Interview

„Die Kinder sind sehr motiviert“

Monika Eschbach ist Gemeindereferntin in Wermelskirchen.
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Monika Eschbach ist Gemeindereferntin in Wermelskirchen.

Gemeindereferentin Monika Eschbach spricht über die anstehende Sternsinger-Aktion

Das Gespräch führte Wolfgang Weitzdörfer

Frau Eschbach, sind Sie als Kind auch als Sternsinger unterwegs gewesen?

Monika Eschbach: Nein, denn tatsächlich gab es das noch nicht, als ich Kind war. Zumindest nicht in der Gemeinde, in der ich damals gelebt habe. Ich habe also das Sternsingen erst im Erwachsenenalter kennengelernt, bei meiner zweiten Stelle als Gemeindereferentin, bei der ersten gab es auch noch keine Sternsinger.

Können Sie sich noch an die erste Aktion erinnern, an der Sie teilgenommen haben?

Eschbach:Ja, das war in Radevormwald, da habe ich in der Kirchengemeinde St. Marien gearbeitet. Wir gingen dort von Haus zu Haus, dort haben wir auch sehr viele und sehr freundliche Menschen kennengelernt, die froh und dankbar gewesen sind, dass wir zu ihnen gekommen sind.

Können Sie das Prinzip Sternsingen bitte kurz erklären?

Eschbach: Grundsätzlich geht es dabei darum, dass Kinder für Kinder Geld sammeln. Es stehen dabei die Kinder im Mittelpunkt, denen es nicht so gut geht – und der Segen, der in unsere Häuser und Wohnungen gebracht wird. Die Sternsingerkinder sind als Kaspar, Melchior und Balthasar verkleidet unterwegs. Dieser Brauch geht auf die drei Weisen aus dem Morgenland zurück, die als erste bei dem neugeborenen Jesuskind im Stall waren und ihm die Gaben Gold, Weihrauch und Myrrhe gebracht haben.

Nur bringen die Sternsinger eben heute den Segen Gottes in die Wohnungen und Häuser der Menschen. Dazu wird gesungen und die Kinder schreiben dann den Segensspruch 20 C+M+B 23 an die Haustür oder übergeben den Bewohnern einen gesegneten Aufkleber mit dem Segensspruch, den sie an die Tür kleben können. Die Bewohner spenden dann einen Geldbetrag für einen guten Zweck.

Ist das Sternsingen nur eine deutschlandweite Aktion – oder gibt es weltweit Sternsinger?

Eschbach: In vielen europäischen Ländern gibt es die Sternsingeraktion, aber auch in wenigen anderen Ländern weltweit.

Wann findet das Sternsingen in diesem Jahr statt?

Eschbach: Am Dienstag, 3. Januar, werden die Sternsinger um 10.30 Uhr mit einem Aussendungsgottesdienst für die diesjährige Aktion losgeschickt. Der Gottesdienst findet in der Pfarrkirche St. Michael statt. Am Freitag, 6. Januar, haben wir die erste der drei Segens-Haltestationen zwischen Bushaltestelle und Wochenmarkt an der Telegrafenstraße positioniert, wir sind da von 10.45 bis 12.30 Uhr. Um 10.30 Uhr singen wir vorher am Rathaus bei der Bürgermeisterin.

Am Samstag, 7. Januar, sind von 10.30 bis 11.30 Uhr Haltestationen vor den Edeka-, Lidl- und Netto-Supermärkten und am Sonntag, 8. Januar, von 10.30 bis 11 Uhr sind wir vor der Kirche St. Michael – das ist ein kleiner Abschluss der diesjährigen Aktion. Dann gehen wir am Nachmittag noch zu den Haushalten in der Gemeinde, die sich vorher dafür angemeldet haben. Für die Besuche kann man sich noch bis Samstag, 31. Dezember, anmelden. Am 6. Januar singen wir auch noch vor den verschiedenen Altenheimen in Wermelskirchen.

Wer nimmt an der diesjährigen Aktion teil?

Eschbach: Aktuell habe ich tatsächlich erst eine bestätigte Anmeldung, aber das ist jedes Jahr so. Denn die meisten Kinder kommen erst zur ersten Probe in die Kirche St. Michael und bringen ihre Anmeldung mit. Die findet am 13. Dezember, von 16.30 bis 17.15 Uhr statt. Jedes Kind ist herzlich eingeladen, mitzumachen.

Es gibt ja immer einen Spendenzweck – wer wird diesmal begünstigt?

Eschbach: In diesem Jahr lautet das Motto: „Kinder stärken – Kinder schützen – in Indonesien und weltweit“. Mit der Sternsinger-Aktion soll ja auf die Not und das Leid der Kinder in der Welt aufmerksam machen. Meistens werden Hilfsaktion in Lateinamerika, Afrika oder Asien unterstützt. Besonders wichtig ist es, ja in der heutigen Zeit, die durch Kriege, Umweltkatastrophen und Krankheiten geprägt ist, die benachteiligten Kinder zu unterstützen und ihnen zu helfen.

Wie wichtig ist dieser Zweck für die Kinder – wissen Sie, für wen sie sammeln?

Eschbach: Wir sind ein vierköpfiges Team – ich werde unterstützt von Carlo Boss, Katja Lütticke und Michaela Hugendick –, und wir berichten den Kindern schon in den Proben über den Spendenzweck. Und in aller Regel sind die Kinder immer sehr interessiert und nehmen auch Anteil daran. Sie freuen sich, dass sie den benachteiligten Kindern helfen können.

Besuchen die Sternsinger alle Haushalte in Wermelskirchen?

Eschbach: Nein, das könnten wir gar nicht leisten. Abgesehen davon ist ja Corona immer noch nicht ganz verschwunden. Wir haben ja wegen der Pandemie 2021 keine Sternsinger-Aktion machen können, im Januar 2022 haben wir erstmals das Prinzip der Haltestationen angewendet, was auch sehr gut funktioniert hat. Es haben mich aber tatsächlich einige Gemeindemitglieder nach angesprochen und gefragt, ob wir nicht wieder in die Haushalte gehen könnten. Wie wir das in den kommenden Jahren machen werden, werden wir noch sehen – vielleicht wird es eine Mischung aus den beiden Varianten geben, Haltestellen an wichtigen Punkten in der Stadt und die Besuche in den Wohnungen und Häusern.

Müssen Sie die Kinder dazu überreden, bei winterlichem Wetter rauszugehen?

Eschbach: Nein, eigentlich sind die Kinder sehr motiviert. Aber bei den kleineren Kindern ist es dann schon manchmal so, dass Mitarbeiter ein bisschen zusätzlich motivieren müssen. Ihnen ist es dann schon mal etwas zu kalt, aber das ist ja auch verständlich.

Wie werden die Sternsinger von den Bürgern aufgenommen?

Eschbach: Grundsätzlich sehr gut, da wir ja auch nur zu den Haushalten gehen, die sich dafür angemeldet haben – die uns also auch sehen und hören wollen. Bei den Haltestellen ist es so, dass wir da auch in aller Regel auf positive Reaktionen gestoßen sind. Manchmal ist es tatsächlich auch so, dass wir von Leuten eine Spende bekommen, die sich vielleicht gar nicht angemeldet hätten oder mit der Kirche nichts zu tun haben.

Bekommen die Kinder denn auch Süßigkeiten neben den Geldspenden?

Eschbach: Das ist vor allem vor Corona der Fall gewesen, weil die Leute da wussten, wann wir kommen und wir auch verstärkt in die Haushalte gegangen sind. An den Haltestellen gibt es natürlich weniger Schokolade und andere Süßigkeiten. Als es sehr viele Süßigkeiten waren, haben wir es so gemacht, dass wir den Kindern die Möglichkeit gegeben haben, die Süßigkeiten der Tafel zu spenden – das war natürlich freiwillig, aber viele haben es auch so gemacht.

Hintergrund

Besuche: Für die Besuche in den Gemeinden kann man sich mit Namen, Vornamen, Adresse und Telefonnummer auf einem einfachen Zettel mit dem Wunsch „Sternsingerbesuch erwünscht“ im Pfarrbüro an der Kölner Straße anmelden – oder per E-Mail an: Monika.Eschbach@erbistum-koeln.de

Es wird jedoch empfohlen, zu den Haltestationen zu kommen.

Termine: Die Sternsinger sind von Freitag, 6. Januar, bis Sonntag, 8. Januar, im Stadtgebiet unterwegs. Die genauen Infos über die Haltestellen und die finalen Zeiten sind auf der Internetseite der Kirchengemeinde St. Michael und Apollinaris zu finden.

www.gl-gutes-leben.de

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