Bunker spiegeln Geschichte Burgs wider

Gerd Schumacher erinnert sich an den ehemaligen Luftschutzbunker in Schloss Burg. Foto: Christian Beier
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Gerd Schumacher erinnert sich an den ehemaligen Luftschutzbunker in Schloss Burg. Foto: Christian Beier

Die Unterburger gingen in den Kolloch – der Schieferbruch war Zufluchtsort für die Oberburger

Von Alexandra Dulinski

Dass Burg ein sehr historischer Stadtteil ist, ist gewiss. Aber nicht nur Ritterrüstungen zeugen von der Vergangenheit, auch ehemalige Bunker spiegeln das historische Geschehen wider.

Gerd Schumacher war der letzte ehrenamtliche Bürgermeister von Burg, bevor der Ort 1975 nach Solingen eingegliedert wurde. Er kann sich an zahlreiche Bunker erinnern. 1934 geboren, hat er den Krieg zu seiner Schulzeit miterlebt. Dort, wo heute auf dem Gelände von Schloss Burg der Souvenirshop ist, sei sein Klassenzimmer gewesen.

„Es gab eine Geschichte von einem unterirdischen Gang, der zum Schloss führt, aber den haben wir nicht gefunden.“

Klaus Striepen, Burger

„Wenn die Sirenen losgingen, wurde die Schule unterbrochen und wir sind runter zum Schlossbunker“, erzählt Schumacher. Der Schlossbunker – ein Raum unter der heutigen Galerie Barakah am Schlosseingang, die früher einmal ein Pferdestall und dann eine Unterkunft für Feuerwehgerätschaften gewesen sei. Heute ist der Raum deutlich kleiner als früher und wird nur noch als Abstellkammer genutzt.

Gerd Schumacher datiert die Entstehung des Bunkers auf die zweite Bauphase des Wiederaufbaus um 1900 herum. Der Schlossbunker sei für die Schulklassen am schnellsten zu erreichen gewesen. Um einen Notausgang zu schaffen, sei unterirdisch ein Gang gegraben worden.

„Die Räume waren mit Tannen-Stämmen abgestützt“, berichtet er. Für etwa 100 Menschen sei in dem Schlossbunker Platz gewesen. Mindestens drei Jahrgänge hätten dann zusammen in dem Raum auf die Entwarnung gewartet.

„Spätnachmittags oder abends waren wir aber meistens im Schieferbruch. Der Schlossbunker war uns nicht sicher genug“, so Schumacher. Der Bunker am Schieferbruch, unterhalb des Mosesberges in Oberburg gelegen, sei im Laufe der Zeit durch Bergrutsche verschlossen worden.

Auch in Unterburg gab es mehrere Bunker. Besonders bekannt sei der unter dem Namen „Kolloch“ – abgeleitet von Kohl –, ein verlassener Erd- und Eisensteinstollen, der später einmal als Eiskeller für eine Brauerei gedient haben soll, so Schumacher.

Klaus Striepen, langjähriger Burger und dortiger, ehemaliger Gastronom, erinnert sich daran, wie er als Kind mit seinen beiden Schwestern und seiner Mutter im Kolloch Zuflucht gesucht hat. Es sei der am stärksten besuchte Bunker in Unterburg gewesen. 1942 geboren, könne er sich nur noch vage an alte Teppiche erinnern, die im Bunker auslagen. „Als ältere Kinder sind wir mit Taschenlampen rein, um den Bunker zu erkunden. Es gab eine Geschichte von einem unterirdischen Gang, der zum Schloss führt, aber den haben wir nicht gefunden“, erzählt Striepen.

Gerd Schumacher weiß noch mehr zu berichten: Während des Krieges habe die Firma Rautenbach ihre Konstruktionsbüros in einen Bunker ausgelagert, um die Mitarbeiter vor Bombenangriffen zu schützen. Der zugehörige Bunker habe im Tal in Richtung Höhrath gelegen. Auch gegenüber des Mühlendamms habe es einen solchen Schutzraum gegeben. Schumacher erinnert sich an einen Spruch: „Es wird hiermit bekanntgemacht, dass keiner in den Eschbach macht. Beim Böddinghaus wird gebraut.“ Denn auch dieser Bunker sei vor dem Krieg von einer Brauerei genutzt worden. Die beiden Bunker In der Planke und der Burgtalbunker seien nachträglich gebaut, aber nicht fertiggestellt worden.

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