Pandemie

Corona: Arzt hat „Stress wie im Herbst“

Tobias Hopff tritt die Nachfolge von Thomas Schwitalla an. Foto: Hopff
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Tobias Hopff hat alle Hände voll zu tun. Mit etwas Sorge blickt er gen Herbst.
  • Anja Carolina Siebel
    VonAnja Carolina Siebel
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Sieben-Tages-Inzidenzen steigen wieder merklich – Mediziner empfiehlt das Tragen von Masken.

Wermelskirchen. In der Praxis von Tobias Hopff stehen derzeit die Telefone nicht still. Und immer wieder muss der Dabringhauser Mediziner und Sprecher der Wermelskrichener Hausärzte noch zusätzliche Arbeitsstunden einrichten – für die sogenannte Corona-Infektionssprechstunde, die Hopff als einer von wenigen Hausärzten noch anbietet. „Wir bieten PCR-Tests für Patienten an, die zuhause oder in einem Testzentrum einen positiven Schnelltest gemacht haben“, erklärt der Mediziner.

Er empfiehlt auch all jenen mit positivem Schnelltest, den PCR-Test beim Hausarzt zu machen: „Das ist einzuverlässiger Nachweis, zum Beispiel, wenn jemand später Probleme mit Long-Covid hat. Oder auch für den Genesenen-Status.“

Tobias Hopff selber trägt wieder Maske: „Ich verstehe nicht, warum gerade jetzt im Supermarkt oder anderen Innenräumen kaum jemand mehr die FFP-2-Maske trägt“, sagt er. „Sie bietet zumindest einen guten Selbstschutz.“

Was den Herbst angeht, hofft der Mediziner auf angepasste Impfstoffe. „Ein bisschen enttäuschend ist es ja schon, dass wir trotz der Impfungen in so hoher Zahl infiziert werden können. Ich hoffe, dass noch ein wirksamerer, an die Virusvariante angepassterer Impfstoff auf den Markt kommt und die Leute bis dahin nicht impfmüde geworden sind“, sagt Tobias Hopff.

Beim Rheinisch-Bergischen Kreis heißt es auf WGA-Nachfrage „Die personellen Kapazitäten“ seien für die Corona-Lage derzeit ausreichend, Anpassungen für weiter steigende Zahlen seien aber in Abstimmung.“ Die Impfstellen des Rheinisch-Bergischen Kreises in Burscheid und Overath würden wie geplant vorläufig bis Anfang August geschlossen bleiben. „Je nach Entwicklung der Corona-Lage werden beide Einrichtungen voraussichtlich nach den Sommerferien ab dem 10. August wieder geöffnet“, sagt eine Sprecherin des Kreises.

Nachfrage nach Impfungen ist weiter zurückgegangen

Die Nachfrage nach Impfungen gegen Covid-19 sei in den vergangenen Wochen im gesamten Rheinisch-Bergischen Kreis weiter zurückgegangen. Somit sei zunächst ein Weiterbetrieb der stationären Impfstellen des Kreises nicht vorgesehen. Die derzeit bestehende Nachfrage an Covid-19-Impfungen könne von den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten gedeckt werden.

Auf seiner Webseite bietet der Kreis eine Übersicht der Kassenärztlichen Vereinigung mit einer Auflistung der impfenden Hausärzte. Die Informationen zum Thema Impfen würden darüber hinaus permanent aktualisiert und entsprechend veröffentlicht:

www.rbk-direkt.de

Die Nachverfolgung erfolge nach der aktuellen Corona-Schutzverordnung, sagt die Sprecherin. Diese sieht vor, dass infizierte Personen ihre Kontaktpersonen eigenständig informieren. Informationen zu den Pflichten von Infizierten und Kontaktpersonen gibt es ebenfalls auf der Homepage des Rheinisch-Bergischen Kreises. Um Einrichtungen wie Senioren- oder Behinderteneinrichtungen kümmere sich der Kreis auch weiterhin intensiv, betont die Sprecherin.

Auch vonseiten der Stadtverwaltung herrscht zurzeit noch keine erhöhte Corona-Alarmbereitschaft. „Derzeit gibt es noch keine Planung, die bestehenden Corona-Regelungen zu verschärfen“, sagt Stadtsprecherin Kathrin Kellermann auf WGA-Nachfrage. „Wir empfehlen weiterhin das Tragen einer Maske beim Zusammentreffen mehrerer Personen, verzichten allerdings auf eine entsprechende Verpflichtung. Darüber hinaus stellen wir unverändert allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Selbsttest pro Woche zur Verfügung.“ Beschäftigte in den Kitas würden drei Selbsttests pro Woche erhalten. Die coronabedingte Ausfallquote ist in den Ämtern und Einrichtungen der Stadtverwaltung sei noch nicht spürbar angestiegen.

Inzidenz

Die Sieben-Tages-Inzidenz im Rheinisch-Bergischen Kreis betrug am Donnerstag 798,9 und lag damit höher als etwa im Oberbergischen Kreis (741,6). Spitzenreiter in der bergischen Region ist derzeit Solingen mit einer Sieben-Tagesinzidenz von 1013,9 (Donnerstag). In Remscheid betrug sie 923.

Standpunkt von Anja Carolina Siebel: Sorgfältig abwägen

anja.siebel@rga.de

Eine Corona-Sieben-Tages-Inzidenz von fast 1000 im Kreis. Und das mitten im Sommer. Bisher ist das noch nicht da gewesen. Die Telefone der Hausärzte stehen nicht still, weil sich immer mehr Menschen mit dem Virus infizieren. Und doch scheint die Unbekümmertheit der meisten weiterhin da zu sein. Kaum jemand trägt im Supermarkt oder im übrigen Einzelhandel noch Maske, die Gastronomiebetriebe sind voll – auch in den Innenräumen, Partys finden wieder statt. Das ist auch verständlich und prinzipiell ja auch gut so. Ein bisschen Sorge bereitet da nur der Blick auf den kommenden Herbst und Winter. Bisher hat das Bundesgesundheitsministerium zwar eine „Pandemieplanung “ erarbeitet, muss darin aber mit mehreren möglichen Szenarien jonglieren, weil ja nicht klar ist, welche Virus-Varianten dann vorherrschen werden. Es gilt also, sorgsam abzuwägen. Zwischen größtmöglicher Sicherheit und dem Recht und Bedürfnis auf Freiheit.

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