Telegrafenstraße

Brandanschlag: Polizei fasst 27-Jährigen

Der Geldautomat an der Telegrafenstraße ist für mehrere Wochen nicht nutzbar. Foto: Anja Carolina Siebel
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Der Geldautomat an der Telegrafenstraße ist für mehrere Wochen nicht nutzbar.
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Der Täter sei – nach Absprache mit der Staatsanwaltschaft – aber wieder auf freiem Fuß, sagt die Polizei

Wermelskirchen. Nach dem kleinen Brand in der Sparkassenhauptstelle, zu dem die Wermelskirchener Feuerwehr am Sonntagmittag ausrücken musste, geht die Polizei mittlerweile von vorsätzlicher Brandstiftung aus.

Wie Polizeisprecher Christian Tholl mitteilt, entdeckten die ermittelnden Beamten im Vorraum der Sparkasse einen kleinen Benzinkanister. Durch „eine gute Personenbeschreibung von Zeugen und durch Kameraaufnahmen der Bank“ konnten die Polizisten einen 27-jährigen Wermelskirchener identifizieren und fahndeten umgehend mit zahlreichen Einsatzkräften nach dem Mann, heißt es in einer aktuellen Mitteilung.

Ein weiterer Hinweis, den die Polizei bekam: Eine Streifenwagenbesatzung, die in der Fahndung nach dem Mann eingesetzt war, wurde vom Angestellten einer Tankstelle in der Berliner Straße angesprochen, da er Angaben zu dem gesuchten Mann machen wollte. Dieser hatte um kurz vor 11 Uhr einen Benzinkanister in der Tankstelle entwendet und an einer Zapfsäule mit Benzin gefüllt, ohne zu bezahlen. Er wurde in der Tankstelle von der Kameraüberwachung aufgezeichnet, so dass er auch dort zweifelsfrei identifiziert werden konnte.

Noch am Sonntagabend trafen die Ermittler den gesuchten 27-Jährigen bei ihm zu Hause an. Er wurde vorläufig festgenommen und seine Wohnung wurde von den Beamten nach Beweismitteln durchsucht.

Einweisung in die Psychiatrie erfolgte zunächst nicht

Auf der Polizeiwache Burscheid zogen die Polizisten einen Arzt hinzu, um wegen einer möglichen psychischen Erkrankung eine zwangsweise Unterbringung des Täters zu prüfen. Diese Einweisung wurde zunächst nicht angeordnet und der 27-Jährige wurde nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft aus dem Gewahrsam der Polizeiwache entlassen. Ihn erwartet nun ein Strafverfahren wegen vorsätzlicher Brandstiftung und Diebstahls. Nach Informationen des Wermelskirchener General-Anzeigers soll der Mann bereits im Vorfeld die Sparkasse betreten und dort entsprechende Drohungen ausgesprochen haben.

Der Vorraum des Gebäudes an der Telegrafenstraße sei voraussichtlich für mehrere Wochen nicht nutzbar, sagt Sparkassendirektor Rainer Jahnke auf Nachfrage. „Es ist alles verrußt und wir müssen erst einmal prüfen lassen, welche Schäden es gibt und wie wir sie am schnellsten beheben können.“ Die Sparkassen-Kunden hätten aber die Möglichkeit, während dieser Zeit die Geldautomaten am Rathaus, an der Berliner Straße, in Tente oder Dabringhausen zu nutzen. Zudem seien die Kundenberater der Sparkasse weiterhin telefonisch erreichbar. Kundengespräche könnten stattfinden. „Wir bitten aber um Verständnis, dass das unter Umständen etwas länger dauern könnte als gewohnt.“ Zum Hintergrund der Tat könne er sich aus Ermittlungsgründen nicht äußern, sagt Jahnke. Er möchte aber noch etwas loswerden: „Für die Professionalität von Feuerwehr und Polizei beim Einsatz möchte ich mich nochmal ausdrücklich bedanken.“

Einsatz

Die Feuerwehr Wermelskirchen musste am Sonntagmittag zu einem kleinen Feuer in der Telegrafenstraße ausrücken. Da die Straße zur Brandbekämpfung gesperrt war, fuhren die Busse stattdessen über den Brückenweg. Die Haltestelle Rathaus entfiel für die Bus-Linien 260, 263, 265, 266, 270 und 271 ersatzlos. Das teilte die RVK mit. Allerdings dauerte der Einsatz nur knapp zwei Stunden. Danach war die Telegrafenstraße für den gesamten Verkehr wieder freigegeben. Der Vorraum der Sparkasse ist im Augenblick wegen der Rußentwicklung durch den Brand nicht nutzbar.

Standpunkt: Die Skrupel fallen

anja.siebel@rga.de

Kommentar von Anja Carolina Siebel

Dem einen oder anderen wird es wohl mulmig geworden sein, nachdem er vom Brandanschlag auf die Sparkasse gehört hatte. Immerhin soll der Täter bereits vergangene Woche entsprechende Drohungen in der Hauptstelle ausgesprochen haben, berichten Zeugen. Und wenn es nun heißt, er sei nach Absprache mit der Staatsanwaltschaft „wieder auf freiem Fuß“, so lässt das zumindest aufhorchen. Allerdings bleibt den Gesetzeshütern nach geltendem Recht offenbar keine andere Wahl. Gewalt, Bedrohung, Wut und Hass, Mord und Kriminalität – das alles hat es sicher immer schon gegeben in der Bevölkerung. Allerdings ist in der letzten Zeit allerorten zu beobachten und zu spüren, dass der Ton rauer wird und gleichzeitig die Skrupel fallen. Auch im ganz normalen Alltag. Da wird geschimpft, gepöbelt, angeeckt. Sei es nun an der Supermarktkasse oder im Internet. Da geht es vielleicht nicht gleich um Straftaten, aber immerhin um Beleidigung, Aggression. Zeiten sind turbulent, aber ein jeder hat es wohl selbst in der Hand, mit Augenmaß darauf zu reagieren und auch den Nächsten im Blick zu behalten. | Brandanschlag: . . .

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