Das Wetter ist längst keine Bagatelle mehr

Ein Geistlicher macht sich Gedanken

Von Pfarrer Martin Rogalla, Ev. Stadtkirchengemeinde Remscheid

Das Ende fast aller Nachrichtensendungen wird eingeleitet mit den Worten: „Und nun noch das Wetter.“ Es folgen regionale oder überregionale Regenwahrscheinlichkeiten und Temperaturen, je nach Sender. Das Wetter ist in der Regel nur eine Bagatelle im Anschluss an die großen Tagesthemen. Es sei denn, Überschwemmungen, Hochwasser oder Herbststürme haben wieder einmal unseren Alltag durchkreuzt und zu menschlichen Katastrophen geführt.

Dabei haben Kinder, die heute geboren werden, eine siebenmal höhere Wahrscheinlichkeit, unter einer Hitzewelle zu leiden. Sie werden in ihrem Leben dreimal so viele Überschwemmungen und doppelt so viele Waldbrände erleben wie Erwachsene, die heute 50 Jahre oder älter sind. So war es vor einigen Tagen in der renommierten Fachzeitschrift „Science“ zu lesen. Durch Wetter bedingte Katastrophen haben sich in den letzten Jahrzehnten verzehnfacht. Das sollte uns alle aufschrecken. Nach der letzten großen Sintflut hat Gott den wenigen Überlebenden versprochen: „Ich will nicht mehr alles Leben auf Erden vernichten.“ (1. Mose 8,21) Von dieser Seite besteht also keine Gefahr mehr. Doch was ist mit uns Menschen? Wird es uns gelingen, Gottes wunderbare Schöpfung für unsere Kinder zu bewahren, wie es unsere Aufgabe ist? Soll unsere Erde eine Heimat für alle Menschen und Tiere bleiben, muss sich ganz schnell sehr viel ändern. Das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens zu erreichen, könnte dabei entscheidend sein.

„Und nun noch das Wetter.“ Unser Wetter ist längst keine Bagatelle am Ende der Nachrichtensendungen mehr. Nicht für die Flutopfer im Ahrtal, in Erftstadt-Blessem oder im Morsbachtal – für keinen von uns.

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