Nikolausumzug

Der Lichterzug begeistert die Zuschauer

Der Nikolausumzug dauerte insgesamt zweieinhalb Stunden. Die Zuschauer waren trotz des schlechten Wetters begeistert. Fotos: Michelle Jünger
+
Der Nikolausumzug dauerte insgesamt zweieinhalb Stunden. Die Zuschauer waren trotz des schlechten Wetters begeistert.

30 geschmückte Traktoren zogen durch Dabringhausen, Dhünn und Wermelskirchen.

Von Michelle Jünger

-

Scharenweise haben sich am vergangenen Samstagabend die Wermelskirchener unter ihren Regenschirmen versammelt. Ob groß, ob klein – alle warten gespannt, zunächst in Dabringhausen, dann in Dhünn und später im Zentrum auf den bunten Lichterzug, der vom Stadtmarketing WiW und den Landwirten der Region organisiert wurde. Eigentlich ist der Nikolausumzug schon wirklich lange Tradition in Wermelskirchen, doch pandemiebedingt muss er genau wie im letzten Jahr auf etwas ungewohntere Weise stattfinden.  Die vielen Familien mit ihren Kindern freuen sich trotz der eisigen Temperaturen und des sehr hartnäckigen Regens sehr, und die Landwirte haben sich wirklich Mühe mit ihren Dekorationen gegeben. Weih-nachtsbotschaften, ein großes Rentier aus Lichtern gestaltet, aufblasbare Nikoläuse und Schneemänner fahren zuhauf an den Wermelskirchenern vorbei.

 Einige der Traktoren haben vorne auf der Schaufel sogar einen richtigen Weihnachtsbaum mit Lichtern und Kugeln. „Das ist so richtig schön. Ich finde, das kann gerne auch ohne Corona wieder gemacht werden“, sagt beispielsweise die Familie vom Stein, die begeistert den Zug am Ende in der Telegrafenstraße mitverfolgt hat. „Es ist was anderes und sieht wirklich toll aus!“

„Ich war schon als kleines Mädchen mit meinen Eltern bei dem Umzug.“

Heidi Halfmann, Zuschauerin
-

Für die beiden Kinder der Familie ist es der erste Nikolausumzug, letztes Jahr waren sie noch zu klein, aber sie sind begeistert von den leuchtenden Wagen und vor allem vom Nikolaus natürlich. Auch die drei Freundinnen Christiane Chahara, Isabelle Perrera und Heidi Halfmann sind wieder dabei. „Wir sind alteingesessene Wermelskirchnerinnen, ich war zum Beispiel schon mit als kleines Mädchen mit meinen Eltern bei dem Umzug“, erzählt Heidi Halfmann. Später mit ihren Kindern und dann mit den Enkeln, das sei einfach Tradition. Auch sie finden die Aktion toll, darin sind sich alle einig. „Im Moment lockt sonst wenig raus. Es gibt keinen Weihnachtsmarkt. Aber so hat man wenigstens etwas zu Nikolaus,“ erklärt auch Christiane Chahara. Einen Verbesserungsvorschlag hätte sie jedoch. „Ein etwaiger Zeitplan wäre toll, dann müssen die Eltern mit ihren Kindern auch nicht so lange in der Kälte stehen.“

Kleinere Glühweinstände und die Thermostasse

-

Tatsächlich haben einige schon sehr früh an manchen der Endstationen Stellung bezogen. Ohne Glühweinhütten und auch Imbissbuden wurde das jedoch sowohl zu kalt, als auch definitiv zu nass. An manchen Wegstationen gab es aber kleinere Glühweinstände oder auch die gute Thermotasse, die Kälte schnell vertreiben konnte bis die leuchtende Traktoren-Kolonne eingetroffen ist. Viele Kinder haben sogar Laternen dabei und auch viele Erwachsene haben sich für den Nikolaus in Schale geworfen.  Mit Zipfelmützen, Rentiergeweih oder auch mit Lichtern wie ein Tannenbaum verziert, begrüßen sie den langen Zug, der mit Traktoren verschiedenster Größen aufwartet. Außerplanmäßig hat der Umzug jedoch am Ende doch nicht ganz die Strecke fahren können, die vorher angekündigt worden war. Eigentlich hatte die Kolonne einen Teil der Telegrafenstraße abfahren und dann in die Carl-Leverkus-Straße abbiegen sollen, um auch am großen Weihnachtsbaum vorbeizufahren. Doch der Festwagen samt Nikolaus und den Weihnachtsengelchen passte aber nicht um die Ecke. Also ist der Zug die Telegrafenstraße weiter durchgefahren, um dann wieder wie geplant zum Sammelpunkt am Busbahnhof zu fahren.

Alle hatten Verständnis dafür, dass der Verkehr aufgehalten wurde

Insgesamt zweieinhalb Stunden war der Zug unterwegs und hat zwischendurch den Verkehr aufgehalten, aber dafür hatten alle Verständnis. Sehr viele waren auch erst in Dabringhausen oder in Dhünn und später noch ein zweites Mal dabei.

Landwirte

Sowohl der Weihnachtsmarkt als auch der traditionelle Nikolausumzug zu Pferd sind pandemiebedingt in diesem Jahr nicht möglich gewesen. Um aber dennoch ein wenig Weihnachtszeit in Wermelskirchen zu haben, hat sich das Stadtmarketing an die Landwirte der Region gewandt. Insgesamt waren um die 30 geschmückte Wagen dabei, teils sogar mit Anhängern und aufwendiger Dekoration. Die Landwirte und ihre Familien hatten Snacks und warme Getränke dabei.

Standpunkt: Fantasie beflügelt

Von Susanne Koch

susanne.koch@rga.de

Auch wenn die Corona-Pandemie die Menschen zwingt, sich von alten Traditionen zu lösen und neu über coronakonforme Formate nachzudenken, sie bewirkt damit tatsächlich etwas Gutes. Immer wieder finden die Organisatoren Neues, um die Menschen zu erfreuen. So auch jetzt mit der Lichterfahrt der Traktoren, die trotz Kälte und Regen viele Menschen erreicht hat und vor allem erfreut hat. Die Coronapandemie hatte dem Umzug mit Pferden bereits im vergangenen Jahr den Garaus gemacht, entstanden ist ein Umzug, der von geschmückten Traktoren bestimmt wird. Für die Menschen am Wegesrand galt es, Abstand zu halten. Aber das war kein Problem. Und die Gefahr, sich mit dem Virus zu infizieren, spielt in Räumen eine viel größere Rolle als draußen im Freien. So gut, so sicher. Der Lichterumzug mit den 30 geschmückten Traktoren brachte Samstag ein wenig adventliche Stimmung nach Wermelskirchen. Davon profitierten die Kinder, genauso wie die Erwachsenen. Und wenn es dann beim nächsten Mal tatsächlich einen Zeitplan geben sollte, müssen die Zuschauerinnen und Zuschauer nicht mehr so lange in der Kälte uns Nässe stehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Unfall: Alkoholisierte Fahrerin flüchtet, um sich um ihre Haustiere zu kümmern
Unfall: Alkoholisierte Fahrerin flüchtet, um sich um ihre Haustiere zu kümmern
Unfall: Alkoholisierte Fahrerin flüchtet, um sich um ihre Haustiere zu kümmern
Nicht nur den Tätern hinterherlaufen
Nicht nur den Tätern hinterherlaufen
Nicht nur den Tätern hinterherlaufen
Parkplatznot: Die Stadt Wermelskirchen hat kein Geld
Parkplatznot: Die Stadt Wermelskirchen hat kein Geld
Parkplatznot: Die Stadt Wermelskirchen hat kein Geld
Bei ihnen geht es immer um die Wurst
Bei ihnen geht es immer um die Wurst
Bei ihnen geht es immer um die Wurst

Kommentare