Das Ende der Pandemie kommt so sicher wie Weihnachten

Eine Geistliche macht sich Gedanken

Von Anita Königsmann, Gemeindereferentin, St. Suitbertus Remscheid

Kommenden Sonntag beginnt die Adventszeit. Sie ist eine Zeit des Wartens. Warten auf das Weihnachtsfest. Warten auf die Ankunft des Erlösers. Warten erfordert Geduld. Als Kind kam mir die Zeit bis Weihnachten unendlich lang vor. Wann ist es endlich so weit? Geduld zu haben ist nicht leicht, wenn man nicht weiß, wie lange es noch dauert. Das gilt für Erwachsene wie für Kinder.

Wie riskant es sein kann, ungeduldig zu sein, zeigt eine kleine Geschichte über einen Bauern, der ungeduldig dem Wachsen seiner Saat zusah. Jeden Tag schaute er, wie weit sie nun gewachsen war. Und es ärgerte ihn, dass die Saat seines Nachbarn schon viel weiter war. Er überlegte, wie er der Saat beim Wachsen nachhelfen könne. Nachts ging er hin und begann an allen Halmen kräftig zu ziehen. Das war eine mühsame Arbeit. Aber schließlich war er fertig. Als er dann am nächsten Tag nachschaute, erlebte er eine böse Überraschung: Er hatte alle Halme aus der Erde herausgezogen und die ganze Saat war verdorrt. Und die Leute lachten noch lange über den Bauern, der in Ungeduld seiner Saat beim Wachsen helfen wollte.

Ungeduld ist riskant. Es gibt Dinge im Leben, die können wir in Ungeduld nicht abkürzen. Das erleben wir zurzeit auch in der Corona-Pandemie. Alles dauert nun schon so lange: Masken, Abstände, Einschränkungen . . .

Wann ist das endlich vorbei? Vor wenigen Wochen noch sah es so aus, als könnte es einen Weg aus der Pandemie geben. Immer mehr Geimpfte, niedrige Ansteckungszahlen – und heute? Die Pandemie erreicht einen dramatischen Höhepunkt. Es ist schlimmer als zuvor. Waren wir zu ungeduldig?

Bei manchen ist sicher zwischenzeitlich der Geduldsfaden gerissen. Das ist menschlich verständlich. Und dennoch hilft es nur, konsequent und geduldig in Vorsicht und mit der Bereitschaft sich impfen zu lassen an einer Veränderung der Situation zu arbeiten. Es gibt keine Abkürzungen. Und der Weg ist lang. Jetzt ist es wichtig, dass doppelt Geimpfte sich boostern lassen. Aber auch Ungeimpfte sind aufgerufen, soweit es ihnen gesundheitlich möglich ist, durch ihre Impfung einen Beitrag dazu zu leisten, dass wir bald wieder normale Verhältnisse erreichen.

Weihnachten kommt sicher – das war meine Erfahrung in der Kindheit, als ich dachte, es dauert unendlich lang.

Aber ebenso bin ich sicher, wenn alle geduldig mit dazu beitragen, dass auch ein Ende der Corona-Pandemie kommen wird.

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