Bildung

Die Gesamtschule ist auf gutem Weg

Gehören zum Konzeptteam: (v.l.) Andreas Voß, Jochen Bilstein, Uwe Spindler, Stefan Görnert und Torsten vom Stein.
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Gehören zum Konzeptteam: (v.l.) Andreas Voß, Jochen Bilstein, Uwe Spindler, Stefan Görnert und Torsten vom Stein.

Mitglieder des Schulausschusses gehen davon aus, dass es im Januar ausreichend Anmeldungen geben wird.

Von Anja Carolina Siebel

Zweifel daran, dass 100 Anmeldungen für die neue Gesamtschule zustande kommen könnten, bestehen bei den Beteiligten aus Verwaltung und Konzeptgruppe nicht mehr. „Man kann zusammenfassend sagen: Es läuft“, berichtete Torsten vom Stein in der jüngsten Sitzung des Schulausschusses am Montagabend. Vom Stein begleitet als Pädagoge wie berichtet die Schul-Neugründung am Weyersbusch.

Zurzeit unterrichtet Torsten vom Stein noch als Lehrer an der Sekundarschule. Viele seiner Kolleginnen und Kollegen haben sich aber wie er schon an der neuen Gesamtschule beworben. „Mit wie viel Motivation sie daran gehen, das haben sie zum Beispiel wieder vorige Woche beim Infotag für die Gesamtschule gezeigt“, sagte Torsten vom Stein. Viele hätten sich an der Gestaltung des Tagesprogramms beteiligt und eine Olympiade für die Besucher vorbereitet.

Und die kamen zahlreich. Gezählt haben die Veranstalter rund 300 Gäste beim Infotag am Weyersbusch. Davon 140 potenzielle neue Schüler. Vom Stein: „Die Arbeit der Konzeptgruppe hat sich auf jeden Fall gelohnt, wir sind als Team zusammengewachsen, stehen voll hinter der Sache. Und das wirkt sich absolut positiv aus.“

Beispiel Lohmar zeigt: Es kann klappen

Das Team hatte die Besucher beim Infotag bewusst in die Gebäude am Weyersbusch eingeladen, weil dort auch der Standort der Schule entstehen soll. Weyersbusch 9 wird die Adresse der Gesamtschule lauten. Sekundar- und Gesamtschüler werden entsprechend getrennt voneinander lernen und auch unterschiedliche Schulhöfe nutzen. Allein in der Mensa werden sie noch gemeinsam essen, bis die Sekundarschule dann nach dem Abschluss der heutigen Fünftklässler auslaufen wird.

Einer, der mit viel Erfahrung den Neugründungsprozess mit begleitet, ist Uwe Spindler. Auch er war im Ausschuss zu Gast. Der Pädagoge und ehemalige Schulleiter war selbst maßgeblich am Gründungsprozess einer Gesamtschule beteiligt. „Vor zwölf Jahren gründeten wir in Lohmar eine Sekundarschule, aus der dann nach zwei Jahren eine Gesamtschule wurde“, sagte er. „Lohmar ist in etwa so groß wie Wermelskirchen. Natürlich hatten wir erst auch Zweifel, ob wir genug Anmeldungen zusammen bekommen. Aber das war gar kein Problem. Und das wird es auch in Wermelskirchen nicht sein.“

Inzwischen ist aus der Sekundarschule in Lohmar eine sechszügige Gesamtschule geworden. Überzeugt vom Weg mit der Gesamtschule ist auch Schulausschussvorsitzender Jochen Bilstein (SPD). Er berichtete, dass es sogar schon Anfragen von Eltern aus umliegenden Städten geben würde, die ihre Kinder zur Wermelskirchener Gesamtschule schicken wollen würden: „Die Stimmung ist inzwischen sehr positiv; das war zum Beginn des Prozesses im Frühjahr und Frühsommer ja eher nicht so.“

Zu Anfang hatte Uneinigkeit zwischen den Fraktionen – und zum Teil sogar fraktionsintern – geherrscht, was die Gründung einer Gesamtschule anging. Teile der CDU hatten sich beispielsweise für eine Realschule ausgesprochen. Die Grünen waren nicht einverstanden mit dem Schulstandort und der Neugründung. Sie hätten die Gesamtschule gern auf dem ehemaligen Realschul-Gelände an der Rot-Kreuz-Straße gesehen. Und sie hätten die Sekundarschule gern in eine Gesamtschule umgewandelt, statt letztere neu zu gründen. Das hätte zur Folge gehabt, dass das gesamte Lehrerkollegium sowie die Schulleitung und die Schülerinnen und Schüler übernommen worden wären.

 Schließlich stimmten aber auch jene, die zuvor skeptisch gewesen waren, der Neugründung und dem Umbau im Bestand am Weyersbusch zu. Mit Gründung der Konzeptgruppe und dem Beginn der konkreten Planungen wurde die Stimmung spürbar besser. Beim Planungsteam und auch bei vielen Eltern, die nun mit Interesse auf die Neugründung der Schule schauen. Das konnte man gut bei den Elternabenden in den Grundschulen beobachten, die sehr gut besucht waren. Nun geht es darum, dass vom 20. bis 21. Januar möglichst viele Eltern ihre Kinder an der Gesamtschule anmelden. 100 Anmeldungen müssen zusammenkommen, damit die Schule gegründet werden kann.

Anmeldung

Vom 20. bis 21. Januar sollen die Eltern ihre Kinder an der Gesamtschule anmelden. Um den Start im Schuljahr 2023/24 zu gewährleisten, müssen an diesen Tagen mindestens 100 Anmeldungen zusammenkommen. „Wir planen für den 21. Januar dann eine Anmelde-Party“, kündigt Torsten vom Stein an.

Standpunkt: Es hat klick gemacht

anja.siebel@rga.de

Zu Anfang war eigentlich gar nichts klar. Der eine wollte dies, der andere das. Was auf der Kippe stand, war die neue Schule. Und lange hatte man das Gefühl, dass das nichts wird mit der Gesamtschule. Zu viele Befindlichkeiten, zu viel Festklammern am Kleinklein. Und irgendwann, der Zeitpunkt ist gar nicht genau fest zu machen, machte es klick. Und dann lief es einfach. Internetseite und Auftritt in den sozialen Netzwerken sind professionell aufgezogen, es gibt Merchandise-Artikel und Flyer.

Die Eltern wurden kompetent in den Grundschulen und bei einem großen Elternabend informiert. Und: Der Zusammenhalt der Mitarbeitenden der Konzeptgruppe ist kein Lippenbekenntnis mehr, sondern spürbar. Nun heißt es Daumen drücken für die Schulanmeldungen Ende Januar. Und dafür, dass ausreichend Anmeldungen für die Gesamtschule zusammenkommen. Aber irgendwie sieht alles danach aus, dass das klappt.

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