Gegen den Klimawandel

Bürgerin will Radweg aus den Dörfern

Conny Fischer (v. l.),Regina Bartsch, Anke Petrasch (mit der Unterschriftenliste), Ralf Petrasch, Gerlind Eickhoff und Gertraud Liebig werben für den Radweg.
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Conny Fischer (v. l.),Regina Bartsch, Anke Petrasch (mit der Unterschriftenliste), Ralf Petrasch, Gerlind Eickhoff und Gertraud Liebig werben für den Radweg.

Anke Petrasch setzt sich mit einer Unterschriftenliste für mehr Fahrradfreundlichkeit ein.

Von Anja Carolina Siebel

Wermelskirchen. Rund 600 Unterschriften hat Anke Petrasch bereits gesammelt. Noch liegen die bei der Dabringhauserin auf dem Schreibtisch. „Ich wollte erstmal auf Reaktionen zu meinen vorhergegangenen Mails warten“, sagt die Pädagogin. Worum geht es?

Anke Petrasch meldet sich als Bürgerin Dabringhausens zu Wort, die häufig mit ihrem E-Bike unterwegs ist. Und sie setzt sich ein für Radverbindungen aus Dabringhausen und Dhünn Richtung Wermelskirchen, Hückeswagen oder Odenthal. Mit ihrer E-Mail wandte sie sich unter anderem an den NRW-Ministerpräsidenten Hendrik Wüst, die Wermelskirchener Stadtverwaltung, den Landesverband Straßen NRW und den ADFC-Ortsverband für Burscheid und Wermelskirchen.

Anke Petrasch erzählt: „Ich arbeite im etwa 13 Kilometer entfernten Hückeswagen und bin auf dem Weg dahin streckenweise gezwungen, die Landstraße zu benutzen und damit zu riskieren, dass überholende Lieferwagen oder Lkws zu nah an mir vorbeifahren und mich mitreißen, wie fast schon einmal geschehen.“

Klimaschonendes Reisen: Fahrradnetz ist ein kleiner Baustein

Tagtäglich werde in den Medien darüber informiert, dass es höchste Zeit sei, ressourcenschonende Maßnahmen zu ergreifen. „Da ist doch der Ausbau eines Fahrradnetzes nur ein kleiner Baustein. Aber nicht einmal der wird in Angriff genommen“, sagt Petrasch.

Und die Radfahrerin nennt Beispiele aus anderen Städten: „Wenn ich durch das Ruhrgebiet mit dem Fahrrad fahre, erlebe ich dort breite und gut befahrbare Fahrradwege, von denen ich im Bergischen Land nur träumen kann. Wie ist das möglich, denn beides gehört doch zu Nordrhein Westfalen. Absolut unverständlich ist mir, dass auf Straßenabschnitten, die neu errichtet werden, keine Fahrradwege mit eingeplant werden, so zum Beispiel die Landstraße von Wermelskirchen Stumpf Richtung Hückeswagen.“

Die Mitarbeitenden des für die Bauarbeiten an der L 101 zuständigen Landesbetriebs Straßen NRW waren mit dieser Frage bereits vor Beginn der Bauarbeiten an der L 101 von Seiten der Anwohner konfrontiert worden. Auf Nachfrage schreibt Rainer Herzog von Straßen NRW jetzt: „Wir müssen uns bei Baumaßnahmen von Landesstraßen (auch Geh- und Radwege an Landesstraßen) an die jeweiligen Finanzierungsprogramme des Landes halten. Der Ausbau von Landesstraßen erfolgt über das sogenannte „UA IIa Programm“. Geh- und Radwege an Landesstraßen werden grundsätzlich mit dem Programm „Radwegebau an bestehenden Landesstraßen“ des Landes Nordrhein-Westfalen finanziert. Beide Programme werden durch die Unterkommission (UK) Rhein-Berg der Bezirksregierung Köln in einer Prioritätenliste geordnet.“

Der Abschnitt der L 101 zwischen Dreibäumen und Habenichts sei nun als ein Um- und Ausbau von Landesstraßenprojekt bis 3 Millionen Euro Gesamtkosten bereits unter der Bezeichnung „Wermelskirchen, Dreibäumen bis Habenichts, Ausbau mit Rad-Gehweg“ im Finanzierungsprogramm des Landes (UA II a) mit geringem Priorisierungswert gelistet. Damit befinde sich das Projekt mit diesem Wert „auf einer hinteren Priorisierung ohne Planung.“ Gleiches gelte auch für den Abschnitt der L 101 zwischen Habenichts und Stumpf. Er stehe ebenfalls mit einer niedrigen Priorisierung auf einem hinteren Rang ohne Planung.

ADFC beteiligt sich an der Unterschriftenaktion

Die Prioritätenwerte ergäben sich aus einem landesweit einheitlichen Bewertungsverfahren und führten zu einer Platzierung des Projektes im Programm. Neben dieser Priorisierung müssten zudem für den Neubau eines Radwegs auch baurechtliche Themen abgestimmt werden. Kurz: Der Neubau eines Radwegs sei im Zuge der Sanierung nicht möglich gewesen.

An der Unterschriften-Aktion von Anke Petrasch beteiligt sich nun auch der ADFC. Dessen Ortsvorsitzende Sabine Krämer-Kox sagt: „Es ist dringend notwendig, eine Radverbindung aus den Dörfern in die Städte zu schaffen. Gerade der Weg über die L 101 ist für Radler gefährlich.

Hintergrund

Vor ziemlich genau einem Jahr war die eventuelle Radstrecke an der K18 zwischen Dabringhausen und Burscheid Thema im zuständigen Ausschuss. Seitdem ruht aber der See. Beschlossen ist sie. Aber wann es eine entsprechende Radstrecke an dieser Stelle geben wird, ist noch offen.

Standpunkt von Anja Carolina Siebel: Ideen sind gefragt

anja.siebel@rga.de

Im Grunde ist die Radverbindung aus Dabringhausen und Dhünn Richtung umliegende Städte längst überfällig. Die Idee einiger Ortspolitiker, die Kreisstraße 18 von Dabringhausen nach Burscheid-Hilgen fahrradfreundlicher zu gestalten, wurde vom Rheinisch-Bergischen Kreis zwar recht begeistert aufgenommen, derzeit liegt das Vorhaben, entlang der Kreisstraße eine Fahrradspur in beide Richtungen zu installieren, aber brach. Nach WGA-Informationen wird das vor 2024 jedenfalls nichts.

Nun ist es aber so, dass es sowohl in Dabringhausen als auch in Burscheid inzwischen eine Mobilstation mit dem Verleih von bergischen E-Bikes gibt. Schade ist, dass diese aber zumindest von den Dabringhauern nur bedingt genutzt werden können, weil sie sich bei der Fahrt Richtung Wermelskirchen, Hückeswagen oder Odenthal als Radfahrer mitunter in Lebensgefahr begeben. Nun sind also Ideen gefragt für die Radler.

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