Die Lage ist noch fragil – auf verschiedenen Ebenen

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Die Woche

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Von Anja Carolina Siebel

So schön es ist, dass es derzeit wieder mehr Freiheiten gibt, weil die Inzidenzen in der Corona-Pandemie sinken. Gleichwohl ist die Lage immer noch fragil. Denn sowohl die Gastronomen, Sportstudiobetreiber, Kulturschaffenden, Einzelhändler als auch alle Bürger schauen gebannt auf die Infektionszahlen. Ist die Situation doch ein wenig anders als im vorigen Sommer. Öffnungen sind an Inzidenzzahlen gebunden. Die sind zwar zurzeit stabil niedrig, aber niemand weiß, wie sie sich im Laufe der Wochen und Monate entwickeln. Daran hängt beispielsweise die finanzielle Situation des Freibadvereins, die Hallenbadöffnung, das Schulschwimmen und die Existenz vieler Unternehmer. Fraglich ist allein deshalb, ob es nicht sinnvoller wäre, grundsätzliche Schließungen künftig unbedingt zu vermeiden und stattdessen auf Strategien zu setzen, die Öffnungen weiter erlauben. Teststrategien beispielsweise. Damit wurden in anderen Ländern bereits größere Veranstaltungen und Konzerte realisiert, bevor es überhaupt weitreichende Impfungen gab. Es ist spürbar, auch ohne dass man in die Auftragsbücher der Selbstständigen schaut oder andere Details kennt: Der sieben Monate währende Lockdown hat allen zugesetzt. So richtig unbeschwerte Freude will auch angesichts der jetzt beginnenden Fußball-Europameisterschaft nicht aufkommen. Reisen? Auch das verkneifen sich noch viele. Auf Shopping haben nur wenige Lust. Und selbst die Restaurants und Biergärten sind noch nicht randvoll.

Hätte man das vor einem Jahr prognostiziert, wäre es wahrscheinlich einer düsteren Horrormeldung gleichgekommen. Aber vorbei ist die pandemische Lage auch jetzt noch nicht. Und wer weiß, wie lange ihre Auswirkungen und Kollateralschäden noch zu spüren sein werden. Denn es gibt nicht nur Menschen, die die Folgen einer Covid-19-Erkrankung auskurieren müssen. Oder jene, die liebe Angehörige oder Freunde durch das Virus verloren haben.

Das ist tragisch, ohne jede Frage. Aber es gibt auch Kinder und Jugendliche, die keine Altersgenossen treffen durften und Ängste entwickelt haben, selbst zu erkranken oder andere anzustecken. Es gibt alte Menschen, die über Monate in ihrem Heimzimmer eingesperrt waren, ohne Besuch von lieben Menschen. Es gibt Menschen, die auch vor der Pandemie schon an Ängsten und psychischen Erkrankungen gelitten haben und deren Alltag jetzt noch wesentlich beschwerlicher geworden ist. All das wird derzeit noch ein wenig im Hintergrund behandelt, wird aber sehr sicher nicht wegzudiskutieren sein. Auch in einigen Jahren nicht.

Katt ist auch mit 30 noch lebendig wie am ersten Tag.

Ärzte kritisieren digitalen Impfpass.

anja.siebel @rga.de

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