Hanfprodukte

Cannabis: Händler und Apotheker wollen Verkauf

Andreas Hussels verkauft in seinem Geschäft Cannabisprodukte mit dem erlaubten Wirkstoff CBD.
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Andreas Hussels verkauft in seinem Geschäft Cannabisprodukte mit dem erlaubten Wirkstoff CBD.

In Wermelskirchen hält man sich schon bereit, sollte sich die Gesetzeslage in Zukunft ändern.

Von Arnd Janssen

Wermelskirchen. Die Frage bleibt aktuell: Wann kommt Cannabis nicht nur zum bereits legalen Verkauf zu medizinischen Zwecken, sondern auch zum freien Verkauf in lizenzierten Verkaufsstellen?

Zumindest in Wermelskirchen besteht trotz der Unklarheit durchaus Interesse und Bereitschaft, den Vertrieb künftig umzusetzen. Andreas Hussels betreibt in der Telegrafenstraße ein Fachgeschäft für E-Zigaretten, in dem er auch Hanfprodukte mit CBD verkauft – also solche Produkte, die rein medizinisch wirken und seit 2017 erlaubt sind. Sie zeichnen sich durch einen geringen THC-Anteil von 0,2 Prozent aus, welcher in bisher verbotenen Cannabis-Produkten deutlich höher ist und für das typische Gefühl des „High“-Werdens sorgt.

„Ich hoffe, dass bald sichtbar wird, wie die Auflagen sind, wer eine Verkaufslizenz bekommen kann und wie die Grenzwerte beim THC und CBD sind“, sagt Hussels, der mit dem Gedanken spielt, bald auch Cannabis zu verkaufen. Er rechnet damit, dass die Legalisierung mit Rücksicht auf EU-Recht eher eine Duldung sein wird. Das System in den Niederlanden, wo man zum Konsum in Coffeeshops gehen muss, sieht Hussels hierzulande eher nicht umsetzbar: „Was ist sonst mit dem Nichtraucherschutzgesetz ? Da verstößt man ja gegen, wenn man innen raucht.“

Noch ist Anbau, Besitz und Handel von Cannabis illegal, mittlerweile ist allerdings der Besitz und Konsum geringer Mengen in der Regel straffrei geduldet. Im Hintergrund laufen die Vorbereitungen für ein Gesetzgebungsverfahren. In diesem Jahr wird ein Entwurf aber wohl nicht mehr kommen und sicher auch noch einige Zeit in Anspruch nehmen, auch wenn die Regierung und Bundesdrogenbeauftragter Burkhard Blienert (SPD) noch im Frühsommer eine Ausarbeitung fürs Jahresende oder Anfang 2023 angekündigt hatte.

Viel zu klären gebe es unter anderem vom Gesundheitsministerium in Bezug auf Gesundheitsschutz, Anbau, Lieferketten und Besteuerung, sagte Blienert der Deutschen Presseagentur. Er warnte auch vor einer Unterschätzung der Wirkung des psychoaktiven Wirkstoffs THC. Absehbar ist der Start des legalen Verkaufs also noch nicht, zumal erst kürzlich ein Expertenteam des Bundestags in einer Analyse darauf hinwies, dass die geplante Cannabis-Legalisierung gegen EU-Recht verstoße. Andreas Hussels kann sich  vorstellen, dass lizenzierte Fachhändler, die nachweisen können, sich mit der Materie auszukennen, ins Boot geholt werden. Eine Möglichkeit sei für ihn ein „Shop-in-Shop“-System. „Ich nehme einen Händler in mein Geschäft rein und vertrete seine Produkte für ihn“, sagt Hussels.

Apothekerin: „Wir haben das Know How.“

Zumindest Apotheker in Wermelskirchen empfehlen, den Verkauf auch rein Apothekern zu überlassen. „Wir sind die richtigen Ansprechpartner: Wir haben das Know-how, die Leute einzuschätzen, zum Beispiel auf Gesundheitszustand, Konsumhäufigkeit und Nebenwirkungen. Im Gesundheitsbereich haben wir die Routine“, sagt Ursula Buhlmann von der Bergischen Apotheke an der Carl-Leverkus-Straße. Die Apothekerin zeigt sich generell offen für den Verkauf: „Wenn es die Strukturen schon gibt, warum sollte man parallele Distributionsstellen aufbauen ?“

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