Die Familie ist ihr größtes Glück

Im Mai 1961 heirateten Margot und Bernhard Sander – erst im Standesamt in Dhünn, dann in der Kirche in Wermelskirchen. Foto: privat
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Im Mai 1961 heirateten Margot und Bernhard Sander – erst im Standesamt in Dhünn, dann in der Kirche in Wermelskirchen.

Margot und Bernhard Sander feiern heute ihre Diamantene Hochzeit

Von Peter Klohs

1961. Sechzig Jahre ist das her. Damals wurde begonnen, an der Berliner Mauer zu bauen, Alan Shephard war der erste US-Amerikaner im All, der Schauspieler Gary Cooper starb, derweil im gleichen Jahr George Clooney geboren wurde. Und das Wermelskirchener Ehepaar Margot und Bernhard Sander schloss heute auf den Tag vor 60 Jahren den Bund fürs Leben.

Die Berliner Mauer ist längst Geschichte, die Ehe der Sanders besteht fort. Die Diamantene Hochzeit begeht das Paar im sehr kleinen Kreis. „Zur Goldenen Hochzeit war auch schon die Presse da“, erinnert sich die Hausherrin. „Und seitdem ist nicht so viel passiert. Ich habe jedenfalls keinen neuen Mann kennengelernt.“ Sie schaut ihren Mann kurz an, dann lachen beide, sehr gelöst, sehr humorvoll, beinahe verliebt.

Margot Sander ist 1938 in Wermelskirchen geboren, „ein Mädchen der Stadt“, wie sie stolz betont. Bernhard Sanders Familie stammt aus Niederschlesien, dem südwestlichen Teil des heutigen Polen. Dort wurde er 1936 geboren, siedelte mit der Familie nach Bayern um und wohnt seit 1954 in Wermelskirchen.

Die Frage, wie sie sich kennengelernt haben, ist schnell beantwortet. „Mein Elternhaus stand an der Südstraße“, erzählt Margot Sander, „eine Doppelhaushälfte war das. Und die andere Hälfte wurde von der Familie meines Mannes bezogen. Bernhard war da immer mit den Renovierungsarbeiten beschäftigt. Und so kam das dann. 1960 haben wir uns verlobt, 1961 geheiratet.“

Der rüstige Jubilar lernte nach seinem Besuch im Lehrlingsheim den alten handwerklichen Beruf Maschinenfeilenhauer, der seit der Wiedervereinigung als Lehrberuf nicht mehr existiert. Zusammen mit Vater und Bruder arbeitete er zunächst bei einer Maschinenfabrik in Remscheid-Lennep, später dann bei einer Rollenfabrik in Wermelskirchen. Margot arbeitete von 1953 bis 1961 als Einzelhandelskauffrau. Nach der Hochzeit mit Bernhard war sie in diesem Beruf als Aushilfe beschäftigt.

„Wir sind in einem knackigen Alter. Wenn wir uns bewegen, knackt es hier und dort.“

Margot Sander

„Ja, und dann kamen ja auch schon die Kinder.“ Es ist eine große Freude im Leben von Margot und Bernhard Sander, dass sie das Wachsen der Familie erleben dürfen. Drei Kinder hat das Paar, eine Tochter und zwei Söhne, die mit ihren Familien alle in Wermelskirchen leben. Inzwischen freuen sich die rüstigen Senioren über vier Enkel und einen Urenkel. „Natürlich war es sehr emotional, als wir zum ersten Mal Großeltern wurden“, weiß Margot Sander. „Aber man hat natürlich alle lieb.“ In ihrer Freizeit verreisen die Sanders gerne. „Wenn man wieder darf, fahren wir entweder nach Bayern oder Österreich“, plant Bernhard Sander. Margot Sander kocht und backt darüber hinaus gerne. „Und sehr gut“, weiß der Hausherr und lächelt wissend. Will er nicht noch mal nach Schlesien reisen und nach seiner alten Heimat schauen? „Ich war vor Jahren einmal da“, berichtet Bernhard Sander. „Und war sehr enttäuscht. Unser Dorf war ganz schön runtergekommen.“

Angenehm fällt die Bescheidenheit des Paares auf. „Wir sind ja jetzt ein bisschen alt. Da muss man doch froh sein, wenn man wie wir gesund ist.“ Wünsche oder Träume haben sie darüber hinaus nicht. „Einfach so lange es geht gesund bleiben“, ist sich das Paar einig. „Und die Zeit soll wieder besser werden. Das reicht schon.“

Trotzdem hätten sie ihr diamantenes Ehejubiläum schon gerne etwas größer gefeiert. „Aber mal sehen“, äußert Margot Sander vorsichtigen Optimismus. „Am 11. November wird mein Mann 85 Jahre alt. Und vielleicht können wir dann alles zusammen feiern.“

Das Paar schaut festen Blickes auf die Eiserne Hochzeit in fünf Jahren. „Eisern“, sagt Bernhard. „Dann fangen wir an zu rosten.“ Aber der letzte Scherz gehört seiner Frau. „Wir sind schon in einem knackigen Alter“, sagt Margot. „Wenn wir uns bewegen, knackt es hier und dort.“

Das Geheimnis ihrer Ehe

Margot Sander schätzt an ihrem Mann besonders, „dass er lieb zu mir ist. Außerdem ist er treu und sehr hilfsbereit.“ Bernhard Sander sind andere Dinge wichtig – und damit ergänzt sich das seit 60 Jahren verheiratete Ehepaar bestens. „Sie kocht so unglaublich gut“, weiß der Ehe-Jubilar. Das Paar ist positiv gestimmt, dem Leben zugewandt und schaut mit Neugierde in die Zukunft. Gesundheit ist für die beiden das Wichtigste. „Was nutzt uns ein Haufen Geld, wenn wir uns nicht mehr bewegen können?“ Jeden Tag gehen sie mindestens eine Stunde lang spazieren.

Margot und Bernhard Sander heirateten vor 60 Jahren und sind noch immer verliebt.

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