Mammutbaum

Der zerbrochene Ast wurde abgesägt

Lennard Knappstein (im Mammutbaum) hat den Rest des abgefallenen Astes abgesägt.
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Lennard Knappstein (im Mammutbaum) hat den Rest des abgefallenen Astes abgesägt.
  • Susanne Koch
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Stadt wartet jetzt noch auf den Gutachter vom Kreis.

Von Susanne Koch

Am frühen Montagnachmittag ist die Baumpflege Rheinwald am Mammutbaum angekommen. Firmeninhaber Frank Rheinwald und seine beiden Mitarbeiter sperren den Bereich um den Baum ab. Sie haben den Auftrag, die Reste des heruntergefallenen Astes abzusägen. Es stellt sich als gar nicht so leicht heraus, den kleinen Sack mit angehängtem Seil so in den Mammutbaum zu katapultieren, dass er an einem großen Ast halt findet. „Wir brauchen eine sichere Ebene, an der Lennard Knappstein dann in den Baum klettern kann“, sagt Frank Rheinwald.

Am Ende hat Lennard Knappstein es geschafft. Er klettert in den Mammutbaum, was wegen der vielen zum Teil rutschigen Äste, gar nicht so leicht ist. Er findet halt und schmeißt zum Schluss die Motorsäge an. Weithin ist das Knattern zu hören. Endlich hat er es geschafft. Der Ast fällt, bleibt im Geäst hängen und wird von Frank Rheinwald Stückchen für Stückchen heruntergezogen.
Der große, am Freitag heruntergefallene Ast liegt noch zersägt neben dem Mammutbaum an der Carl-Leverkus-Straße / Obere Remscheider Straße. Er war etwa sechs bis sieben Meter lang und gut 30 Zentimeter im Durchmesser. Freitagabend brach er unvermittelt aus dem Mammutbaum heraus und rutschte – „eher langsam“ – wie es Anna Fanelli, die Inhaberin der Osteria ToscAnna, beschreibt, herunter. Da der Mammutbaum seit 1926 unter Naturschutz steht, aber gleichzeitig als beleuchteter Weihnachtsbaum genutzt wird, sind jetzt viele Wermelskirchener Bürgerinnen und Bürger voller Sorge, wie es mit ihm weitergeht. Denn er gilt den Wermelskirchenern als Wahrzeichen.

Der Mammutbaum wurde 1874 von Privatleuten, damals noch in einem Privatpark gepflanzt, da war er zehn Jahre alt. Es wird vermutet, dass er aus der Wilhelma-Saat (1864) stammt. Denn damals war zu viel Samen bestellt worden. Seit 1926 steht er unter Naturschutz und wird seitdem als Weihnachtsbaum beleuchtet. Sein Alter, über 150 Jahre, gilt für diese Art von Baum als jung. Er wird als höchster Naturweihnachtsbaum bezeichnet, leuchtet in der dunklen Jahreszeit durch die ihn schmückenden Lichterketten, und ist rund 30 Meter hoch.

„Wir werden in den nächsten Tagen die Lichterketten herunternehmen, um sie zu überprüfen“, sagt Kathrin Kellermann, Pressesprecherin der Stadt. „Wir werden das zusammen mit dem Wermelskirchener Löschzug I machen.“

Ansonsten wartet die Stadt Wermelskirchen auf den Gutachter, der vom Kreis geschickt wird. „Da der Mammutbaum ein Naturdenkmal ist, ist der Rheinisch-Bergische-Kreis zuständig“, sagt Kathrin Kellermann.

Nina Eckardt, Mitarbeiterin der Pressestelle des Kreises, sagt: „Es gibt einen bundesweit ausgewiesenen Spezialisten für diese Art von Bäumen, der diesen Mammutbaum bereits kennt. Deshalb wäre es aus Sicht des Kreises sinnvoll, wenn er erneut eine Begutachtung machen könnte. Leider konnten wir ihn bisher aber noch nicht erreichen, so dass auch noch kein Termin feststeht.“

Nun muss die Stadt Wermelskirchen also weiter abwarten, bis der Gutachter ein endgültiges Urteil fällt. Von verschiedenen Seiten ist aber zu hören, dass der Baum gesund sei. Ingo Mueller, stellvertretender Feuerwehrleiter und am Freitagabend Einsatzleiter vor Ort, sagt: „Dass sie mittels einer Drehleiter den Baum geprüft hatten. Auch einen über der Bruchstelle herabhängend wirkenden weiteren Ast. Aber wir sehen keine weitere Gefahr.“

Bürgermeisterin Marion Lück hatte darauf hingewiesen, dass sich die Stadt nicht an Spekulationen beteilige. „Wir warten ab, was der Rheinisch-Bergische Kreis dazu sagt und welche Maßnahmen er dann veranlasst.“

Diskussion

Im Frühjahr 2021 hatte sich in Wermelskirchen schon eine Diskussion um den Mammutbaum gedreht. Anlass war die Terrasse der Osteria ToscAnna. Der Geschichtsverein hatte seine Sorgen kund getan, dass diese dem Baum schaden könnte. Der bestellte Gutachter hatte aber grünes Licht gegeben.

Standpunkt von Susanne Koch: Keine Spekulationen

susanne.koch@rga.de

Der Rheinisch-Bergische Kreis wird einen versierten Gutachter beauftragen, der sich mit Mammutbäumen auskennt. Und der auch bereits Erfahrungen mit dem Wermelskirchener Baum gemacht hat. Das ist doch sehr gut so. Denn ein unabhängiger Fachmann wird sich nicht von irgendeiner Seite ins Boot holen lassen. 2021 sind die Emotionen rund um den Baum schon sehr hochgekocht. Und das muss nicht ein weiteres Mal der Fall sein.

Am allerbesten ist, alle warten in Ruhe ab. Wer als Laie vor dem Baum steht, kann nicht erkennen, ob er krank ist. Im Gegenteil, selbst das abgebrochene Aststück sieht – wenn man es von innen betrachtet – gesund aus. Wie gesagt aus Laiensicht. Ich wünsche auf jedem Fall den Wermelskirchenerinnen und Wermelskirchenern und erst Recht dem Mammutbaum ein gutes Ende. Für den über 150 Jahre alten Mammutbaum bedeutet das noch ganz viele Lebensjahre. Denn er gilt noch als jung.

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