Die Kollateralschäden sind noch nicht absehbar

-
+
-

Die Woche

Die Woche

Von Anja Carolina Siebel

Das Krankenhaus Wermelskirchen hat von Beginn der Corona-Pandemie an kein strenges Besuchsverbot ausgesprochen. Der Ärztliche Direktor Dr. Volker Launhardt und die Geschäftsleitung an der Königstraße halten nichts von strengsten Regelungen wie in anderen Häusern, wo zum Teil sogar Sicherheitspersonal vor den Pforten abgestellt wurde. Jetzt dürfen Geimpfte, Getestete und Genesene sogar noch mehr Rechte in Anspruch nehmen, wenn ein Angehöriger oder Freund stationär im Krankenhaus liegen muss. Sie dürfen unter Einhaltung der strengen Hygieneregeln mehrfach am Tag zu Besuch kommen – und auch länger als eine halbe Stunde. Dr. Volker Launhardt sagt: „Besuche von nahestehenden Menschen tragen zur Genesung bei“. Und damit spricht der Mediziner etwas an, was in den Monaten der Pandemie fast gänzlich in den Hintergrund getreten ist. Die Zwischenmenschlichkeit in all ihren Facetten. Denn dabei geht es nicht nur darum, dass man gemeinsam feiert, Konzerte und Aufführungen oder Feste besucht und sich in Sportgruppen vergnügt. Sondern eben auch zum Beispiel darum, dass man Angehörige und Freunde, denen es nicht gut geht, unterstützt und trägt. Und das lässt sich gemeinhin schlecht machen per Videochat. Natürlich geht das auch. Es ist aber nicht vergleichbar. Es gibt eben, wenn das auch derzeit manchmal vergessen wird, noch einige andere Erkrankungen außer Covid-19. Und die treten nicht nur deshalb in den Hintergrund, weil es gerade scheinbar vorwiegend um Infektionszahlen, Inzidenzen und die Belegung von Intensivbetten für Covid-19-Patienten geht.

Sondern auch deshalb, weil viele sich leider immer noch scheuen, mit Symptomen zum Arzt oder ins Krankenhaus gehen, weil sie Bedenken haben, sich anzustecken. Dabei kann gerade das „Warten wir doch mal ab, bis Corona vorbei ist“, fatale Folgen haben. Studien belegen schon jetzt, dass viele, auch schwere Erkrankungen, nicht entdeckt wurden. Laut einer Analyse der Uni Würzburg blieben bereits während der ersten Welle im Frühjahr 2020 rund 2600 Krebserkrankungen unentdeckt, darunter fast 1600 Brustkrebsfälle. Inzwischen ist eine Infektionsangst entstanden, die sich mehrheitlich auf dieses eine Thema fokussiert. Dass die Pandemie und deren Infektionsgefahren ernst genommen werden müssen, ist keine Frage. Aber es gibt eben auch Kollateralschäden, deren Ausmaß zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht abzuschätzen ist. Und zwar in allen gesellschaftlichen Bereichen. Hoffen, wir, dass es sich in Grenzen hält.

Inzidenz sinkt im Kreis auf knapp über 50.

Die Zukunft der Sekundarschule als Schulform steht auch weiterhin in den Ster- nen.

anja.siebel @rga.de

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Eifgen: Investor tritt kein zweites Mal an
Eifgen: Investor tritt kein zweites Mal an
Eifgen: Investor tritt kein zweites Mal an
Unfall: Rettungshubschrauber in Dabringhausen
Unfall: Rettungshubschrauber in Dabringhausen
Unfall: Rettungshubschrauber in Dabringhausen
Kreis liefert Vorschläge für Radverbindung aus dem Dorf
Kreis liefert Vorschläge für Radverbindung aus dem Dorf
Kreis liefert Vorschläge für Radverbindung aus dem Dorf
Krankenpfleger soll schwer dementen Patienten erwürgt haben
Krankenpfleger soll schwer dementen Patienten erwürgt haben
Krankenpfleger soll schwer dementen Patienten erwürgt haben

Kommentare