Hochwasser

Das Unwetter hat Spuren hinterlassen

Nicht alle Brücken haben den Wassermassen standgehalten. Aber: Wandern ist dennoch möglich. Foto: Michelle Jünger
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Nicht alle Brücken haben den Wassermassen standgehalten. Aber: Wandern ist dennoch möglich.

Eifgenbach ist nicht wiederzuerkennen.

Von Michelle Jünger

Das ganze Bergische Land ist durchzogen von Wanderpfaden, die mit verschiedenen Schwierigkeitsstufen stets von A nach B führen. Doch die Anbindung von manchen Orten war lange ein Problem, da direkte Busverbindungen oft nicht bestanden haben. Dem hat der Verkehrsverbund Rhein-Sieg mit dem Bergi-schen Wanderbus mittlerweile abgeholfen. An jedem Wochenende und auch an Feiertagen verkehrt der Bus mit der Nummer 267 zwischen Rösrath und Wermelskirchen und fährt dabei auch die entlegensten Gegenden an, um dort die Wanderer einzusammeln.

Auch am vergangenen Samstag ist der Bus wieder gefahren – obwohl das Unwetter und die hohen Pegelstände der letzten Tage das zunächst höchst fraglich gemacht hatten. Bei einer knapp elf Kilometer langen Wandertour über den Jakobsweg von Wermelskirchen-Neuemühle bis Odenthal-Altenberg, zeigte sich das Ausmaß der Fluten, die sich erbarmungslos ihren Weg gebahnt hatten.

Der sonst so kleine Bach Eifgen führt mehr als genug Wasser, um auch für Kanuten oder Kajakfahrten geeignet zu sein. Die Wiesen rund um den Bach sind rundherum oft über mehrere Meter in Fließrichtung plattgedrückt, teilweise sind Äste und Geröll in einer breiten Schneise verteilt, wo das Wasser den Berg hinabge-schossen ist.

Der Eifgenbach bekommt auch Zulauf von vielen kleinen Nebenarmen, die munter vor sich hinplätschern. Wer derzeit gerne wandert, sollte deshalb auf jeden Fall ein paar trockene Socken mitnehmen. Manche Wege sind nicht nur schlammig, sondern auch teils vollständig unter Wasser gesetzt. Die meisten Brücken haben aber die Fluten gut über-standen, so dass Überquerun-gen kein Problem sind. Zwei Brücken hat es aber dennoch erwischt.

Auch einen gefällten Baum hat es den Abhang hinuntergespült, mitten auf den Weg, der auch recht tief unter Wasser steht. Dadurch mutet aber die eigentlich so idyllische Wanderroute doch gleich abenteuerlicher an.

Die Aufräumarbeiten sind in vollem Gange

Unmöglich macht das alles Wanderungen jedoch nicht, und an zahlreichen Orten, wie an der Rausmühle, sind die Aufräumarbeiten im vollen Gange. Obwohl es von Anfang an trocken ist, sind wenig Wanderer unterwegs, ebenso Spaziergänger. Dabei entwickelt es sich mit angenehmen 25 Grad Celsius und Sonnenschein zu einem wunderbaren Tag zum Wandern.

Es macht beinahe den Anschein, dass das Wandern als wiederentdeckte Freizeitbeschäftigung während der Pandemie seinen Reiz bereits wieder verloren hat. Das liegt aber eher daran, dass viele Gastronomien oder Anlaufstellen derzeit noch geschlossen sind. Teilweise aufgrund der Pandemie, aber nun auch wieder, da sie vom Hochwasser betroffen sind.

Ein Kiosk am Ende des Wan-derweges in Altenberg wurde sichtlich unterspült, drumherum herrscht Chaos. Eigentlich ist das der Ort, wo sich der Busfahrer des RVK (der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte) zwischendurch kurz einen Kaffee holt. Jeden Samstag fährt er nun wieder den ganzen Tag zwischen Rösrath und Wermelskirchen hin und her und bringt Wanderer entweder zu ihren Startpunkten oder sammelt sie nach dem Marsch wieder ein. „Seit wir wieder fahren, wird das Angebot wirklich gut angenommen. Der Bus ist immer wieder kom-plett voll!“, sagt er. Der Busfahrer ist ganz das kölsche Original und auch mit einigen Fahrgästen per Du. Manche nutzen das Angebot auch für Kaffeefahrten in entlegenere Gegenden wie Maria an der Aue.

Übrigens ist auch der Fahrradbus wieder im Bergischen unterwegs. Wie der Wanderbus verbindet er mit einem großen Fahrradanhänger die verschiedenen bergischen Städte miteinander.

Hintergrund

Seit Anfang Juli verkehren die Bergischen Wander- und Fahrradbusse wieder zwischen den Städten im Bergischen Land bis hin ins Rheinland oder in den Oberbergischen Kreis. Ob in Rösrath, Wipperfürth, Bergisch Gladbach oder Wermelskirchen, überall sind Wander- wie Fahrradwege in direkter Umgebung der Bushaltestellen erreichbar. Auf den Websites kann man Touren und Ausflugsziele finden, die mit den Bussen erreichbar sind. Tickets kann man über die VRS-App erwerben.

www.dasbergische.de

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