Der Marktplatz der Zeit: Ein verlockendes Angebot

Ein Geistlicher macht sich Gedanken

Von Herbert Drusenheimer, Beauftragter für Männerarbeit im Kirchenkreis Lennep

Nanu. Kann man Zeit machen? Ich kenne den Satz: „Ich habe keine Zeit.“ Wenn ich Zeitmacher wäre, würde ich mir dann flugs ein Stündchen davon machen. Dass das nicht geht, weiß ich. Weniger kenne ich den Satz: „Ich habe Zeit ohne Ende.“ Das hat für mich den Beigeschmack von Langeweile. (Es kann aber auch das erfreuliche Angebot einer Begegnung ohne Zeitbegrenzung sein.) Und auch das ist mir vertraut: vertane Zeit. Für mich heißt das, dass die Uhr gnadenlos „tickt“ und das Gewollte geschieht nicht. Ich bin erfolglos.

Diese und weitere Aspekte füllen meine Lebenszeit. Am Ende meines Lebens mag es heißen: X Jahre, X Monat, X Tage und X Stunden lebte er. Und nun ist er seine Zeit los.

Ich bin mir sicher, dass ich meine Zeit nicht gemacht habe. Ich hatte keine Mitsprache bei meiner Geburt. Und so mag es auch dann sein, wenn ich meine Zeit los bin. In mir lebt der Gedanke, dass meine Zeit eine Gabe „in die Welt-Zeit“ ist. Das finde ich stark!

Der Marktplatz ist ein spannendes Bild

Im vergangenen Jahr haben wir in der Mitgliederversammlung der Männerarbeit der Evangelischen Kirche in Deutschland als Männerthema 2021 „Macht das Beste aus der Zeit“ ausgewählt. Der Satz ist einem sehr alten Brief entnommen. Dieser ist zuerst an Frauen und Männer der christlichen Gemeinschaft in Kolossä gerichtet. Zitiert ist der Satz nach einer neueren Bibelübersetzung. Ein Bild macht den Satz spannend. Ich befinde mich auf einem Marktplatz. Eine Vielzahl von (verlockenden) Angeboten sehe ich dort. Begegnungen sind möglich oder sogar unausweichlich. Aufmerksam will ich sein. Ich muss mich entscheiden. Waren meine Wahlen, meine Begegnungen zu diesem Zeitpunkt richtig? Gibt es neue Chancen? Das Bild des Marktplatzes lässt sich auf die gesamte Lebensstrecke übertragen.

Uns allen gute Zeiten!

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