Streckenerweiterung

Buslinie 261: Freie Wähler ärgern sich über Ablehnung

Die Linie der RVK sollte bis Bergisch Gladbach fahren. Foto: RVK
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Die Linie der RVK sollte bis Bergisch Gladbach fahren.

Kreistagsfraktion forderte eine Verlängerung bis Bergisch Gladbach.

Von Anja Carolina Siebel

Wermelskirchen. Die Freien Wähler im Kreis fühlen sich von anderen Fraktionen übergangen. Es geht um einen Antrag der Fraktion zur Erweiterung der Buslinie 261. Mit der Einführung einer direkten Verbindung zwischen Dhünn-Halzenberg und Kürten-Laudenberg sollte laut dem Vorschlag der Freien Wähler für die Nutzer die Möglichkeit geschaffen werden, direkt von Wermelskirchen nach Bergisch Gladbach zu gelangen.

Dort wäre zusätzlich die Umsteigemöglichkeit in die Linie S 11 der S-Bahn nach Köln gegeben. „Ebenso würde die Möglichkeit bestehen, nicht nur über Hückeswagen, sondern auch über Wipperfürth in den Oberbergischen Kreis zu gelangen. Und: Die Bürger könnten somit leichter den Wanderparkplatz an der Dhünntalsperre erreichen.

Doch nun könnte diese vom Kreisausschuss Anfang Dezember bereits beschlossene Buslinien-Verlängerung auch schon vom Tisch sein. Denn: „In der Sitzung des Ausschusses ,Verkehr und Bauen‘ am 17. Februar wurde unser Antrag mit fadenscheinigen Begründungen mehrheitlich von den Fraktionen der CDU und Bündnis 90/Die Grünen im Vorfeld der eigentlichen Prüfung durch die Verwaltung abgelehnt“, schreibt Werner Conrad, Vorsitzender der Freien Wähler im Kreis. Vor dem Hintergrund, dass der Prüfauftrag im Kreisausschuss am 2. Dezember einstimmig befürwortet wurde, sei das für seine Fraktion nicht nachvollziehbar. „Dass ein Prüfauftrag an die Verwaltung ohne Ergebnis der Prüfung abgelehnt wird, gab es bisher noch nicht und entspricht nicht der bisherigen Kultur des Kreistages und der Zusammenarbeit der Fraktionen.“ Die Kreistagsfraktion der Freien Wähler sei nach wie vor der Überzeugung, dass die Verlängerung der Buslinie 261 eine wesentliche Optimierung des ÖPNV darstellen würde, heißt es weiter.

Wer in die andere Richtung will, muss Umwege hinnehmen

Denn wer aus dem Süden oder der Mitte des Kreisgebietes mit Bus oder Bahn in die Nordkreis-Städte Wermelskirchen, Burscheid und Leichlingen möchte, muss dafür häufig Umwege über Köln oder Leverkusen in Kauf nehmen. Direkte Busverbindungen wie die Linie 430 vom Gladbacher S-Bahnhof nach Burscheid oder die zwischen Dabringhausen und Odenthal vor allem für den Schülerverkehr dreimal täglich fahrende Linie 238 gehören zu den wenigen direkten ÖPNV-Verbindungen zwischen Nord- und Südkreis. Mit der Einführung dieser Verbindung würde die Möglichkeit geschaffen, direkt von Wermelskirchen nach Bergisch Gladbach zu gelangen. „Das wäre zumindest eine Prüfung wert gewesen“, finden Werner Conrad und sein Stellvertreter Henning Rehse aus Wermelskirchen. Conrad: „Ähnlich wie beim Thema Transparenz der Kostenstruktur im ÖPNV ist es scheinbar auch hier nicht gewollt, dass andere Fraktionen außer CDU und Bündnis 90/Die Grünen sich mit konstruktiven und guten Vorschlägen einbringen. Man gewinnt den Eindruck, dass der ÖPNV die Domäne der CDU und insbesondere von Bündnis 90/Die Grünen bleiben soll.“ Die vorgetragenen Gründe für die Ablehnung seien „absolut unverständlich und nicht nachvollziehbar.“

So sei von den Grünen unter anderem angeführt worden, dass es sich bei der Linie 261 im Wesentlichen um Schülerverkehr handele, manche Busse in die Nachbarstadt Hückeswagen weiterführen, die Bedienung der Linie zu gering und am Wochenende nicht gegeben sei – „alles Gründe, die nicht gegen einen Anfang im Sinne des Antrags der Freien Wähler sind“, findet Werner Conrad. „Auch andere Fraktionen sahen das so und baten darum, der Verwaltung zumindest einen Prüfauftrag zu erteilen. Alle gut gemeinten Vorschläge seien indes ins Leere gegangen“, schreibt Conrad weiter.

Standpunkt: Unnötige Entscheidung

Von Anja Carolina Siebel

anja.siebel@rga.de

Wer in Wermelskirchen lebt oder gar dort aufgewachsen ist, wird as Problem kennen: Mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln nach Bergisch Gladbach oder in den Oberbergischen Kreis zu gelangen, ist seit Jahrzehnten schwierig. Nach Köln juckelt immerhin die Buslinie 260; allerdings dauert die Fahrt über die Dörfer bis zur Ankunft am Kölner Hauptbahnhof in der Regel etwa eineinhalb Stunden. Mit dem eigenen Fahrzeug schafft man es bei einigermaßen freier Fahrbahn in etwa einer bis einer Dreiviertelstunde. Nach Bergisch Gladbach zu gelangen, ist ohne komplizierten Umstieg kaum möglich. Der Antrag der Freien Wähler auf Verlängerung der Buslinie 261 bis Kürten, um dann auf unkomplizierten Weg in eine Linie zur Kreishauptstadt umzusteigen, ist deshalb gerade für die Menschen im Nordkreis sinnvoll. Und der Prüfantrag wurde ja offenbar im Dezember auch schon einmal vom Kreistag beschlossen. Umso unverständlicher ist es, da hat Werner Conrad ganz recht, dass der Antrag jetzt abgelehnt wurde. Denn zumindest prüfen lassen hätte man die Verlängerung ja einmal können.

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