Aktion

Die kleinen Umweltagenten sind zurück – und reinigen ihr Wermelskirchen

Das Müllmonster hing auf dem Schulhof der OGS und wurde von den Kindern vor ein paar Jahren gebastelt.
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Das Müllmonster hing auf dem Schulhof der OGS und wurde von den Kindern vor ein paar Jahren gebastelt.

Kinder der OGS St. Michael sammeln wieder Müll von den Straßen.

Von Lena Steffens

Wermelskirchen. Einigen Bürgern könnten sie in den folgenden Wochen wieder auffallen: Kinder der dritten und vierten Klassen, die mit Zangen und Eimern bewaffnet durch die Straßen von Wermelskirchen ziehen. Dabei tragen sie Sicherheitswesten sowie Buttons und sammeln Müll auf. Das sind die sogenannten „Umweltagenten“, die die Offene Ganztagsschule (OGS) St. Michael im neuen Schuljahr erneut einrichten möchte. „Wir haben einen besonderen Blick auf den Müll in Wermelskirchen“, erklärt Antje Mannheim von der OGS.

Schon während der Corona-Lockdowns haben sich die Kinder gemeinsam mit ihr und Petra Rossow mit dem Thema „Plastik im Meer“ beschäftigt. In Zeiten, in denen die Kinder ohnehin vor großen Herausforderungen standen und viel Langeweile hatten, verschrieben sich die Viertklässler dem Projekt. Unter anderem haben sie auch den Unverpacktladen besucht und starteten eine Müllsammelaktion in der Stadt.

Die Kinder werden sich jetzt im neuen Schuljahr noch intensiver darum kümmern, sagen die Initiatorinnen. Das bedeutet, dass die OGS einen „Müllbaum“ am Kreisverkehr bei McDonald‘s setzen möchte. „Das ist auch schon seit über einem Jahr mit der Stadt abgesprochen“, erzählt Mannheim. „Ich habe die Unterstützung durch Sven Stricker von dem Holzunternehmen, der wollte uns das Grundkonstrukt hinlegen, so dass die Kinder den Baum selbstständig zusammenbauen und mit dem umliegenden Müll bestücken können. Das soll ein Zeichen setzen gegen die Verunreinigung.“

Eine Idee, die in eine etwas andere Richtung geht, jedoch auch mit dem Thema Müll zusammenhängt, ist die der Wildblumenwiese. Auf der sollen nur einheimische Pflanzen aus dem Bergischen Land angepflanzt werden. „Die Kinder sollen sehen, wie etwas wächst, wie lange die Pflanze braucht, um zu wachsen, und was dafür getan werden muss“, sagt Mannheim.

Damit die Kinder auch ein persönliches Stück Natur mit nach Hause nehmen können, wurden in den vergangenen Schuljahren auch Lesezeichen und Lampions aus gepressten Blumen gebastelt. „Die Kinder waren supererstaunt, wie die Farben da zur Geltung kamen, das war eine schöne Geschichte. Aber da soll es weitergehen: Wir wollen das mit dem Blumenpressen beibehalten, aber das Projekt neben dem Thema Müll erweitern, da es nicht nur darum geht, sondern auch um die Umwelt, um Pflanzen und Tiere. Wenn wir uns nur mit Meeresplastik beschäftigen, dann ist das zu viel in der Grundschule, dann sind die Kinder ziemlich erschlagen.“

Die OGS-Kinder haben bereits in einer früheren Aktion Plakate gebastelt: zur Sensibilisierung im Themenbereich Plastikmüll im Meer.

Das Thema Müll in Wermelskirchen geht Antje Mannheim auch privat sehr nahe. Wenn sie durch die Straßen läuft und eine Stelle sehe, an der illegal Müll abgeladen wurde, mache sie schon mal ein Foto davon und schicke es an die Stadt. „Am Montag habe ich erst wieder ein Foto von einem Supermarkt-Parkplatz in Tente gemacht“, sagt sie. Oft fielen ihr auch die Bürgersteige vor Lokalen auf, auf denen Gäste stünden, die sehr viel rauchten, und ihre Abfälle dann auf den Gehwegen entsorgten. „Das fuchst mich einfach unglaublich.“

Um den Bereich vor der OGS sauber zu halten, „haben die Umweltagenten für dieses Schuljahr auch die Aufgabe, in regelmäßigen Zügen in dem Bereich Grundschule, Schillerstraße, Jörgensgasse und Königstraße Müll aufzusammeln, um einfach das Bewusstsein zu schärfen, dass wir es bei uns sauber halten wollen.“

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