Wettbewerb

Contest: Die Rap-Szene schaut auf Wermelskirchen

Kevin Gedert performt während eines Konzerts. Der 35-Jährige produziert selbst Musik, die auf Youtube oder Spotify zu hören und zu sehen ist.
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Kevin Gedert performt während eines Konzerts. Der 35-Jährige produziert selbst Musik, die auf Youtube oder Spotify zu hören und zu sehen ist.

Nachwuchskünstler kommen am 3. Dezember ins AJZ Bahndamm.

Von Arnd Janssen

Wermelskirchen. Den 3. Dezember haben sich die Fans der Rap-Musik im Kalender dick rot angestrichen, denn dann gibt es einen besonderen Contest im Autonomen Jugendzentrum (AJZ) Bahndamm in Wermelskirchen. Möglich macht das Friseur Kevin Gedert, der in Hückeswagen einen Barber-Shop betreibt und selber Rapper ist. Darüber hinaus betreibt der Friseurmeister einen Kanal auf der Streaming-Plattform Twitch, auf der er eine wöchentliche Live-Rap-Sendung produziert. Und nun organisiert bereits zum zweiten Mal einen Nachwuchs-Wettbewerb für Rap-Künstler in der Region.

Kevin Gedert, der gebürtig aus Solingen-Wald kommt, betreibt seinen Barbershop mittlerweile seit elf Jahren in Hückeswagen. Schon in seiner Jugend kam Gedert, der in schwierigen Verhältnissen aufgewachsen ist, bereits im Alter von 14 Jahren zum Rap. Seit zwei Jahren veröffentlicht der 35-Jährige eigene Songs auf Plattformen wie Spotify und lädt Musikvideos auf Youtube hoch. Daneben frisiert er auf Rap-Festivals und -konzerten kostenfrei im Backstagebereich Künstler und ihre Entourage. Musiker wie Kool Savas oder die Gruppe Culcha Candela gehörten schon zu seinen Kunden. Ihm geht es darum, sich zu vernetzen und Unterstützung für sein Projekt zu finden.

Denn sein größtes Anliegen ist es, die musikalische Community an passenden Orten zusammenzubringen und künstlerische Talente zu fördern. „Wir haben uns gefragt, wie schaffen wir Treffpunkte, wo Leute aus der Musik- und Rapszene sich vernetzen können, wo jeder willkommen ist, wo die Herkunft egal ist“, sagt der Musiker. Wir, das ist neben Gedert, der Sänger Akay, der als einer der Gewinner der Pro-Sieben-Casting-Show „Popstars“ im Jahr 2003 und durch seine frühere Mitgliedschaft in der Boygroup Overground Bekanntheit erlangte.

Gemeinsam entwickelten die beiden Freunde die Idee, „Leute aus dem virtuellen ins reale Leben zu ziehen“, so Gedert. Ein optisch und atmosphärisch dafür gut geeigneter Ort: Sein eigener Barbersalon in Hückeswagen, der seit vergangenem Jahr bei Bedarf zum Studio für Video-Livestreams umfunktioniert werden kann.

Zusammen mit seinem Videographen Max, den beiden Streamern Roca und Diesel sowie weiteren Helfern produziert KeGe, wie sich Kevin Gedert nennt, das wöchentliche Format „Barber Bars“. Jeden Mittwoch begrüßt Gedert wechselnde Gäste aus der Rap-Szene zum Gespräch, es wird aber auch gerappt, manchmal werden vorproduzierte Musikvideos eingespielt.

Die Künstler sollen sehen, wenn man sich reinhängt, kann man was werden.

Rapper Kevin Gedert

Durchschnittlich 50 Personen schauen zu – und das Interesse wächst. Mit den Zuschauern, also der Community, stehen die Redakteure im Austausch, planen hin und wieder persönliche Treffen, bei dem sich Rapper und Fans untereinander vernetzen können. Auch soziale Projekte möchten Gedert und sein Team künftig unterstützen, wenn das Streaming-Format auch irgendwann einmal Gewinn abwirft.

Sein größtes Projekt aber ist der Rap-Contest, bei dem es nun in die zweite Staffel geht. Im Mai stieg das Finale der ersten Staffel in Wipperfürth, jetzt gastiert die Rap-Szene Anfang Dezember im Wermelskirchener AJZ. „Diesmal gab es fast 100 Bewerber, davon haben es zehn ins Halbfinale geschafft. Dabei haben 1600 Leute im Stream zugeschaut, das fand ich schon stark“, meint Gedert. Aber es dürften gerne noch mehr sein, denn so könne die Reichweite für das Projekt weiter ausgebaut werden. Die fünf Besten, die eine Jury aus Gedert und seinen Kollegen ausgewählt hat, müssen die Zuschauer am 3. Dezember beim Finale dann von ihrem Können überzeugen. Aus ganz Deutschland kommen die Finalisten ebenso wie die ausgeschiedenen Bewerber nach Wermelskirchen, auch Künstler aus der Region sind darunter.

Unterstützt wird die Finalshow von Rap-Urgesteinen: Olli Banjo aus Aschaffenburg und dem in den sozialen Medien als „Lidl-Rapper“ bekanntgewordenen Poca, die beide auftreten werden. Sie werden auch die zwei Besten auswählen. Über den endgültigen Sieger stimmen dann alle Besucher vor Ort und die Online-Zuschauer auf Twitch ab. Geld gibt es nicht zu gewinnen, dafür eine große Chance: „Wir unterstützen Künstler mit einem Push, sie sollen sehen, wenn man sich reinhängt, kann man was werden“, erklärt Gedert. Ein Auftritt in einem Club in Kroatien, vor mehr als 3000 Leuten, winkt als Prämie. Dazu die Möglichkeit, ein eigenes Musikvideo zu drehen. Und dazu noch den Respekt aus der Rap-Szene frei Haus.

Wie der Unternehmer und Familienvater seinen normalen Job als Saloninhaber und seinen „Nebenjob“ als Rap-Promoter unter einen Hut bekommt? „Ich bin ein Arbeitstier, aber ich kriege auch geduldige Rückendeckung von meiner Frau. Sie sagt mir auch mal, komm runter. Und ich habe einen tollen Freundeskreis im Bergischen, der mir Ruhe und Kraft gibt“, verrät Gedert. Trotzdem sei es manchmal viel. „Aber ich bin in der Blüte meines Lebens, das macht mir Spaß. Ich kann junge Musiker supporten und bin dankbar, dass es so gut funktioniert“, sagt Gedert.

Wie gut, das können Rap-Interessierte am 3. Dezember ab 19 Uhr im AJZ Bahndamm hören und sehen.

Hintergrund

Wann: 3. Dezember, Start um 19 Uhr, Einlass ab 18 Uhr

Wo: AJZ Bahndamm, Am Bahndamm 2

Wie teuer: 16 Euro Eintritt

Was: Fünf Contest-Finalisten und viele weitere treten auf, darunter Poca und Olli Banjo

Internet: Alle wichtigen Links zu KeGes Social Media-Kanälen und Musik-Plattformen sind zu finden unter: linktr.ee/barberbars

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