Gesundheitsamt schlägt Alarm

Corona-Lagezentrum arbeitet an der Kapazitätsgrenze

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Die Fallzahlen entsprächen nicht mehr dem tatsächlichen Infektionsgeschehen.

Von Leon Hohmann

Nicht nur die Labore sind an ihrer Grenze angelangt, auch das Corona-Lagezentrum im rheinisch-bergischen Gesundheitsamt arbeitet angesichts der Omikron-Welle am Anschlag. „Die Situation ist äußerst angespannt“, berichtet Gesundheitsdezernent Markus Fischer. „Aufgrund der immens hohen Infektionszahlen –sowohl im Bereich von Indexfällen wie auch bei betroffenen Einrichtungen im Kreisgebiet – entstehen aktuell Rückstände in der Kontaktpersonennachverfolgung“, macht er die Lage deutlich. Und die sei seit der vergangenen Woche immer angespannter geworden, hieß es am Montag aus dem Kreishaus, obwohl sich Infizierte und Kontaktpersonen laut aktuellen Regelen selbst in Quarantäne begeben und Kontaktpersonen benachrichtigen müssen.

Mittlerweile, so muss es das Kreishaus am Montag mitteilen, sei das Gesundheitsamt schon so weit am Limit, dass die gemeldeten Fallzahlen der vergangenen Tage nicht mehr der tatsächlichen Corona-Lage entsprächen. „Diese Rückstände werden schnellstmöglich aufgearbeitet, die Zahlen werden sukzessive nachgetragen“, verspricht Fischer. Wann eine vollständige Aufarbeitung erfolgt sein wird, stehe aber noch nicht fest. Konkret beziehen sich die Rückstände auf die Eingabe der Fallzahlen in eine Software, den Versand der Informationsschreiben an Kontaktpersonen von Infizierten und das Ausstellen von Quarantänebescheinigungen für Arbeitgeber.

Mitarbeiter werden aus anderen Abteilungen abgezogen

Um die Situation im Gesundheitsamt wieder in den Griff zu bekommen, will der Kreis gegensteuern. So würden zum Beispiel Mitarbeiter aus anderen Abteilungen der Kreisverwaltung vorübergehend in der Kontaktnachverfolgung eingesetzt. „Zusätzlich zur laufenden Unterstützung durch die Bundeswehr werden neue Mitarbeitende eingestellt, die die Arbeit des Lagezentrums unterstützen“, sagte am Montag ein Kreissprecher. Aufgrund dessen könnte es in anderen Bereichen der Verwaltung zu längeren Warte- und Bearbeitungszeiten kommen.

Die Corona-Zahlen: Am Montag meldete der Kreis 590 weitere Infektionen, davon 98 in Wermelskirchen und 31 in der Nachbarstadt Burscheid. Dabei handelt es sich um die Fallzahlen vom vergangenen Freitag und Samstag. Erst heute will das Gesundheitsamt die Infektionen von Sonntag und Montag bekannt geben. Am Montag waren in der Stadt 515 Personen aktuell infiziert. In Burscheid waren es 261. Das Robert-Koch-Institut (RKI) am Montag die Sieben-Tage-Inzidenz mit 758,6 aus. Angaben zu Covid-19-Patienten in Krankenhäusern konnte der Kreis nicht machen.

Standpunkt: Eigenverantwortung zählt

Von Leon Hohmann

leon.hohmann@rga.de

Die Omikron-Welle hat uns mit voller Wucht erfasst. Das ist nicht erst klar, nachdem das Kreisgesundheitsamt am Montag auf seine Überlastung aufmerksam machte. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist jüngst in schwindelerregende Höhe geschossen, ein Ende nicht abzusehen. Auch wenn die neue Corona-Variante Expertenmeinungen zufolge zu harmloseren Krankheitsverläufen führt, ist weiterhin Vorsicht geboten. Gerade jetzt gilt es noch viel mehr als zu Beginn dieser Pandemie, Eigenverantwortung zu zeigen und Rücksicht auf die Mitmenschen zu nehmen – sich selbst in Quarantäne zu begeben, wenn es nötig ist. Denn bei solch hohen Zahlen scheint es nur logisch, dass das Gesundheitsamt seinen Aufgaben immer weiter hinterherhinkt. Da müssen alle mithelfen. Dennoch bleibt die Frage, ob eine Situation wie jetzt im Corona-Lagezentrum nicht vorauszusehen war. Denn schon vor Wochen wagten Experten die düstere Prognose, dass die Inzidenz auf solch hohe Werte klettern wird. Bleibt nur zu hoffen, dass die Zahlen nicht noch weiter so extrem steigen wie zuletzt.

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