Mein Blick auf die Woche in Wermelskirchen

Das Thema „Wolf“ erhitzt die Gemüter

anja.siebel@rga.de
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Der Wolf hat Wermelskirchen erreicht - oder doch nicht? WGA-Redakteurin Anja Carolina Siebel rät, sich erst einmal nicht verunsichern zu lassen und sich über den „bösen“ Vierbeiner zu informieren.

Es changiert grau-braun im Dickicht. Ein Tier streift umher. Vogelwild ist es sicher nicht. Aber Fell hat es. Das könnte doch
. . . ein Wolf sein? Viele solcher vermeintlichen Begegnungen mit dem „bösen“ Raubtier aus dem Märchen hat es in den vergangenen Tagen in und um Wermelskirchen gegeben. Nachdem eine junge Reiterin berichtet hatte, im Wald nahe Tente einem Wolf begegnet zu sein. Kurioserweise häufen sich erst danach die Meldungen über vermeintliche weitere Begegnungen. Ob es sich tatsächlich um einen Wolf handelt, ist selbst nach der glaubhaften Schilderung der 14-Jährigen nicht nachweisbar. Denn Kot- oder andere DNA-Spuren ließen sich am Folgetag nicht sichern.

Also bleibt, sich mal dort zu informieren, wo man sich mit Wölfen, deren Eigenarten und Lebensräumen auskennt. Beim Landesamt für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz zum Beispiel. Oder beim Veterinäramt des Kreises. Dort arbeiten Menschen, zum Teil sogar ehrenamtlich, die sich seit Jahrzehnten mit dem Thema Wolf beschäftigen. Sie wissen zum Beispiel, dass manches Tier zwar wie ein Wolf ausschaut, es aber keiner ist. Wolfsähnliche Hunde zum Beispiel. Auch Fotos oder Videoaufnahmen von großen Füchsen haben die Mitarbeitenden dort schon zugesandt bekommen. Immer mit dem Hinweis, das sei ein Wolf. Oft ist das aber eine Fehleinschätzung von Laien.

Auch häufen sich die Geschichten, die Wölfe würden sich an Menschen vergreifen, vor allem Kinder seien gefährdet im Wald. Die Wolfs-Kenner sagen dazu: Zwar könne es tatsächlich sein, dass auch in unseren Wäldern im Bergischen mal ein Wolf auf der Durchreise sei – bestätigt wurde das zuletzt in Radevormwald. In den allermeisten Fällen seien die Wölfe aber menschenscheu, würden sich zurückziehen, wenn Menschen ihre Wege kreuzen. Jungtiere seien manchmal etwas neugieriger. Wenn man sich ruhig verhalte, nicht auf sie zugehe, aufrecht und besonnen seinen Weg im Wald fortsetze, den Hund an der Leine und eng am eigenen Körper führe, seien sie aber für Mensch und Hund keine direkte Gefahr.

Kurios eigentlich, dass es gerade der Wolf ist, der solch eine Hysterie bei den Menschen auslöst. Wildschweine beispielsweise haben bereits viel mehr angestellt. Sie zerstörten bereits Vorgärten, rannten zum Teil durch Innenstädte und verwüsteten Geschäfte. Und mit einem Wildschwein, von denen es in den Wäldern viele gibt, möchte man sicher auch nicht Auge in Auge stehen. Aber der „böse Wolf“ hat offenbar doch immer noch eine andere Strahlkraft.

FLOP Von wegen Schneewalzer: Chaos im Bergischen.

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