Lange Schlangen

Wermelskirchen: Impfstraße im Rathaus ist eröffnet - das sind die Regeln

Lange Menschenschlangen bildeten sich am Freitag im Bürgerzentrum. Foto: Anja Carolina Siebel
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Lange Menschenschlangen bildeten sich am Freitag im Bürgerzentrum.

Am Samstag, 27. November, von 10 bis 18 Uhr können Impfwillige wieder im Bürgerzentrum vorbeikommen

Von Anja Carolina Siebel

Wermelskirchen. Marina Führer ist etwas aufgeregt, als sie am Freitag im Bürgerzentrum den Ärmel hochkrempelt. „Ich mag keine Spritzen“, sagt die Wermelskirchenerin. Dennoch hat sie sich entschlossen, sich erstmals impfen zu lassen. „Ich habe einige Allergien und hatte deshalb vorher immer Bedenken“, berichtet sie. „Jetzt habe ich aber das Okay vom Arzt bekommen und wollte das jetzt auch machen.“

Marina Führer ist eine von Hunderten Impfwilligen, die das Angebot der Stadt am Freitag angenommen haben. Wie berichtet, wurde im großen Saal des Bürgerzentrums für Freitag und Samstag eine Impfstraße eingerichtet.
Dazu auch der Standpunkt von Anja Carolina Siebel

Die Impfärzte Peter Meiß und Dr. Hans-Christian Meyer sind am Freitag von 14 bis 18 Uhr im Dauereinsatz gewesen. „Stress“, sagt Dr. Hans-Christian Meyer zwischen zwei Impfungen. Die Schlange im Saal wird derweil immer länger. Kein Vergleich zu dem eher geringen Betrieb, der vor allem im Sommer und Frühherbst vor dem Impfmobil herrschte, das immer mittwochs im Rathaus-Innenhof Halt macht. „Man merkt, dass jetzt mehr Menschen das Angebot annehmen“, stellt Meyer fest. „Es sind heute auch viele bisher nicht Geimpfte darunter.“

Junges Paar fühlt sich „unter Druck gesetzt“

Wie das junge Paar, das namentlich nicht genannt werden möchte. „Wir haben uns jetzt dazu entschlossen, weil wir uns unter Druck gesetzt fühlen“, ist der Mann ehrlich. „Testen beim Arbeitgeber täglich, das war uns einfach auf Dauer zu stressig. Wir hätten aber gern drauf verzichtet.“

Einer der Jüngsten in der Reihe ist wohl Tom Hemmerich (12). Er findet es gut, jetzt besser geschützt zu sein. „In seiner Klasse gab es auch gerade wieder einen Quarantäne-Fall“, erzählt Toms Mutter Nadine Hemmerich. „Da fühlt man sich dann schon sicherer.“ Auch Toms Bruder Niclas (15) bekommt heute seine Spritze mit dem Corminaty-Impfstoff von Biontech/Pfizer.
Die Corona-Zahlen vom Freitag finden Sie hier.

Nadine Hemmerich und ihr Mann Thorsten sind zweifach geimpft und haben bereits ihren Termin zur Auffrischung. „Bei unseren Kindern haben wir abgewartet. Jetzt, bei den stetig ansteigenden Infektionszahlen, war für uns aber der richtige Zeitpunkt, auch die beiden impfen zu lassen“, sagt Thorsten Hemmerich.

Udo Hagemann ist aus Burscheid gekommen, um sich impfen zu lassen – zum dritten Mal. „Ich wollte mit der Auffrischungsimpfung nicht warten, bis ich einen Termin beim Hausarzt bekomme“, erzählt er. Zum Schutz vor dem Coronavirus hat der Burscheider eine klare Meinung: „Das muss jeder für sich entscheiden. Für mich gibt es keine Alternative. Mir wäre das auch zu anstrengend, mich allein vor dem Weg zur Arbeit jeden Tag testen lassen zu müssen.“

Impfen im Bürgerzentrum: Das müssen Sie wissen

Termin: Die Wermelskirchener Ärzte impfen auch am Samstag, 27. November, noch einmal von 10 bis 18 Uhr im Bürgerzentrum. Es ist keine Terminvereinbarung erforderlich. Der Eingang für die Impfaktion ist der Seiteneingang ins Foyer neben der Polizei.

Für den Booster gilt die Richtlinie: Die Auffrischungsimpfung ist sechs Monate nach der zweiten Impfung möglich. Ausnahme ist der Booster nach der Impfung mit Johnson & Johnson: Da sei die Auffrischung bereits nach vier Wochen möglich.

Das müssen Sie mitbringen: Impfausweis, Krankenversichertenkarte und Personalausweis. Außerdem die ausgefüllten Impfunterlagen des Robert Koch Instituts (RKI). Für die Impfung benötigt werden das Aufklärungsmerkblatt zur Schutzimpfung gegen Covid-19 sowie der Anamnese- und Einwilligungsbogen zur Schutzimpfung gegen Covid-19. Beides kann auf der Website des RKI heruntergeladen und bereits im Vorfeld ausgefüllt und zur Impfaktion mitgebracht werden. Hier der Link zu den Unterlagen des RKI: https://bit.ly/3DWyZ8s

Impfstoff: Bei der Impfaktion im Bürgerzentrum verimpfen die Ärzte noch den Impfstoff Comirnaty von Biontech/Pfizer. Der Kreis weist indes darauf hin, dass in den Impfstellen des Kreises in Kürze ebenfalls der gleichwertige mRNA-Impfstoff von Moderna verimpft werde. Personen unter 30 Jahren würden allerdings weiterhin ausschließlich mit dem Impfstoff von Biontech geimpft. Eine Auffrischungsimpfung vor Ablauf von sechs Monaten könne nicht garantiert werden. Deshalb empfiehlt der Kreis, erst nach Ablauf von sechs Monaten nach Zweitimpfung aufzufrischen.

Standpunkt von Anja Carolina Siebel

anja.siebel@rga.de

Morgens traut man sich kaum noch, die Zeitung aufzuschlagen oder ins Internet zu schauen. Täglich überschlagen sich die Corona-Infektionszahlen, sie steigen und steigen. Die Kliniken füllen sich – und nun ist auch schon die Rede von einer neuen Virusvariante aus Südafrika. Da könnte man verzweifeln. Sollte man aber trotz aller Dramatik nicht.

Es gilt jetzt, einen kühlen Kopf zu bewahren und sich nicht kirre machen zu lassen von jenen, die meinen, mit Mutmaßungen, Horrorszenarien über die vermeintliche Unwirksamkeit des Impfens oder gar dessen vermeintlich „schreckliche Folgen“ glänzen zu müssen. Sinnvoll ist jetzt, sich endlich durch die Impfung bestmöglich zu schützen, respektive die Impfung auffrischen zu lassen, Abstand zu halten, Menschenansammlungen zu meiden. Und trotzdem nicht zu vergessen, das Leben zu genießen.

Hört sich komisch an in der momentanen, verrückten Zeit? Ist es aber nicht. Denn es nützt niemandem, jetzt den Mut zu verlieren. Es gibt immer noch viele schöne Dinge, die man machen kann. Sei es nur, die Weihnachtsdekoration aufzufrischen und mit der Familie schöne Stunden zu verbringen.

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