Corona-Schnelltests werden beliebter

Laura Stark, Jeanne Altfeld und Jill Brunnmayr (v. l.) freuen sich auf Testpersonen. Foto: Anja Carolina Siebel
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Laura Stark, Jeanne Altfeld und Jill Brunnmayr (v. l.) freuen sich auf Testpersonen.

Das Drive-In an der Albert-Einstein-Straße hat auch am Wochenende geöffnet

Von Anja Carolina Siebel

Marion Lück nutzt das Angebot rege. Die Wermelskirchener Bürgermeisterin lässt sich nach eigener Aussage „fast jeden Tag“ mit einem Antigen-Schnelltest auf das Coronavirus testen. Meist macht sie das beim Team der Lebenshilfe im Foyer des Bürgerzentrums. „So wie viele der städtischen Mitarbeiter auch“, betont Lück. Das Angebot direkt im Haus würde „super angenommen“, hat die Bürgermeisterin beobachtet. Auch vor den immer noch stattfindenden Ausschusssitzungen würden sich die meisten der Teilnehmer aus Sicherheitsgründen testen lassen.

Marion Lück hat aber auch schon mal das neue Test-Drive-In an der Albert-Einstein-Straße besucht. „Das ist natürlich super für die Wochenenden oder Feiertage“, sagt sie. Denn das Team des Drive-Ins hat auch samstags und sonntags jeweils von 8 bis 18 Uhr geöffnet.

„Die Zeiten sind natürlich stramm für uns“, räumt Jeanne Altfeld ein. Die Leiterin des Testzentrums in der Albert-Einstein-Straße 15 werden viele Wermelskirchener aus einem ganz anderen Kontext kennen. Sie ist eine bekannte Sängerin, die ihre Karriere in Wermelskirchen begann und inzwischen über Ländergrenzen hinweg Musik macht. „Bis vor einigen Wochen war ich noch in einem Club auf Fuerteventura gebucht“, erzählt die Wermelskirchenerin, aber: Sie nahm sich vor, in der Pandemie „etwas für die Allgemeinheit“ tun zu wollen – und kehrte in die Heimat zurück. „Hier habe ich mich dann an die Unternehmer von Preventim gewandt, die ich von Veranstaltungen kenne“, berichtet Altfeld. Das Unternehmen ist Betreiber des Schnelltestzentrums im Industriegebiet.

Der Betrieb auf dem Parkplatz war am vorigen Wochenende schon ordentlich, gleichwohl es laut Jeanne Altfeld „noch viel besser laufen könnte“. Sie hofft, dass mit den sukzessiven Öffnungen, zum Beispiel von Restaurants, die jetzt anstehen, die Nachfrage noch höher werden wird. Bisher haben sich rund 1200 Menschen an der Albert-Einstein-Straße testen lassen.

Mit einem Smartphone und der kostenlosen App Chayns funktioniert das Prozedere dort am besten. Alternativ könne auch die Website www.wermelskirchen-testet.de genutzt werden: Einfach Termin vereinbaren, am Drive-In vorfahren, mit dem Handy einen QR-Code scannen, Ausweis vorzeigen, Test durchführen lassen und dann ist das zertifizierte Ergebnis 15 bis 20 Minuten später in der ‚Wallet‘ der App auf dem Handy.

„Wir nehmen die Sache ernst“, unterstreicht Jeanne Altfeld, die derzeit während der kompletten Öffnungszeit des Testzentrums vor Ort ist. „Aber wir möchten auch ein bisschen Lockerheit in die Sache bringen.“ Deshalb läuft immer Musik im Hintergrund – und: Die Getesteten bekommen eine Süßigkeit, wenn sie mit dem Auto wieder losdüsen. „Weil sie so tapfer waren“, sagt Jeanne Altfeld.

„Wir hatten bisher noch kein positives Testergebnis.“

Jeanne Altfeld

Das etwa zehnköpfige Team, das immer mit vier Personen vor Ort die Abstriche vornimmt, nimmt die Proben ausschließlich über die Nase. Eine Markierung zeigt, wie tief das Teststäbchen genau in die Nase muss. „Etwa zehn Zentimeter“, zeigt Mitarbeiterin Jill Brunnmayr, die bereits geübt ist. „Die Mitarbeiter haben alle eine Schulung bei den Johannitern gemacht“, erklärt Jeanne Altfeld. Sie selbst hat neben der Schulung häufig in anderen Teststellen über die Schulter geschaut. „Bisher“, sagt sie, „hatten wir tatsächlich noch keinen positiven Test.“ Sollte das aber so sein, wird sofort das Gesundheitsamt informiert. Die übrigen Testergebnisse werden zusammengefasst dem Gesundheitsamt übermittelt. Die Getesteten bekommen ein offizielles Zertifikat auf ihr Smartphone oder per Mail übermittelt.

Jeanne Altfeld möchte mit dem Testzentrum „den Menschen etwas Freiheit schenken“. Und: „Den Dienstleistern die Möglichkeit geben, wieder öffnen und Gäste und Kunden empfangen zu können“, sagt sie. | Standpunkt

Standpunkt

Von Anja Carolina Siebel

Zugegeben: Sie sind eine kleine Krücke, die Antigen-Schnelltests. Sie geben keine hundertprozentige Sicherheit und stellen nur eine kleine Momentaufnahme her. Studien haben aber gezeigt, dass eine Vielzahl von Infektionen durchaus mit dieser Methode, wenn sie denn richtig angewendet wird, entdeckt werden kann. Und das wird gerade jetzt interessant, da die Sieben-Tages-Inzidenzen im Rheinisch-Bergischen Kreis und benachbarten Kommunen merklich sinken. Lockerungen stehen an. Beispielsweise der Besuch der Außengastronomie eines Restaurants. Und das ist zurzeit, wenn man noch nicht geimpft oder von einer Covid-19-Erkrankung genesen ist, eben nur mit dem Nachweis eines Antigen-Schnelltests möglich. Und die meisten können es wohl kaum noch abwarten, endlich wieder in einem Biergarten oder einem Café zu sitzen und sich im Freien ein kühles Getränk oder ein Stückchen Kuchen schmecken zu lassen. So ganz ohne mitnehmen. Aber eben mit einem Test. Deshalb gewinnen die künftig wohl noch mehr an Bedeutung. Für die Freiheit, die wir doch alle ein bisschen wieder zurückgewinnen möchten. | Corona-Schnelltests werden . . .

anja.siebel @rga.de

Test-Center

Das Testzentrum an der Albert-Einstein-Straße (Parkplatz Firma Rasspe) ist wochentags von 6.30  bis 20 Uhr geöffnet. An Wochenenden und Feiertagen können Kunden von 8 bis 18 Uhr vorfahren und sich testen lassen. Die Anmeldung erfolgt über die App Chayns oder die Webadresse www.wermelskirchen-testet.de. Am günstigsten ist es, mit dem Auto vorbeizukommen und den markierten Linien zu folgen. Die Mitarbeiter erklären dann das weitere Prozedere an der Teststation.

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