Energie

Bürger sollen das Einsparen lernen

Was kommt auf die Bürger zu? Im Kreishaus kam es jetzt zu einem Energiegipfel, um ein weiteres Vorgehen abzustimmen und über die Versorgungssicherheit zu sprechen.
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Was kommt auf die Bürger zu? Im Kreishaus kam es jetzt zu einem Energiegipfel, um ein weiteres Vorgehen abzustimmen und über die Versorgungssicherheit zu sprechen.

Energiegipfel in Bergisch Gladbach mit Bürgermeisterin Marion Lück und Landrat Stephan Santelmann.

Von Lena Steffens

Wermelskirchen. Seit letzter Woche steht fest, dass Gaskunden ab dem 1. Oktober eine Energieumlage von 2,4 Cent pro Kilowattstunde zahlen müssen. Die Stadt Wermelskirchen hat daher bereits Maßnahmen ergriffen, die erst einmal bis zum 15. September greifen sollen. Anfang Juli wurde bereits ein Stab für außergewöhnliche Ereignisse (SAE) eingerichtet, Mitte des Monats startete dann die Kampagne „Wermelskirchen dreht ab“. Wie es im Herbst weitergehen soll, haben Bürgermeisterin Marion Lück und Landrat Stephan Santelmann nun bei einem Energiegipfel in Bergisch Gladbach erklärt.

„Ich glaube, wir müssen jetzt erst einmal gucken, was auf Bundesebene entschieden wird“, meint Lück. Momentan gelte in Wermelskirchen die Vorgabe, dass öffentliche Gebäude auf maximal 19 Grad geheizt werden dürfen, auch gibt es dort kein warmes Wasser. Zu den öffentlichen Gebäuden zählt auch das Quellenbad, in dem die Wassertemperatur herunterreguliert wurde. Lichter auf Fluren, Waschräumen oder Küchen sollen zudem nach Verlassen ausgeschaltet werden. So weit der aktuelle Plan.

Für die Zukunft sei die Stadt „mit den Vereinen im Gespräch, die ja auch merken, dass jetzt alles teurer wird. Das Wichtigste ist, dass wir jetzt gut aufeinander aufpassen“, meint Lück. Dazu zählt besonders die Unterstützung von einkommensschwächeren Haushalten. Damit diese auch durch die schwierige Zeit kommen, will Lück zum einen mit der Flüchtlingsinitiative „Willkommen in Wermelskirchen“, zum anderen mit der Tafel zusammenarbeiten. „Bei der Flüchtlingsinitiative werden ja verschiedene Sprachen gesprochen, so dass zum Beispiel leichter kommuniziert werden kann, warum man nicht zehn Minuten lang duschen sollte“, begründet Lück die Zusammenarbeit.

In Kontakt getreten ist die Bürgermeisterin bereits mit der Volkshochschule (VHS), an der demnächst Schulungen angeboten werden sollen, um die Bürger für die Energiekrise zu sensibilisieren. „Die meisten Bürger kennen ja gar keine Mangellage, und vielen ist gar nicht bewusst, wie sie was einsparen können. Daher müssen wir an der Aufklärung arbeiten“, sagt sie.

Beim Gedanken an die Jugend erklärt Lück, dass man diese einerseits über die Social-Media-Kanäle erreichen wolle, andererseits möchte die Stadt kurze Filme mit Kindern veröffentlichen, die erklären, „wofür denn ein Zugluftstopper oder eine alukaschierte Rückseite von einer Heizung da ist“, erzählt Lück. „Das sind zumindest Maßnahmen, die nicht so teuer sind.“

In diesem Zuge nennt die Bürgermeisterin die Dusch-Sanduhren, die im Rahmen der Kampagne „Wermelskirchen dreht ab“ an die Bürger verteilt wurden. „Ich weiß, dass wir dafür auch belächelt worden sind, aber die laufen wirklich gut“, resümiert sie. Und weiter: „Wir haben sogar Anfragen aus Berlin und Chemnitz bekommen.“

Trotz der vorerst scheinbar positiven Lage erinnert Landrat Santelmann daran, dass noch „einiges zu tun“ sei. Er sieht bisher keine Notwendigkeit dafür, einen Krisenstab für den Rheinisch-Bergischen Kreis einzurichten. „Wir bereiten die Entscheidung in Ruhe vor und werden das dann auch rechtzeitig bekannt geben“, sagt er. „Noch sind wir in Prüfung, ob das überhaupt notwendig ist, da die Situation in den Großstädten wie Köln eine andere ist als in den Flächenlandkreisen.“

Eine Maßnahme, die der Kreis aber auf jeden Fall weiter betreiben möchte, ist das Voranbringen der Energie- und Mobilitätswende. Santelmann überlegt auch, ob nicht in Zukunft Photovoltaikanlagen im Kreis errichtet werden könnten. „Wir sind da bereits in Abstimmung mit den Energieberatern“, teilt er mit.

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