Bauarbeiten

Brückenweg: Skepsis der Händler bleibt

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Die Verkehrsberuhigung zur Probe findet Sprecher Rojewski gut. Er sieht allerdings auch einige Risiken.

Von Anja Carolina Siebel

Die Bauarbeiten an der Telegrafenstraße schreiten voran. Für Montag, 10. Oktober, kündigt die Stadtverwaltung die ersten Umbauarbeiten im Kreuzungsbereich Telegrafenstraße / Brückenweg an. Die Verkehrsführung soll während diesem Zeitraum über eine Ampelanlage geregelt werden, die die Stadt in Höhe „Bügeleisen“ aufstellen will.

Weil das Verkehrsaufkommen in der Ferienzeit geringer als in den übrigen Zeiten sei, sei bewusst dieser Zeitraum für diese Baumaßnahmen gewählt worden, um die Verkehrsbehinderung möglichst gering zu halten.

Wie berichtet, finden die Bauarbeiten statt, um die Telegrafenstraße langfristig verkehrsberuhigt zu gestalten – und möglicherweise irgendwann den gegenläufigen Radverkehr zu beschließen und zu ermöglichen. An der vorderen Telegrafenstraße soll jetzt das Hinweisschild zur Umleitung über den Brückenweg angebracht werden. Zudem wird die hintere Telegrafenstraße (hinter der Sparkassen-Geschäftsstelle) für den Autoverkehr probeweise gesperrt. Jene Verkehrsteilnehmer, die vorne in die Telegrafenstraße eingefahren sind, um beispielsweise etwas zu erledigen, werden dann an der Straße An der Feuerwache umgeleitet.

„Wir müssen erst die Ergebnisse abwarten, bevor wir urteilen.“
StefanRojewski, Sprecher der Einzelhändler

Viele Einzelhändler der Innenstadt hatten vor Monaten mit einer Unterschriftenaktion kollektiv Bedenken zu der geplanten Schließung der hinteren Telegrafenstraße angemeldet. Sie fürchteten unter anderem, dass die Geschäfte an der Ausfahrt der Telegrafenstraße regelrecht „abgekappt“ würden, wenn die Autos rechts auf die Straße An der Feuerwache abbiegen müssen. Hinzu kam das Risiko mögliche Unfallgefahr, das die Händler bei Einführung des gegenläufigen Radverkehrs sahen.

Stefan Rojewski, Sprecher der Wermelskirchener Einzelhändler, will jetzt aber erst einmal abwarten, wie die Ergebnisse nach der probeweisen Sperrung der Telegrafenstraße aussehen. „Dass es diese Testphase gibt, begrüße ich absolut“, sagt er auf Nachfrage. Wie berichtet, fahren laut Berechnung des Planungsbüros Isaplan täglich 4700 bis 5000 Kraftfahrzeuge über die Telegrafenstraße. Nur 3100 Verkehrsteilnehmer haben demnach aber tatsächlich in der Telegrafenstraße ihr Ziel, 1600 wollen eigentlich nur Richtung Eich. Die sollen mit der neuen Verkehrsregelung jetzt verdrängt werden. Deshalb wird die Einfahrt vom Brückenweg auf die Telegrafenstraße unattraktiver gemacht. Dem Umbau, der im Oktober abgeschlossen sein wird, schließen sich Verkehrszählungen des Planungsbüros an. Die Prognose ist, dass nach der herbeigeführten Verkehrsberuhigung weniger als 400 Kfz stündlich die Telegrafenpassage passieren werden. „Wir müssen die Ergebnisse jetzt abwarten, bevor wir urteilen“, appelliert Stefan Rojewski auch an seine Händlerkollegen. Eine gewisse Skepsis bleibt jedoch – und die gilt in erster Linie der Verkehrssituation: „Zum neuralgischen Punkt wird sicher die Ausfahrt An der Feuerwache/ Brückenweg“, vermutet Rojewski. „Denn wenn sich speziell mittags oder im Feierabend-Trubel die Autos doch durch die Telegrafenstraße schieben und dann abbiegen wollen, wird es Rückstaus an der Sparkasse geben.“

RADVERKEHR

BAHNTRASSE Weil Wermelskirchen die Bahntrasse für den Bau der Umgehungsstraße nutzte, ist der Radweg Balkantrasse unterbrochen. Um eine Verbindung in Richtung Belten zu schaffen, soll Radfahrern möglicherweise wieder erlaubt werden, die Telegrafenstraße gegen die Einbahnstraße zu nutzen.

Sprecher Stefan Rojewski sieht auch Probleme für die Sparkassen-Besucher, die ihr Fahrzeug auf den Parkplätzen in der Straße An der Feuerwache abstellen: „Die kommen doch aus den Parkbuchten gar nicht mehr raus, wenn sich der Verkehr staut.“ Dennoch gebe er der Testphase eine Chance: „Vielleicht wird es ja halb so wild.“

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