Virus

Corona: Regeln bleiben weiter streng

Seniorinnen und Senioren gilt ein besonderer Schutz. Eine Pflegerin hält in einem Altenheim die Hand einer Bewohnerin.
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Seniorinnen und Senioren gilt ein besonderer Schutz. Eine Pflegerin hält in einem Altenheim die Hand einer Bewohnerin.
  • Susanne Koch
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Maskenpflicht und regelmäßiges Testen im Krankenhaus und in den Senioreneinrichtungen.

Von Susanne Koch

Wermelskirchen. Die Corona-Pandemie ist nicht vorbei: Und es sind vor allem die Älteren und Hochbetagten unter uns, die besonders gefährdet sind und immer noch mit schwereren Krankheitsverläufen rechnen müssen.

Seit gestern gilt die neue Corona-Schutzverordnung in NRW. Jetzt können Menschen, die an Covid-19 erkrankt sind, bereits nach fünf Tagen ihre Isolation verlassen, vorausgesetzt sie sind nicht schwer erkrankt. Doch wie sieht die Lage in den Seniorenheimen aus oder im Krankenhaus? Haben sich dort die Bestimmungen geändert?

„Zum Glück haben wir nur sporadisch mit an Corona erkrankten Bewohnern oder Mitarbeitern zu tun“, sagt Anja Laga, die stellvertretende Heimleiterin des Hauses Regenbogen. „Einmal ist ein Bewohner sogar mit Corona aus dem Krankenhaus entlassen worden. Wir mussten ihn dann aufnehmen und uns um ihn kümmern.“ Nach wie vor seien die Regeln im Seniorenheim streng. „Das ist auch richtig so, für uns ohne weitere Hilfen vom Staat und zusätzliches Personal aber eine sehr anstrengende Angelegenheit.“

Jeder Besucher, der seine Lieben im Haus Regenbogen besuchen möchte, muss entweder bereits ein negatives Testergebnis mitbringen oder wird im Altenheim getestet. „Und unsere Mitarbeiter werden dreimal die Woche in der Einrichtung getestet“, sagt Anja Laga. „Wir haben dafür kein zusätzliches Personal, sondern müssen das unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter machen lassen. Das ist immer sehr zeitaufwendig und kostet uns einige Kraftanstrengungen.“ Aber für die Bewohnerinnen und Bewohner sei das derzeit immer noch die beste Lösung. Im Haus Regenbogen leben 53 Bewohnerinnen und Bewohner. Knapp 60 Menschen arbeiten in der Pflege, in der Betreuung und in der Hauswirtschaft.

Im Seniorenpark Carpe Diem leben 99 Bewohnerinnen und Bewohner. „Bei uns arbeiten etwa 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, sagt die Heimleiterin Sigita Gemke. „Sie arbeiten aber nicht nur im Wohnheim, sondern auch in unseren ambulanten Diensten, in der Cafeteria und in anderen Dienstleistungen, die wir anbieten.“ Zum Glück sei Carpe Diem bisher ohne größere Zwischenfälle durch die Zeit bekommen. „Alle, die in unser Haus kommen, müssen FFP2-Masken anziehen“, sagt Sigita Gemke. „Und unsere Gäste müssen entweder einen Nachweis über einen negativen Test mitbringen oder sie werden bei uns getestet.“

Besuchermöglichkeiten im Krankenhaus sind eingeschränkt

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden in der Einrichtung dreimal die Woche getestet. „Das ist schon finanziell belastend für die Träger“, sagt Sigita Gemke. „Wir kommen mit diesen Maßnahmen aber sehr gut durch die Pandemie. Und deshalb bleiben wir auch dabei.“ Gerade seien aber schon einige Dinge in Vorbereitung. „Zum Glück können wir wieder ein wenig lockerer und offener werden“, sagt die Heimleiterin.

Das Krankenhaus in Wermelskirchen veröffentlicht aktuelle Informationen für Besucher auf seiner Webseite. Zum Schutz der Patientinnen und Patienten, aber auch zum Schutz der Mitarbeitenden werden immer noch die Besuchsmöglichkeiten reduziert. „Sollten im Einzelfall aus den eingeschränkten Besuchsmöglichkeiten unzumutbare menschliche Härten resultieren, sprechen Sie bitte unsere Mitarbeiter am Empfang an“, steht dort geschrieben.

Derzeit darf täglich zu den Besuchszeiten immer nur eine Angehörige bzw. ein Angehöriger einen Patienten besuchen. Alle müssen eine FFP2-Maske tragen und die Besucherinnen und Besucher müssen sich am Empfang anmelden. Dort prüfen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krankenhauses auch, ob ein negativer Test vorliegt. Er darf nicht älter als 24 Stunden sein. Eine Möglichkeit zur kostenfreien Testung gibt es im Krankenhaus vor dem Nebengebäude Haus A. Geöffnet ist die Teststelle montags bis freitags von 7 bis 12 Uhr und 14 bis 18 Uhr sowie samstags und sonntags von 10 bis 16 Uhr.

Hintergrund

Die neue Corona-Verordnung gilt seit gestern. So endet in Zukunft für Corona-Infizierte nach fünf Tagen die Quarantäne. Einen Test brauchen die Menschen dann nicht mehr. Ausgenommen: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in der Pflege arbeiten. Sie brauchen einen negativen Test, bevor sie arbeiten.

Standpunkt von Susanne Koch: Vorsicht ist sehr gut

susanne.koch@rga.de

Am liebsten würden viele das Thema Corona ganz abschütteln. Doch sieht man genauer hin, bekommt man fast täglich die Information, dass sich ein Freund, eine Freundin, ein Verwandter oder Kollege angesteckt hat. Und das sind auch bei vielen Jüngeren nicht nur milde Krankheitsverläufe. Insofern ist die Vorsicht, die das Land mit seiner Corona-Schutzverordnung weiter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Senioreneinrichtungen, bei Ärzten oder in Krankenhäusern zugutekommen lässt, mehr als berechtigt.

Denn gerade in den Senioreneinrichtungen leben höchst vulnerable Gruppen. Bei ihnen kann eine Corona-Erkrankung sogar zum Tode führen. Das muss man sich immer vor Augen führen. Die gleiche Rücksicht würden wir uns doch auch wünschen, wenn wir einmal in das Alter gekommen sind und auf fremde Hilfen angewiesen. Das Virus wird uns erhalten bleiben und wir müssen einen richtigen Umgang finden.

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