Bahndamm

Der „heißeste Club der Stadt“ feiert am Wochenende kräftig Geburtstag

Dominik Schetting ist Urgestein der deutschen Punkrock-Szene. Den Bahndamm liebt er innig – und freut sich aufs Festival.
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Dominik Schetting ist Urgestein der deutschen Punkrock-Szene. Den Bahndamm liebt er innig – und freut sich aufs Festival.

Bahndamm-Festival holt das 30-jährige Bestehen nach

Von Stephan Singer

Wermelskirchen. Dominik Schetting stammt zwar aus Bonn, kennt den „heißesten Club der Stadt“ in Wermelskirchen dennoch in- und auswendig. Und das von allen Seiten: Denn der 57-Jährige spielte mit diversen Bands bereits zahlreiche Auftritte auf der Bahndamm-Bühne und stand noch häufiger im Publikum und feierte mit. „Ich bin mindestens schon 15 bis 20 Mal im Bahndamm aufgetreten, als Konzertbesucher war ich mindestens doppelt so oft da“, sagt Dominik Schetting, der auch beim anstehenden „30+2-Jubelfestival“ am Freitag, 19., und Samstag, 20. August, dabei sein wird. An beiden Tagen tritt er auf: zuerst mit seiner Band „1982“, tags darauf mit der Formation „F*cking angry“. Damit nicht genug, sagt der Gitarrist: „Ich bleibe natürlich über das Wochenende in Wermelskirchen, um das 30-jährige Bestehen des Bahndamms in 2020 nachzufeiern.“

Schetting ist Kenner der Punkrock-Szene in Deutschland und besonders der in Nordrhein-Westfalen – er ist ein Urgestein. Ihn verbindet noch eine weitere Historie mit dem Autonomen Jugendzentrum (AJZ) in Wermelskirchen. Seit 1998 gehört er als Bassist zur Band „Molotow Soda“, die knapp eine Dekade zuvor die erste Gruppe war, die unter der Regie der Jugendinitiative als Betreiberverein im Bahndamm ein Konzert spielte.

Auf diese Weise lernte er nicht nur die Geschichten von legendären Busfahrten ganzer Fanclubs aus dem Köln-Bonner Raum zu Konzerten von „Molotow soda“ kennen, sondern auch die Liedzeile eines Songs, die heißt: „Alter, sch... die Wand an, heut‘ Nacht spiel’n wir im Bahndamm“. Diese Liedzeile verdeutliche die Ausnahmestellung des Bahndamms bei Musikern und Fans.

„Wir in Bonn sind neidisch, dass wir so einen Laden nicht haben“, sagt der Musiker. Als Sozialpädagoge habe er einen speziellen Blick: „Der Bahndamm ist eines der ältesten noch existierenden AJZ. Was sich für einen Außenstehenden möglicherweise wild anhört, hat einen entscheidenden Kern: die Selbstverwaltung, die ich extrem schätze.“

Schetting: Ehrenamtliche zeichnen den Bahndamm aus

Nach wie vor sei das Konzept des AJZ besonders und nicht vergleichbar mit kommerziell geführten Locations, meint Dominik Schetting: „Die Preise sind niedrig, keiner wird im Vorfeld ausgegrenzt.“ Obwohl der Bahndamm regelmäßig Besucher aus ganz Nordrhein-Westfalen locke, herrsche eine familiäre Atmosphäre, beschreibt Schetting seine Sicht: „Diesen Unterschied machen die ehrenamtlich Aktiven mit ihrer zugänglichen Art.“

Dominik Schetting gastiert mit zwei Bands auf dem „30+2 Jahre Bahndamm-Festival“. Er kommentiert dies mit einem Lachen: „In beiden Gruppen bin ich der älteste Musiker.“ Die Band 1982 besteht seit 24 Jahren und trat noch nie im Bahndamm auf. „Konzerte von 1982 sind ein Streifzug durch die Punkrock-Zeitgeschichte mit Liedern der ersten Punkgeneration aus der Zeit von 1975 bis 1985“, beschreibt Dominik Schetting. Als Hardcore-Punkband spiele „F*cking angry“ ausschließlich Eigenkompositionen und stehe für die moderne Punkmusik.

Tickets für das Festival, das von Freitag, 19. August, bis Samstag, 20. August, stattfindet, gibt es bei der Lichtbildbude, im Bahndamm und online:

www.punk.de

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