Der Ostermarsch kann ein markantes Zeichen für den Frieden setzen

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Mein Blick auf die Woche

Mein Blick auf die Woche

Von Anja Carolina Siebel

In der Vergangenheit waren es wechselnde Themen, die Menschen dazu brachten, auf die Straße zu gehen und für oder gegen etwas zu demonstrieren. In den 1970er und 1980er Jahren kam das noch häufiger vor. Atomare Aufrüstung, Notstandsgesetze oder der Vietnamkrieg waren seinerzeit Themen, die einige so umtrieben, dass sie sich zu Demonstrationen aufmachten. Auch jetzt leben wir wieder in Zeiten, in denen Unsicherheit herrscht. Die Corona-Pandemie, die inzwischen schon zwei Jahre die Welt in Atem hält, und jetzt der verheerende Angriff Russlands auf die Ukraine. Es scheint, ganz subjektiv, als seien die Zeiten des friedlichen Vor-sich-hin-Lebens vorbei zu sein. Die Welt ist ordentlich durcheinandergerüttelt, um nicht zu sagen: in Aufruhr. Und nicht selten weckt gerade das das Bedürfnis, der ganzen Hilflosigkeit etwas entgegenzusetzen. Aber auch das Bewusstsein für Recht und Unrecht wird bei vielen wieder sensibilisiert. Denn gab es nicht auch in den vergangenen Jahren brutale Kriege, die – wie Kriege das so an sich haben – mit gesundem Menschenverstand überhaupt nicht zu erklären waren? Ist es nicht so, dass wir viel zu lange haben Toleranz walten lassen gegenüber Autokratien und Diktaturen, auch ganz in der Nähe? Fragen, die möglicherweise vielen dieser Tage schon mal in den Sinn gekommen sind – und die auch öffentlich gerade rege diskutiert werden. Vielleicht sind das auch die Intentionen von Thomas Wintgen und Armin Himmelrath, den Ostermarsch wieder ins Leben zu rufen, der in Wermelskirchen im Jahr 1986 das letzte Mal stattfand. „Was soll das denn schon bringen?“, werden sich sicher einige fragen. Nun ja, schon klar, dass Russlands Präsident Wladimir Putin nicht am Dienstag nach Ostern den WGA aufschlagen und denken wird: „Die Wermelskirchener haben demonstriert, dann muss ich die Sache mit dem Krieg noch einmal überdenken.“ Geschenkt. Dennoch setzen solche öffentlichen Demonstrationen deutliche Zeichen. Gegen Krieg und die Missachtung von Grundrechten beispielsweise, wie aktuell der Fall. Vor allem aber schaffen sie ein Gefühl der Gemeinschaft und des Zusammenhalts. Denn allein das Bewusstsein, dass die Mehrzahl der Menschen, mit denen man am Ort, im Land und auf dem Kontinent zusammenlebt, sich ebenso einsetzen möchte gegen Unrecht, Krieg, Brutalität und Gewalt, schafft schon ein Gefühl der Sicherheit und der Zusammengehörigkeit. Und ist es nicht gerade das, was uns zurzeit fehlt und was wir so dringend brauchen? Treffend drückt es im Grunde ein afrikanisches Sprichwort aus, das vielen bekannt sein dürfte: „Wenn viele kleine Leute an vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, können sie das Gesicht der Welt verändern.“ Und das geht in Wermelskirchen wie auch an allen anderen Orten dieser Welt.

Fahrrad- und Wanderbus starten wieder.

Fachhochschule gibt Standort auf.

anja.siebel @rga.de

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