht, dass sich die Strauße darin längere Zeit aufhalten.“ Kerstin Schnabel erläutert, dass auf der Straußenfarm die Hygienemaßnahmen streng eingehalten werden: „Wir haben Desinfektionsmatten, Überziehschuhe und -overalls sowie anderes Material immer griffbereit. Sollte es in der Umgebung zu einem Ausbruch der Vogelgrippe kommen, sind wir in höchstens 30 Minuten bereit für Gegenmaßnahmen.“ Nach den Fällen von Geflügelpest in der Umgebung im Februar 2022 habe die Straußenfarm alle Maßnahmen zur Verhinderung eines Eintrags aufrecht erhalten.

Die Krankheit wird hauptsächlich durch Wildvögel übertragen. Unterschieden wird zwischen der Vogelgrippe, einem Influenza-Virus, und der sogenannten Pseudo-Geflügelpest. Was sie eint, ist eine hohe Todesrate bei den Tieren. Heinrich Bußmann, Geschäftsführer des Geflügelwirtschaftsverbandes Nordrhein-Westfalen, warnte: „Von der Geflügelpest geht eine sehr hohe Bedrohung für uns aus, das Virus ist äußerst aggressiv.“ Das nordrhein-westfälische Landwirtschaftsministerium zeichnet ein dramatisches Bild vom Ausbruch der Vogelgrippe. Eine Sprecherin von Ministerin Silke Gorißen (CDU) sagte: „Deutschland und Europa erleben aktuell eine in noch nie dagewesenem Ausmaß vorhandene Ausbreitung von Viren der Aviären Influenza.“ In NRW wurde das Virus in diesem Herbst bislang in Hobbyhaltungen in Bottrop, Münster und in mehreren Betrieben im Kreis Gütersloh identifiziert.

Es habe aber auch vereinzelt Nachweise bei verendeten Wildvögeln gegeben. „Es ist davon auszugehen, dass NRW – wie in den vergangenen Jahren auch – von Ausbrüchen sowohl in kommerziellen als auch in Hobbyhaltungen betroffen sein wird.“

Vogelgrippe

Ist eine Haltung von der Seuche betroffen, müssen die Tiere aufgrund behördlicher Anweisung getötet werden. Nach dem Tierschutzgesetz gibt es eine Entschädigung für diese Tiere. Das können bei Geflügel bis zu 50 Euro je Tier sein. Für betroffene Gebiete ordnen die Behörden eine Stallpflicht für Geflügel an. Die Krankheit ist für Menschen ungefährlich.

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