Damenmode schließt, Anzugkultur baut aus

Jörg und Dina Michels haben neue Pläne für „Sweetex“. Foto: Kathrin Kellermann
+
Jörg und Dina Michels haben neue Pläne für „Sweetex“.

In der Carl-Leverkus-Straße hat Jörg Michels viel vor

Von Kathrin Kellermann

Das war’s: Pullover, T-Shirts, Jacken und Hosen für Damen, die noch bei „Sweetex Lifestyle“ in der Carl-Leverkus-Straße angeboten werden, müssen alle raus. „Wir machen einen großen Räumungsverkauf, weil wir das Damenmodegeschäft Ende September schließen werden“, kündigt Inhaber Jörg Michels an.

Natürlich würde das nicht für die Braut- und Abendmode der „Hochzeitsstraße“ gelten, beeilt er sich zu versichern. Im Gegenteil: Auf sein Herzensgeschäft wolle er sich künftig noch mehr konzentrieren. Aber Michels und Ehefrau Dina verabschieden sich davon, T-Shirts und Co. zu verkaufen. Denn: „Das modische Einkaufsverhalten der Damen hat sich in den vergangenen Jahren doch stark verändert“, erklärt er den Entschluss.

Käuferinnen, die sich bei einem Schaufenster-Bummel inspirieren lassen, würde es heute kaum noch geben. „Heute haben die Damen ganz konkrete Vorstellungen einer gelben Bluse, die einen besonderen Schnitt und einen ganz bestimmten Gelbton haben muss“, erzählt er seufzend. Das könne kein Geschäft bieten, lediglich der Online-Handel könne da mithalten. Auch die Preispolitik habe ihn zuletzt genervt: „Zu viele Kundinnen kaufen nur noch reduzierte Ware ein und suchen auch gezielt nach Schnäppchen. Das ist ja schön, aber wir wollen uns nicht über den Rotstift qualifizieren. Dafür ist das Internet da. Uns liegt die Beratung von Hochzeits- und Businesskunden mehr, als der Wettbewerb um das günstigste T-Shirt.“ Außerdem würden Billigpreise zu Billiglöhnen und zu billigerer Massenmodeherstellung führen. „Das geht auf Kosten der Umwelt und da möchten wir nicht mitspielen. Wir setzen lieber auf Nachhaltigkeit.“

Dass er sein Ladengeschäft an der Carl-Leverkus-Straße aufgibt, kommt für den selbst ernannten „Bridemaker“, der sein Markenzeichen auch als (wirklich echtes) Tattoo über der rechten Augenbraue trägt, aber nicht in Frage. Dafür hat er längst neue Pläne: „Wir bauen das Geschäft im Oktober um, damit wir uns künftig an dieser Stelle noch mehr auf Anzüge spezialisieren können.“

„Einkaufsparadies“ auf 300 Quadratmetern

Auf insgesamt 300 Quadratmetern und auf zwei Etagen sollen die Herren nach dem Umbau ein Einkaufsparadies vorfinden, verspricht Jörg Michels. „Bereits heute kommen viele Herren aus ganz NRW, um bei uns Anzüge zu kaufen“, sagt er. „Jetzt werden wir das Sortiment erweitern, um mehr große Anzuggrößen und eine größere Auswahl an Hemden, Herrenschuhen und Accessoires zu bieten.“

Schließlich würden die Männer von der Mode oft vernachlässigt, erklärt er. Das soll sich mit der neuen, größeren „Anzugkultur“, die er als „Einkaufserlebnis“ konzipieren will, aber ändern.

Am meisten freut sich Jörg Michels auf die Gin- und Rumecke, die er extra dort einrichten will, „damit es eine richtig coole Jungs-Location wird“, verrät er lachend. Die Eröffnung soll Anfang November sein. Was Jörg und Dina Michels bis dahin auf jeden Fall vorhaben: „Wir werden in den nächsten Wochen noch mal im Geschäft mit allen unseren lieben Kundinnen plaudern und uns für ihre Treue bedanken.“

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Medizinerin eröffnet neue Hautarztpraxis
Medizinerin eröffnet neue Hautarztpraxis
Medizinerin eröffnet neue Hautarztpraxis
Veranstalter stehen weiter unter Druck
Veranstalter stehen weiter unter Druck
Veranstalter stehen weiter unter Druck
A la carte steht ganz im Zeichen der Kultur
A la carte steht ganz im Zeichen der Kultur
A la carte steht ganz im Zeichen der Kultur
Maria in der Aue hat bewegende Historie
Maria in der Aue hat bewegende Historie
Maria in der Aue hat bewegende Historie

Kommentare