Naturschutzgebiet

Der Eifgenwanderweg bleibt, wie er ist

Der Wanderparkplatz Eifgen führt zum Wandern am Eifgenbach. Archivfoto: Roland Keusch
+
Der Wanderparkplatz Eifgen führt zum Wandern am Eifgenbach.

Umweltausschuss befasste sich unter anderem mit Klimaanpassung und einem Bestattungswald.

Von Susanne Koch

Wermelskirchen. Die Einrichtung eines Bestattungswaldes, die Begehbarkeit des Eifgenwanderweges und der Förderantrag für den Einstieg ins kommunale Anpassungsmanagement waren nur einige der Punkte, die am Mittwoch im Umweltausschuss, teils kontrovers diskutiert diskutiert wurden.

Die Stadt Wermelskirchen hat bislang kein städtisches Klimaschutz und Klimaanpassungsmanagement. Personalressourcen stehen für diese Aufgaben nicht zur Verfügung. „Wir müssen die Klimaschutzmaßnahmen enger an die Kommunen anbinden“, erklärte Bürgermeisterin Marion Lück. „Leichlingen ist beispielsweise während der Starkregenereignisse abgesoffen, das betrifft Wermelskirchen aber kaum, dafür steht bei uns die Waldbrandgefahr stärker im Fokus.“

Wir möchten das Eifgental attraktiver für Menschen mit Einschränkungen gestalten.

Dr. Markus Richert, SPD-Mitglied

Deshalb strebt die Stadt Wermelskirchen als gesamtkommunale Aufgabe an, die Bewohnerinnen und Bewohner über die Folgen des Klimawandels zu informieren und beraten und – auf Basis solider lokaler Analysen – geeignete Anpassungsmaßnahmen zu entwickeln und im Rahmen des Anpassungsmanagements umzusetzen. Sollte der Rat der Stadt Wermelskirchen zustimmen, würde die Stadt 198 668,80 Euro beim Bund beantragen, 49 667,20 Euro müsste die Stadt als Eigenanteil zahlen. Angelegt sei das Projekt auf zwei Jahre. „Wir würden dafür eine befristete Personalstelle schaffen“, sagte Florian Leßke, Leiter des Amtes für Stadtentwicklung.

Während Friedel Burghoff (CDU) den Antrag begrüßte, lehnte Karl Springer von der AfD den Antrag ab. Stephan Theil (FDP) fragte noch nach, ob Wermelskirchen auch einen Klimamanager gefördert bekommen würde. „Den müsste die Stadt selber aus ihren Mitteln bezahlen“, sagte der Beigeordnete Thomas Marner.

Um die Begehbarkeit des Eifgenwanderweges ging es der SPD mit einem Antrag im Umweltausschuss. „Es ist eine Herzensangelegenheit unserer älteren Mitglieder“, sagt Dr. Markus Richert. „Wir möchten das Eifgental attraktiver für Menschen mit Einschränkungen, Familien mit Kinderwagen, Rollstuhlfahrer und Rollatornutzer gestalten.“ So sollen Passagen, an denen der Weg eng und von Wurzeln bedeckt ist, Holzstege für Abhilfe sorgen. Sie werden vielerorts in Wäldern und an der Küste in den Dünen benutzt. Es sei eine sinnvolle Maßnahme für die Nutzer vor Ort und zur Stärkung des Wandertourismus in der Region, ohne den Charakter des Pilgerweges wesentlich zu beeinträchtigen.

Das Eifgental ist ein Naturschutzgebiet

Stephan Theil (FDP) betonte, dass die FPD nicht zustimmen wird. „Wanderwege sind nicht für jeden bewältigbar. Und Holzstege würden den Charakter des Eifgenwanderweges verändern.“ Auch Dr. Jörg Hucklenbroich, von Bündnis 90/Die Grünen betonte, dass sie dem Antrag nicht zustimmen könnten: „Es gibt mehr als 125 Kilometer Wanderwege, die auch für Rollstuhlfahrer geeignet sind. Das Eifgental ist außerdem ein Naturschutzgebiet.“ Der Beigeordnete Thomas Marner betonte, dass Holzstege sogar eine zusätzliche Gefahr darstellen. „Wenn nasses Laub drauffällt, sind die Stege rutschig. Wer soll denn noch den Laubdienst machen?“ Tobias Bösenberg, CDU-Mitglied, sagte: „Manche Dinge muss man einfach so belassen.“ Der Antrag wurde mehrheitlich abgelehnt.

Einstimmig wurde der Antrag der CDU zur „Errichtung eines Bestattungswaldes“ beschlossen. Die Stadtverwaltung wird jetzt zwei Standorte –nordwestlich von Pohlhausen oder nordwestlich von Dhünn – näher untersuchen und dann einen geeigneten Standort bestimmen. Außerdem wird die Stadtverwaltung die finanziellen Auswirkungen für den Bestattungswald ausarbeiten. Beides wird in einer der nächsten Ausschusssitzungen wieder vorgelegt.

Baumschutz

Mit acht Gegenstimmen zu fünf Ja-Stimmen (SPD, Zukunft Wermelskirchen und Grüne) wurde der Antrag von Bündnis 90/Die Grünen bezüglich der Entwicklung einer Baumschutzsatzung abgelehnt. Beigeordneter Thomas Marner hatte erklärt, dass eine Umsetzung nur mit zusätzlichem Personal zu stemmen sei. Begründung von Bündnis 90/Die Grünen für eine Schutz-Satzung: Bäume haben eine klimarelevante Funktion. Sie spenden Schatten und helfen Regenwasser zu speichern.

Standpunkt: Ein wichtiger Ausschuss

Ein Kommentar von Susanne Koch

susanne.koch@rga.de

Dass es den Klimawandel gibt und dass er sich immer deutlicher bemerkbar macht, bestreitet keiner der Ausschussmitglieder oder Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung im Umweltausschuss. Und dennoch zeigt sich in mancher Diskussion, dass die Wege zu Lösungen sehr unterschiedlich gesehen werden. Beispielsweise lehnen CDU, das Bürgerforum, die FDP, die Freien Wähler und die AfD die Erarbeitung einer neuen Baumschutzsatzung ab. Dafür stimmten Bündnis 90/Die Grünen, die SPD und Zukunft Wermelskirchen. Bündnis 90/Die Grünen betonten in ihrem Antrag, dass Bäume eine klimarelevante Funktion haben. Die Gegner der Baumschutzsatzung argumentierten unter anderem damit, dass Wermelskirchen keinen Mangel an Bäumen habe. Auch diesem Argument kann sich niemand ganz verschließen. Die Themenvielfalt zeigte, dass der Ausschuss Umwelt und Bau wichtige Zukunftsthemen für Wermelskirchen auf der Tagesordnung stehen hat und es werden noch weitere kommen. Sie verlangen den Kommunalpolitikern den Blick in die Zukunft ab, oder aber mindestens ein Gespür für Nachhaltigkeit.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Hündin Lara ist eine wilde Hummel
Hündin Lara ist eine wilde Hummel
Hündin Lara ist eine wilde Hummel
Geschichtsverein bleibt optimistisch
Geschichtsverein bleibt optimistisch
Geschichtsverein bleibt optimistisch
Grüne Asche könnte Alternative sein
Grüne Asche könnte Alternative sein
Grüne Asche könnte Alternative sein
Um welche Straße handelt es sich?
Um welche Straße handelt es sich?
Um welche Straße handelt es sich?

Kommentare