Corona senkt Zahl der Verkehrsunfälle

Neue Unfallhäufungsstelle in Wermelskirchen: in Limmringhausen die L 101. Archivfoto: jumo
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Neue Unfallhäufungsstelle in Wermelskirchen: in Limmringhausen die L 101. Archivfoto: jumo

Polizeiliche Statistik: 2020 gab es 13,5 Prozent weniger Unfälle als 2019 - dafür aber mehr Verletzte

Von Markus Schumacher

Deutlich hat im Kreisgebiet die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle im vergangenen Jahr abgenommen: 2020 gab es 13,5 Prozent weniger als noch 2019. Mit dieser guten Nachricht eröffnete Daniel Mohr, Leiter der Direktion Verkehr der Kreispolizeibehörde des Rheinisch-Bergischen Kreises, gestern die virtuelle Pressekonferenz der Kreispolizeibehörde. Dass er dann mit Landrat Stephan Santelmann und Polizeihauptkommissar Stefan Schubert keine Sektkorken knallen ließ, verhinderten bittere Zusatzinformationen: Denn der Anteil der Verkehrsunfälle mit Personenschäden stieg um 1,5 Prozent.

„Diese Entwicklung hängt vor allem mit den Ausgangsbeschränkungen und anderen Pandemieschutzmaßnahmen zusammen“, führte Polizeirat Mohr den Rückgang der Verkehrsunfälle aus, „diese führten im abgelaufenen Jahr zu einem deutlich niedrigeren Verkehrsaufkommen.“ Und damit auch zu weniger Unfällen. Während besonders der Berufsverkehr abgenommen hätte, sei aber gleichzeitig ein stärkerer Freizeitverkehr wahrzunehmen gewesen.

Die Zahlen der verunglückten Kinder, Jugendlichen, der Jungen Erwachsenen sowie der Senioren lagen allesamt unter denen des Vorjahres, meldete Mohr. Gestiegen seien sie allerdings in der Altersgruppe der Erwachsenen: von 573 auf 593.

„Nichtsdestotrotz ereigneten sich 2020 bedauerlicherweise drei Verkehrsunfälle, bei denen drei Menschen – eine Erwachsene, eine Seniorin und ein Senior respektive ein Radfahrer, eine Fußgängerin und eine Krad-Fahrerin – ums Leben kamen“, erinnerte der Polizeirat. In Betrachtung der vergangenen 25 Jahre bedeute die Zahl drei aber einen historischen Tiefstwert im Kreisgebiet.

Einen tödlichen Unfall gab es in Limmringhausen

Einer der tödlichen Unfälle hatte sich in Wermelskirchen ereignet: Am 15. September war um 17.50 Uhr eine 44-jährige Fahrschülerin aus Leverkusen mit einem Fahrschul-Motorrad auf der L 101 zwischen Limmringhausen und Luchtenberg in einer leichten Rechtskurve in den Gegenverkehr geraten - dort kollidierte sie dann mit einem entgegenkommenden Kradfahrer aus einer Dreier-Gruppe. Die Frau prallte mit dem Kopf gegen einen Baum. Sie wurde noch ins Marienkrankenhaus Bergisch Gladbach gebracht, wo sie aber gegen 19.30 Uhr verstarb. Eine Konsequenz aus diesem Unfall: Der L 101 Abschnitt 11 von Kilometer 2,7 bis 3,2 gilt nun als zusätzliche Unfallhäufungsstelle im Rheinisch-Bergischen Kreis. Es gab dort 2018 schon insgesamt 4 Unfälle (davon einen mit Verletzten), ein Jahr später waren es drei (und einer mit Verletzten), in 2020 dann schließlich sechs (davon vier mit Verletzten).

Unfallhäufungsstellen gibt es nun insgesamt sieben in Wermelskirchen. Neben der L 101 sind dies die Remscheider Straße, Opladener Straße Altenberger/Hilgener Straße, Altenhof, Halzenberg, Hülsen und Zurmühle. In Burscheid bleibt es bei zwei: Lungenstraße/Eichenplätzchen und Bürgermeister-Schmidt-/Geilenbacher/Pfarrstraße. An solchen Stellen erforscht die Polizei die Unfallursachen und erarbeitet Beseitigungsvorschläge. In der Unfallkommission (mit Straßenverkehrs- und Straßenbaubehörden) werden dann Abhilfemaßnahmen ausgearbeitet und später auch durchgeführt. Bis auf Altenhof meldet die Polizei zu den Wermelskirchener und Burscheider Unfallhäufungsstellen: „Ja, alle Maßnahmen sind komplett erledigt.“ So gebe es zum Beispiel in Zurmühle seit 2018 keinen Unfall mehr. Erfolge an den anderen Stellen seien aber wohl erst im kommenden Jahr zu erkennen.

Um ein Drittel gestiegen ist die Zahl der Unfallfluchten nach Verkehrsunfällen mit Verletzten: 2020 hauten 84 Fahrer nach einem Zusammenstoß einfach ab, 2019 waren es 63 gewesen. Doch auch hier hat Polizeirat Mohr etwas Positives beizutragen: „72,6 Prozent dieser Unfallfluchten können wir aufklären.“ Das gelang 2019 nur in 60,3 Prozent der Fälle.

Einen Schwerpunkt der Verkehrsüberwachung bilden auch in Zukunft Motorradfahrer: Hier nahm 2020 die Zahl der Verunglückten um 20 Prozent zu; von 88 in 2019 auf 106 im vergangenen Jahr. Das hänge vor allem mit dem stärkeren Freizeitverkehr wegen Corona zusammen. Die Polizei arbeitet hier bereits in einem Netzwerk mit benachbarten Polizeibehörden zusammen, um ein „Ausweichen“ zu verhindern.

Unfallstatistik

Unfälle: Es gab 2020 im Rheinisch-Bergischen Kreis 838 Verkehrsunfälle mit Personenschaden, davon 113 in Wermelskirchen und 46 in Burscheid.

Schwerverletzte: Im Kreis 240, davon 52 in Wermelskirchen und 9 in Burscheid.

Leichtverletzte: Kreis 767, Wermelskirchen 95, Burscheid 44.

Erwachsene: Stärkste Altersgruppe, 503 im Kreis, 100 in Wermelskirchen und 33 in Burscheid.

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