Einrichtungsbezogene Impfpflicht

Die Bewohner sind gut geschützt

Die einrichtungsbezogene Impfpflicht gilt seit Mitte März. Archivfoto: Christian Beier
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Die einrichtungsbezogene Impfpflicht gilt seit Mitte März.

Die einrichtungsbezogene Impfpflicht ist in den Senioren-Einrichtungen kein Problem.

Von Susanne Koch

Mehr als 200 Menschen sterben jeden Tag in Deutschland an Covid-19. Das ist so, als ob jeden Tag mindestens ein größeres Flugzeug abstürzt. Besonders ältere Menschen mit Vorerkrankungen sind davon betroffen. Deshalb hat die Bundesregierung die einrichtungsbezogene Impfpflicht eingeführt, die besonders vulnerable Gruppen schützen soll. Sie gilt seit Mitte März. Der Wermelskirchener General-Anzeiger hat sich in Einrichtungen der Altenhilfe nach dem Stand der Dinge erkundigt.

Jürgen Becker, Pflegedienstleitung des evangelischen Seniorenzentrums Haus Vogelsang: „Wir haben derzeit keine Probleme damit.“ Die Einrichtung beschäftigt 126 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. „Davon sind gerade einmal zwei nicht geimpft“, sagt der Pflegedienstleiter. „Sie gelten jetzt also ein Vierteljahr als genesen.“ Die Einrichtung selbst hat drei Impfaktionen mit Dr. Hans Christian Meyer organisiert. „Insofern waren unsere Mitarbeiter auch schon relativ früh geschützt.“ Die beiden genesenen Mitarbeiter müssen jetzt erst in einem Vierteljahr dem Gesundheitsamt gemeldet werden.

„Das Gesundheitsamt wird sich jetzt erst einmal mit diesem Mitarbeiter in Verbindung setzen und eine Stellung-nahme verlangen.“

Thomas Schlünkes, Prokurist

Thomas Schlünkes, der Leiter des Personalmanagements, von Carpe Diem, berichtet, dass in Wermelskirchen 177 Menschen bei Carpe Diem arbeiten und in Dabringhausen 94. „Einen nichtgeimpften Mitarbeiter haben wir ans Gesundheitsamt melden müssen“, sagt Thomas Schlünkes. „Das Gesundheitsamt wird sich jetzt erst einmal mit diesem Mitarbeiter in Verbindung setzen und eine Stellungnahme verlangen. Anschließend werden wir kontaktiert und müssen angeben, ob durch ein Beschäftigungs- oder Betretungsverbot die Versorgung in der Einrichtung gefährdet ist. Wir sind sehr zufrieden und glücklich, dass wir bei den 34 Standorten, die wir bundesweit haben, eine hohe Impfbereitschaft haben und hatten.“ Es seien maximal zwei bis drei Personen pro Einrichtung, die nicht geimpft sind. „Wir haben natürlich Impfaktionen in unseren Einrichtungen angeboten“, sagt Thomas Schlünkes. Es dauere noch ein paar Wochen bis Carpe Diem überhaupt Informationen durch das Gesundheitsamt bekommen wird.

Vier Nichtgeimpfte arbeiten in der Pflege von Haus Regenbogen. „Da alle vier jetzt an Corona erkrankt waren, gelten sie ein Vierteljahr als Genesen und werden gleichgestellt mit den Geimpften“, sagt die Pflegedienstleiterin Valentina Rexhaj. Im Haus Regenbogen sind 32 Menschen, inklusive Teilzeitkräfte und Schülern, in der Pflege beschäftigt.

„Da sind aber auch Nichtgeimpfte bei, die vom Arzt eine Bescheinigung haben, dass sie nicht geimpft werden können.“

Corinna Dräger, Diakonie-Station

Die Impfquote in der Wermelskirchener Diakonie-Station liege bei 97 bis 98 Prozent. Und das bei etwa 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Geschäftsführerin Corinna Dräger sagt: „Das ist ein sehr gutes Ergebnis für uns.“ Die Einrichtung hätte die Nichtgeimpften bereits ans Gesundheitsamt gemeldet. „Da sind aber auch Nichtgeimpfte bei, die vom Arzt eine Bescheinigung haben, dass sie nicht geimpft werden können.“ Sie rechne mit einer Antwort vom Gesundheitsamt Mitte bis Ende April. „Dann werden wir um eine Stellungnahme gebeten.“ Viele der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien inzwischen schon das vierte Mal geimpft. „Wir bieten Impfaktionen bei uns in der Einrichtung an“, sagt Corinna Dräger. „Die Menschen können sich aussuchen, ob sie mit Novavax, Biontech oder Moderna geimpft werden wollen.“

Impfpflicht

Einrichtungsbezogene Impfpflicht: Die einrichtungsbezogene Impfpflicht soll durch eine hohe Impfquote beim Personal in den Gesundheitsberufen, das Risiko von Pflegebedürftigen senken, schwer an Covid-19 zu erkranken.

Verantwortung: Dem Personal in Berufen, die Pflegebedürftige und Menschen mit Behinderungen betreuen, kommt eine besondere Verantwortung zu, da es intensiven Kontakt zu Personengruppen mit einem hohen Risiko hat.

Standpunkt: Impfpflicht gut gesetzt

Von Susanne Koch

susanne.koch@rga.de

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Senioren-Einrichtungen in Wermelskirchen sind verantwortungsbewusst – von Anfang der Corona-Pandemie an. Der größte Teil von ihnen ist geimpft, so dass die Einrichtungen auch keine Versorgungsprobleme bekommen werden, sollten die wenigen ungeimpften Kräfte nicht mehr an ihren Plätzen arbeiten dürfen. Dazu haben die Einrichtungen selbst aber auch beigetragen: Von Anfang an haben sie Impfaktionen in ihren Häusern durchgeführt. Und so kurze Wege geschaffen, die ihren Mitarbeitenden, aber auch den Bewohnern, den Schritt erleichtert haben, sich um einen Impftermin zu kümmern. Und das sieht man jetzt im Ergebnis. Gerade in den Senioreneinrichtungen werden die Menschen versorgt, die auf das Coronavirus besonders stark reagieren und sehr krank werden. Insofern ist es beruhigend zu sehen, wie gut sich die Lage in Wermelskirchen gestaltet. Wir alle hoffen, dass die Corona-Pandemie sich in Zukunft so weiterentwickelt, dass sie keine große tödliche Gefahr für Menschen mehr sein wird. Und dass die Schutzmaßnahmen weiter greifen.

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