Tourismus

Die Menschen zieht es in die Ferne

Carsten Gatzsche, Reisebüro Travel Lounge
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Carsten Gatzsche, Reisebüro Travel Lounge
  • Susanne Koch
    VonSusanne Koch
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Reisen werden von Tag zu Tag teurer - und trotzdem möchten viele mal raus

Wermelskirchen. Die Corona-Pandemie grassiert zwar immer noch. Doch die Angst der Menschen löst sich. „Viele wollen jetzt endlich wegfahren“, sagt Carsten Gatzsche, Inhaber des Reisebüros Travel Lounge an der Eich. „Und dementsprechend werden die Angebotsmöglichkeiten von Tag zu Tag kleiner und vor allem teurer.“ Carsten Gatzsche berichtet, dass er vor kurzem einer Familie freitags ein Angebot für 14 Tage über 3900 Euro kalkuliert hatte, montags kostete es bereits 4700 Euro. „Das, was wir hier gerade an Kostenexplosion erleben - Energiepreise, Lebensmittelpreise, Benzin- und Kerosin-Preise - ist überall in der Welt spürbar.“

Dennoch geht es dem Reisebüro fast wieder wie vor der Corona-Pandemie. „Wir sind jetzt bei 90 Prozent unseres Umsatzes vor der Corona-Pandemie angekommen“, sagt Carsten Gatzsche. „Die Welt öffnet sich jetzt Stück für Stück wieder und Ziele sind wieder erreichbar, die kamen vor ein paar Wochen noch gar nicht in Frage.“ Beispielsweise Japan, Indonesien, Taiwan, Israel.

„Das liegt daran, dass sich unsere Partner auf die Suche machen müssen.“

Carsten Gatzsche, Inhaber von Travel Lounge

Dennoch sei sein Geschäft derzeit sehr komplex. „Das verstehen unsere Kunden leider nicht immer sofort“, sagt der Inhaber des Reisebüros. „Die Touristik ist weltweit betroffen, es hakt an allen Ecken und Enden, den Hotels fehlen Mitarbeiter, Reiseleiter sind nicht schnell zu finden.“ Da komme es schon mal vor, dass die Wartezeit bis zur Buchung drei Wochen betrage. „Das liegt daran, dass unsere Partner, sich erst einmal auf die Suche machen müssen.“ Das treffe aber nicht den Normalreisenden, der einen Pauschal-Urlaub buchen wolle. „Aber auch hier wird das Angebot immer enger.“ Trends seien in diesem Jahr die griechischen Inseln. „Die waren auch 2021 schon sehr gut nachgefragt“, sagt Carsten Gatzsche. „Aber Griechenland ist nicht mehr supergünstig.“ Spanien und die Kanarische Inseln erfreuten sich auch großer Beliebtheit. „Aber wie gesagt, die Preise steigen von Tag zu Tag.“

Wer jetzt noch einen günstigen Urlaub suche, der könne sich auf Mittelmeerkreuzfahrt begeben. „Da können sich alle Mitreisenden sicher sein, dass alle geimpft sind“, sagt Carsten Gatzsche. „Und auch auf Fernstrecken haben Ungeimpfte keine Chance.“ Eine andere preisgünstige Destination sei Ägypten.

Das Hauptproblem sei aber, dass weltweit die Reiseveranstalter mit ähnlichen Problemen zu tun hätten. „Es fehlt an Personal. Und das wollen wir unseren Kunden auch nicht antun, dann kämen sie nicht zufrieden aus ihrem Urlaub zurück.“ Das Reisebüro Travel Lounge by Reisewelt Kurbjuweit, feiert im Oktober schon das 25-jährige Jubiläum. „Wir sind von Anfang an am gleichen Ort und gleicher Stelle“, sagt Carsten Gatzsche. „Wir sind noch einmal mit einem blauen Auge aus der Corona-Pandemie herausgekommen“, sagt er. „Jetzt arbeiten wir hier wieder zu zweit.“ Und ab Mitte August käme ein Auszubildender dazu. „Gott sei Dank haben wir jemand gefunden.“ Auf einer Fachtagung habe er jetzt mitbekommen, dass viele Reisebüros geeignetes Personal suchen. „Ich glaube, dass es noch dauert, bis wir ganz aus der Krisensituation herausgekommen sind“, sagt der Reisebüroleiter. „Jetzt, wo der Ukraine-Krieg tobt, wissen wir noch gar nicht, wie und was sich noch alles weiter entwickelt.“ Er auf jeden Fall blicke optimistisch in die Zukunft. „ Wir werden sehen, wie sich alles entwickelt.“

Kontakt

Reisebüro Travel Lounge, by Reisewelt Kurbjuweit, Eich 34, Tel: (0 21 96) 73 28 70. https://reisewelt-kurbjuweit.de

Öffnungszeiten: Montags bis freitags, 9.30 bis 12.30 Uhr, 14.30 bis 18 Uhr und samstags, 9.30 bis 13 Uhr.

Standpunkt von Susanne Koch: Geduld im Reiseverkehr

susanne.koch@rga.de

Die Menschen müssen ein wenig Geduld mitbringen, wenn sie fernab der Pauschalreisen wieder ein Fernziel anstreben. Denn die Corona-Pandemie hatte die Tourismusbranche der ganzen Welt erfasst und durcheinander gewirbelt. Und die Reisebüros müssen nun die Destinationen einzeln abfragen, welche Regeln gerade gelten, ob die Menschen einreisen dürfen, mit oder ohne Impfung, mit oder ohne Quarantäne.

Und wenn man Fachleuten glaubt, dann wird diese Unsicherheit auch noch ein paar Jahre andauern. Geduld ist also gefragt. Das, was früher in ein bis zwei Tagen geklärt werden konnte, dauert jetzt einfach länger. Dazu kommt noch der Personalmangel in der Reiseindustrie, in Hotels, aber auch bei Reiseleitern und Reiseführern. Am wenigsten betroffen ist die europäische Tourismusindustrie. Wer diesen Sommer verreisen möchte, sollte schnell buchen, denn die Angebote werden kleiner und vor allem teurer.

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