Tablets

Busfahrer haben „Heinzi“ an Bord

Die RVK-Busfahrer sind ab sofort in Begleitung von Tablets namens „Heinzi“ unterwegs.
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Die RVK-Busfahrer sind ab sofort in Begleitung von Tablets namens „Heinzi“ unterwegs.

Die Regionalverkehr Köln GmbH (RVK) stattet Personal mit Tablets aus.

Von Stephan Singer

Wermelskirchen. „Heinzi“ ist die Abkürzung für Heinzelmännchen und zugleich der Name der Tablets, die bei der auch für Wermelskirchens Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zuständigen Regionalverkehr Köln GmbH (RVK) derzeit an das Fahrpersonal ausgegeben werden. „Heinzi“ nimmt dem Fahrpersonal zwar keine Arbeit ab, aber der Tablet-Einsatz ermöglicht ihnen einen standortunabhängigen, schnelleren und papierlosen Zugang zu relevanten und aktuellen Informationen.

„Fahrgastfragen, Baustellen, Straßensperrungen oder Unfälle sind keine Seltenheit und da eine erforderliche Kommunikation nicht selten zu spät oder gar nicht möglich ist, profitieren Busfahrer enorm von ‚Heinzi‘, ist die RVK-Unternehmenssprecherin Andrea Jahn überzeugt. Hinzu komme, dass eigene Eingaben des Fahrpersonals schneller und einfacher übermittelt werden könnten.

Die Tablets ersetzen ab sofort die papierbasierten Informationsquellen des RVK-Fahrpersonals. Warum das kein Luxus ist, sondern eher eine notwendige Konsequenz in einer Zeit der weiter zunehmenden Verkehrsdichte, des Klimawandels und einem enorm gestiegenen Bedarf an aktueller Information, erklärt RVK-Geschäftsführer Dr. Marcel Frank: „Wir müssen verhindern, dass eine Kluft zwischen den verfügbaren digitalen Möglichkeiten und ihrer Nutzung in Betrieben entsteht. Die Erwartungshaltung unserer Fahrgäste orientiert sich selbstverständlich an aktuellen technischen Entwicklungen. Hinzu kommt, dass der ÖPNV durch digitale Instrumente ein sehr viel moderneres und nachhaltigeres Arbeiten und Image entwickeln kann.“

Möglich wurde das Projekt durch das Förderprogramm „Digitalisierung kommunaler Verkehrssysteme“ des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMDV). Fünf der sechs RVK-Standorte werden mit geförderten Tablets ausgestattet, für einen weiteren Standort war eine Eigenfinanzierung erforderlich.

Die bislang übliche Fahrpersonalmappe, die mit Kursbüchern, Fahrplänen, dem persönlichen Kalender, Streckenkarten oder Informationen zu Umleitungen manchmal sehr schwer wog, kann ab sofort wegfallen. Auch der Wust an Aushängen, die auf den Betriebsstandorten vor Fahrtantritt gesichtet werden mussten, kann entfallen.

Die Projektgruppe zur Einführung der Tablet-Nutzung um Leiterin Jeanine Riehl ist gespannt: „Das Tablet für den Start zu konfigurieren war nicht leicht. Die Möglichkeiten, die sich bieten, sind so vielfältig, aber wir haben uns für einen Prozess des sukzessiven Aufbaus entschlossen, um den Fahrpersonalen einen leichten Übergang in das neue Medium zu ermöglichen.“ Außerdem sei eine Testphase erfolgt.

Bereits jetzt bietet „Heinzi“ den Busfahrern die aktuellen Dienstpläne, eine Kalenderfunktion, die sich mit dem persönlichen Kalender synchronisieren lässt, eine Fotokamera (relevant etwa bei Unfällen), den Zugang zu einem Formularmodul, Kurspläne, den Abruf von Fahrplänen und Zugang zum RVK-Intranet sowie zum Internet. Von großer Bedeutung sei aus RVK-Sicht auch das e-Learning, welches schon vor längerer Zeit eingeführt wurde, aber bislang nur freiwillig über private Endgeräte erfolgen konnte. „Eine Reihe von Applikationen werden im Laufe des kommenden Jahres ergänzt – zum Beispiel ein Messengerdienst“, kündigt die RVK an.

Insgesamt 700 „Heinzis“ sind nun mit den Fahrern unterwegs

Bei den fast 700 Tablets handelt es sich um iPads der neunten Generation mit 256 GB Speicher.

Sie sind WLAN-fähig und verfügen über eine SIM-Karte mit fünf Gigabyte. Die permanente Verbindung über das Mobilfunknetz soll so gegeben sein. Mit Einführung von „Heinzi“ wurden auch Betriebsvereinbarungen an das Fahrpersonal herausgegeben. Die Tablets dürfen demnach während der Fahrt nicht bedient werden. Sie werden während der Fahrt über eine gesicherte Halterung mit Ladefunktion mitgeführt. Eine private Nutzung der Geräte ist gestattet.

Im vergangenen Jahr gab es einen Regionalverkehr Köln internen Namenswettbewerb, bei dem schließlich das „Heinzelmännchen“ aus der Kölner Geschichte siegte. Daraus entstand am Ende der Kurzname „Heinzi“.

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