Wermelskirchen

Konzert von PAEM: Das Publikum singt am Ende mit

Gitarrist Pieter Metselaar (links), Bassist Michiel Stander (rechts) und Sängerin Änne Schulte in der Mitte.
+
Gitarrist Pieter Metselaar (links), Bassist Michiel Stander (rechts) und Sängerin Änne Schulte in der Mitte.

Im Haus Eifgen begeisterte das Trio PAEM das Wemelskirchener Publikum.

Von Peter Klohs

Seit Jahren ist es eine schöne Tradition, dass das Trio PAEM ein Konzert im Wermelskirchener Haus Eifgen spielt. Und das nicht von ungefähr: Sängerin Änne Schulte stammt aus der Stadt, hat im Eifgen also ein Heimspiel. Dementsprechend gut besucht sind die Konzerte jedesmal. Wie Michael Dierks kurz vor Beginn des musikalischen Abends sagt, ist es weniger ein „klassisches Pop- und Rockkonzert“ als ein Klassentreffen. „Da treffen sich Leute, die über die Jahre Fan geworden sind und sich ansonsten selten oder nie sehen. Es ist eine große und laute Fete.“

In der Tat: Beim Eintritt ins Haus Eifgen ließen sich niederländisch sprechende Gäste ausmachen. Auch das nicht von ungefähr: Die Begleiter von Änne Schulte sind Pieter Metselaar auf der Gitarre und der Bassist Michiel Stander, beides Niederländer. Die Anfangsbuchstaben der Vornamen der Musiker ergeben den Namen PAEM: Pieter, AEnne (weil das Ä im Niederländischen nicht vorkommt) und Michiel.
Mehr Nachrichten aus Wermelskirchen

Es ist schwer zu schätzen, wie viele Gäste den Abend im Haus Eifgen verbringen. Das Konzert ist kostenlos, die Musiker spielen auf den Hut. Der Verkauf von Eintrittskarten kann also keinen Ansatz bieten, die Zahl der Besucher zu benennen. Es mögen zwischen 150 und 200 sein. Der Geräuschpegel der geführten Gespräche ist erheblich und lässt auch während des Konzertes kaum nach. Einige Besucher sind in PAEM-T-Shirts gekleidet.

Der Begrüßungsapplaus für das Trio ist frenetisch. Ein lässiger Groove kommt noch zögerlich von der Bühne, ein cooles, leicht swingendes Riff, das man von „Walk on the wild side“ kennt, dem bekanntesten Stück von Lou Reed. Änne weiß, dass dies ein eher unüblicher Einsteiger ist. „Wir fangen ruhig an und bauen den Abend so langsam auf“, verspricht sie. „Wunderbar“ ist das Motto des Konzertes, weil Änne und ihre Mitmusiker es „wunderbar finden, dass ihr alle heute Abend hier bei uns seid.“

Nach einer countrynahen Ballade singt Änne einen Blues. Aber dann ist es genug mit der Aufwärmphase und das Tempo der Musik wird etwas angezogen. „Jetzt kommen ein paar Lieder zum Mitsingen“, kündigt die Sängerin an, „das klappt hier im Eifgen immer sehr gut.“ Aber das erste Mitsingstück, „I’m yours“ von Jason Mraz, scheint im Rund der Gäste wenig bekannt zu sein. Erst danach kommt das Publikum langsam auf Touren. „Sunny“ kommt von der Bühne, leicht angeswingt, ganz im Sinne seines Erfinders Bobby Hebb. Das Gitarrensolo von Pieter Metselaar ist, nun ja, nicht so toll, aber die Gäste kennen die letzte Zeile des Liedes („I love you“) sehr genau und singen mit.

Von Sunny zum Champs-Élyssées ist es ein Stück zu gehen, auch musikalisch liegen Welten zwischen den beiden Kompositionen. Aber PAEM schreckt das nicht, und schon erklingt das 1969 von Joe Dassin aufgenommene Chanson. Jetzt singt bereits die Hälfte des Publikums mit. Trotzdem sind die Gespräche an den Tischen nicht verstummt, und Michael Dierks muss die Lautstärke etwas erhöhen, damit das Trio überall gehört wird.

Leider hört man hier und da, dass die Musiker allesamt Amateure sind und aus reiner Freude an der Musik ein Konzert spielen. Manche Gitarrenakkorde sind nicht korrekt oder unsauber, und Pieter Metselaar muss bei den etwas komplexeren Stücken die richtigen Akkorde erst einmal finden („Purple Rain“). Aber wen stört das schon bei einem „Klassentreffen“?

Änne Schulte, Frontfrau der Jazzband „Satin Doll“, ist eine sehr gute Sängerin, wie sie in „Jolene“ von Dolly Parton beweist, das viel schwieriger zu singen ist, als man gemeinhin meint. Als ersten Höhepunkt gibt es „Crazy little thing called love“, ein Song von Queen, und hier vermisst man das fehlende Schlagzeug schon ein wenig. Trotzdem groovt und swingt es angenehm, und das Publikum hat seinen Spaß, und das soll doch die Hauptsache sein.

Im Prinzip geht es an diesem Samstagabend nicht um die Musik. Es geht darum, sich ungezwungen treffen zu können, mit alten Freunden zu klönen, einige Gläser Wein oder Bier mit ihnen zu leeren und vielleicht Erinnerungen auszutauschen und dabei etwas bekannte und beliebte Musik zu hören. Und mitzusingen. Solange man das noch kann in diesen ungewissen Zeiten.

Konzerte

Die anstehenden Konzerte versprechen erstklassige Musik im Haus Eifgen: Am 30. Oktober spielt der amerikanische Gitarrist Dudley Taft deftigen Bluesrock. Am 4. November wird der Crossover-Jazzer Ron Minis mit seiner Show das Eifgen aufmischen. Jane und Fargo spielen am 19. November im Eifgen.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

WiW lässt Weihnachtsmarkt aufleben
WiW lässt Weihnachtsmarkt aufleben
WiW lässt Weihnachtsmarkt aufleben
Netzwerk versorgt Kranke zu Hause
Netzwerk versorgt Kranke zu Hause
Netzwerk versorgt Kranke zu Hause
Eine Plane über dem Motorrad reicht nicht
Eine Plane über dem Motorrad reicht nicht
Eine Plane über dem Motorrad reicht nicht
Einbruch in Kita an der Jahnstraße
Einbruch in Kita an der Jahnstraße
Einbruch in Kita an der Jahnstraße

Kommentare