Vorderhufe

Bürger tauschen sich zum Neubaugebiet aus

Etwa 55 Bürger aus Wermelskirchen und Umgebung nahmen an dem Gesprächsabend teil. Foto: Doro Siewert
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Etwa 55 Bürger aus Wermelskirchen und Umgebung nahmen an dem Gesprächsabend teil.

In Vorderhufe soll gebaut werden. 55 Teilnehmer kamen zum Gesprächsabend ins Rathaus.

Von Anja Carolina Siebel

Wermelskirchen. Wie könnte das zukünftige Miteinander in Vorderhufe/ Hoffnung künftig aussehen? Welche Aspekte sollten die Planer bei ihrer weiteren Arbeit unbedingt berücksichtigen? Und wie schafft man eigentlich gemeinsame Lebensqualität in einem Neubaugebiet, das an schon bestehende Wohnräume angrenzt? Diese und andere Fragen diskutierten Bürger, Planer und Vertreter der Stadtverwaltung am Mittwochabend im Rathaus.

Es ging zum einen darum, erste Planungsschritte vorzustellen, zum anderen mit den rund 55 Anwesenden darüber zu diskutieren, wie die ersten Planungen des Neubaugebiets, das laut Verwaltung in etwa zwei Jahren entstehen könnte, verfeinert werden könnten. Laut Thomas Marner, dem Technischen Beigeordneten der Stadt, waren rund 90 Prozent der Teilnehmenden keine direkten Anwohner. „Es sind zumeist Nachbarn aus angrenzenden Ortsteilen, vielleicht aber auch einige Kaufinteressenten, denn ein Teil wohnt gar nicht in Wermelskirchen.“

Thomas Marner erklärte zunächst die Notwendigkeit solcher Wohngebiete aus Sicht der Stadt. „Seit Anfang der 2000er Jahre hat sich unsere Einwohnerzahl stetig verringert“, so Marner. Waren es 2001 noch rund 37 000, sei die Zahl inzwischen auf unter 35 000 geschrumpft. Marner: „Die Einwohnerdichte von 35 000 wollen wir aber dringend zumindest erhalten; und dafür müssen wir etwa 820  neue Wohneinheiten schaffen.“

Wie solche Wohneinheiten in etwa in Vorderhufe aussehen könnten, erläuterten Thomas Scholle und Lukas Breil vom Büro plan-lokal in Dortmund. Sie stellten den Gästen zwei mögliche Varianten vor; die unterscheiden sich im Grunde nur in der Anordnung der Wohneinheiten (am Rande oder im Zentrum). Laut Entwurf soll in Vorderhufe eine Mischung aus Mehr- und Einfamilien- sowie Reihenhäusern und Doppelhaushälften entstehen. Erschlossen werden soll das Gebiet sowohl über Vorderhufe als auch über Hoffnung im Ringverkehr. In der Mitte der Siedlung könnte eine Grünanlage entstehen, an die in der ersten Variante die Kita angrenzt, die dort ebenfalls neu gebaut werden soll. „Dort könnten auch Gemeinschaftsaktionen stattfinden“, regte Lukas Breil zur Ideenfindung an.

Berücksichtigt wurden auch die Bedenken der Anwohner

Der zweite Entwurf sieht wiederum eine Anordnung der Mehrfamilienhäuser um die Grünfläche herum vor; die Kita würde sich in diesem Entwurf an der Ortsausfahrt befinden. „Das hätte den Vorteil, dass die Bewohner der Mehrfamilienhäuser die direkte Möglichkeit hätten, die Grünfläche zu nutzen – und die Eltern, die ihre Kinder zur Kita bringen oder abholen, könnten direkt aus dem Gebiet ausfahren.“ Auch der Klimaschutz ist in den ersten Planungsentwürfen bedacht. Mehrfach war, vor allem von Ortspolitikern der Grünen, aber auch von derzeitigen Anwohnern in Vorderhufe und Hoffnung der Einwand laut geworden, dass das Gelände abschüssig sei und an das Eifgenbachtalgrenze.

Das könnte durch das zusätzlich abfließende Ab- und Regenwasser insbesondere bei Starkregen wie im vorigen Juli zu Problemen führen. „Wir haben deshalb mit einem Regenwassermanagement, unter anderem mit Versickerungsmulden, geplant“, erklärte Lukas Breil. Berücksichtigt worden seien in den neuen Planungsentwürfen auch bereits die Anregungen und Bedenken der direkten Anwohner, die bereits am 26. Januar erstmals von der Stadt eingeladen worden waren. Mobilität, Gemeinschaft im Quartier, Nachhaltigkeit und Ökologie sowie Aufenthaltsqualität waren Themen, die die Teilnehmer anschließend mit den Gastgebern diskutierten und eigene Ideen einbrachten. Ein Beispiel, das begeistert aufgenommen wurde: „Man könnte die Möglichkeit einer Ausleihe von E-Bikes oder E-Rollern schaffen, um ohne Auto bequem in die Stadt zu kommen.“

„Wir sind begeistert vom Ideenreichtum und der Kreativität der Teilnehmenden“, sagte Stadtplaner Florian Leßke. Skepsis habe es nur selten gegeben. „Alle sind mit Eifer dabei, etwas Neues zu schaffen.“

Hintergrund

In Vorderhufe/ Hoffnung soll laut Stadtverwaltung in etwa zwei Jahren ein neues Wohngebiet mit Mehrfamilien-, Einfamilien- und Reihenhäusern entstehen. Auf der Webseite der Stadt finden Interessierte mehr Informationen zum entsprechenden Aufstellungsverfahren und zur beabsichtigten Änderung des Flächennutzungsplans im Bereich Vorderhufe – alles zu finden in den Unterlagen zum Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr.

https://www.wermelskirchen.de/rathaus/politik-wahlen/sitzungen-uebersicht/

Standpunkt: Konstruktiv diskutiert

Von Anja Carolina Siebel

anja.siebel@rga.de

Sicher waren es auch einige Anwohner des geplanten Neubaugebietes Vorderhufe/ Hoffnung, die am Mittwochabend an der Diskussion zur Entwicklung des Wohngebietes teilgenommen haben. Laut Schätzungen der Verwaltung immerhin zehn Prozent. Nun könnte man meinen, dass gerade bei jenen, die ihr Häuschen schon länger dort stehen haben, viel Skepsis ob eines neuen Baugebietes herrscht. Davon war indes wenig zu spüren im Großen Saal des Rathauses. Vielmehr ging es darum, konstruktiv darüber zu diskutieren, wie Inhalte aussehen könnten, wie man ein harmonisches Miteinander zwischen Alteingesessenen und neuen Bewohnern hinbekommen könnte. Und sogar ökologische Aspekte wurden diskutiert. Das fiel auch den Vertretern der Stadtverwaltung auf, die am Mittwochabend vor Ort waren. Eine durchweg runde Sache also. Bei der viele gute und auch umsetzbare Ideen für das Neubaugebiet zusammen kamen. Dank der engagierten Gäste aus der Bürgerschaft. Dafür können sich die Initiatoren eigentlich nur bedanken. Und es lässt hoffen für die weitere Planung.

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