Gemeinnützige GmbH

Diakoniestation sortiert sich neu

Kay Büsing hat den Vorsitz des Aufsichtsrats der Diakoniestation übernommen. Er weiß, dass künftig Veränderungen ins Haus stehen und will vor allem die Kommunikation verbessern.
+
Kay Büsing hat den Vorsitz des Aufsichtsrats der Diakoniestation übernommen. Er weiß, dass künftig Veränderungen ins Haus stehen und will vor allem die Kommunikation verbessern.

Kay Büsing aus Dabringhausen hat den Vorsitz des Aufsichtsrats übernommen.

Von Theresa Demski

Wermelskirchen. Für viele Außenstehende kam die Trennung von Geschäftsführerin Corinna Dräger plötzlich: Am 20. Oktober teilte Hans-Otto Uhlemann, damals stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Diakoniestation, in einer kurzen Pressemittelung mit: „Die Aufsichtsratsgremien informieren darüber, dass die Geschäftsführerin der Diakoniestation abberufen wurde.“ Die Beschlüsse dazu seien einstimmig ausgefallen. Der Geschäftsbetrieb sei nicht beeinträchtigt. Nachfragen wurden fürs Erste nicht beantwortet.

Inzwischen hat sich die Diakoniestation neu aufgestellt: Kay Büsing aus Dabringhausen hat den Vorsitz des Aufsichtsrats übernommen – nachdem die bisherigen Vorsitzenden aus Altersgründen bereits vor der Krise ihren Rücktritt angekündigt hatten. Auf die Gründe für die Trennung von der ehemaligen Geschäftsführerin wolle und könne man nicht weiter eingehen, erklärt Kay Büsing. Auch aus Datenschutzgründen. Nur so viel: „Es mehrten sich die dauerhaften Krankmeldungen und Kündigungen unter den Mitarbeitenden. Um als Diakoniestation überhaupt handlungsfähig zu bleiben, mussten wir reagieren“, sagt Kay Büsing.

Mit „Wir“ meint er den Aufsichtsrat der Diakoniestation. Vier Gesellschafter tragen die gemeinnützige GmbH: die evangelischen Kirchengemeinden Wermelskirchen, Dhünn, Dabringhausen und Hilgen-Neuenhaus. Der größte Gesellschafter ist die Evangelische Kirchengemeinde Wermelskirchen: Sie entsendet mit Pfarrer Manfred Jetter und Pfarrerin Almuth Conrad zwei Vertreter in den Aufsichtsrat, die anderen Gemeinden jeweils einen. „Nach der Trennung von der ehemaligen Geschäftsführerin waren wir erst mal im Notfallmodus“, erzählt Kay Büsing.

Am 3. November nahm der Aufsichtsrat Neuwahlen vor. „Es ist jetzt unserer wichtigste Aufgaben, die Weichen für eine gute Zukunft zu stellen“, sagt der neue Vorsitzende. Das betrifft zunächst vor allem das Personal: Peter Siebel ist und bleibt Geschäftsführer der Diakoniestation – im vergangenen Jahr musste er sich aus gesundheitlichen Gründen aus der aktiven Arbeit zurückziehen, bildete aber formal eine Doppelspitze mit Corinna Dräger. Nun wird er wieder als alleiniger Geschäftsführer der Diakoniestation geführt, ist aber aus gesundheitlichen Gründen weiterhin nicht voll im Einsatz.

Ihm steht – mindestens bis März – Eckhard Rieger aus Dhünn als Berater zur Seite. „Er hat lange die Diakonie Bethanien in Solingen geleitet“, erzählt Kay Büsing, „und wir beide kennen uns lange und können gut zusammenarbeiten.“ Gleichzeitig hat die Diakoniestation die Stelle des zweiten Geschäftsführers wieder ausgeschrieben: Es gebe etliche und auch aussichtsreiche Bewerbungen, sagt Kay Büsing.

Bei Fragen des Personals geht es nun aber auch um die mehr als 200 Mitarbeitenden: „Manches hat sich schon erfolgreich gedreht“, sagt Kay Büsing. Mitarbeitende seien aus dem Krankenstatus zurückgekommen und auch Kündigungen seien zurückgenommen worden. „Es gab eine Mitarbeiterversammlung und die Menschen dort haben uns begeistert“, sagt Kay Büsing, „da ist richtig Herzblut drin.“ Deswegen sei er trotz der Krise zuversichtlich, was die Zukunft der Diakoniestation angehe.

Inzwischen habe er mit Eckhard Rieger alle Einrichtungen der Diakoniestation in Wermelskirchen besucht und den Kontakt mit den Mitarbeitenden gesucht. „Das Team steht hinter unseren aktuellen Ideen“, sagt Kay Büsing.

Er weiß aber auch, dass künftig Veränderungen ins Haus stehen werden: „Vor allem verbessern wir die Kommunikation“, sagt er. Und der Aufsichtsrat wolle die Arbeit der neu zu besetzenden Geschäftsführung fürs Erste etwas enger begleiten. „Auch die wirtschaftliche Situation ist angespannt“, erklärt Büsing, „das Finanzpolster ist knapp“. Das habe vor allem mit der generellen Situation im Pflegesektor zu tun.

Während sich vor allem die Wohngemeinschaften gut finanzieren ließen, sei die Lage in der ambulanten Pflege seit jeher angespannt. Die Diakoniestation bezahlt ihre Mitarbeitenden nach Tarif. Die Zeit sei wie überall in der ambulanten Pflege eng bemessen, die Tarife der Pflegekasse ließen keinen Spielraum zu.

Das vergangene Jahr schloss die Diakoniestation mit einem Minus. „Wir haben Ideen für die Zukunft“, sagt Kay Büsing. Nun wolle man den Betrieb wieder in sicheres Fahrwasser bringen – Kunden und auch Mitarbeitende bräuchten sich keine Sorgen zu machen.

Engagement für das Bergische Hospiz

Schulterschluss:Die Diakoniestation Wermelskirchen und die Remscheider Caritas haben sich als ökumenisches Duo für den Betrieb des künftigen Christlichen Hospiz Bergisches Land in Bergisch Born aufgestellt. Die Diakoniestation soll den pflegerischen Bereich übernehmen. Die Caritas unterstützt bei der Betreuung durch Ehrenamtliche. Der Förderverein sorgt dafür, das Defizit bei den Betriebskosten auszugleichen. Peter Siebel ist Geschäftsführer der Betreibergesellschaft.

Zukunft: Die aktuelle Lage der Diakoniestation habe nun natürlich auch Auswirkungen auf die Hospizgesellschaft. „Das ist eine noch nicht gelöste Situation, aber wir arbeiten an einer zügigen Lösung“, sagt Kay Büsing.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Kreisverwaltung plant 91 neue Stellen
Kreisverwaltung plant 91 neue Stellen
Kreisverwaltung plant 91 neue Stellen
Dhünn erhält seinen vorweihnachtlichen Treff zurück
Dhünn erhält seinen vorweihnachtlichen Treff zurück
Dhünn erhält seinen vorweihnachtlichen Treff zurück
Hündin Lara ist eine wilde Hummel
Hündin Lara ist eine wilde Hummel
Hündin Lara ist eine wilde Hummel
BEW rechnet den Jahresverbrauch hoch
BEW rechnet den Jahresverbrauch hoch
BEW rechnet den Jahresverbrauch hoch

Kommentare