Eifgen

Bowl Church kommt bei Politik gut an

Die Mitglieder von Bowl Church möchten das Areal Eifgen erwerben und dort einen „Creative Space“ errichten. Archivfoto: Doro Siewert
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Die Mitglieder von Bowl Church möchten das Areal Eifgen erwerben und dort einen „Creative Space“ errichten.
  • Anja Carolina Siebel
    VonAnja Carolina Siebel
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Wie das Eifgen-Areal künftig genutzt werden soll, ist wieder ungewiss.

Wermelskirchen. Was nun aus dem Eifgen wird, das bleibt erst einmal ungewiss. Eigentlich schien zuletzt alles in trockenen Tüchern. Einen Investor hatte die Stadtverwaltung bereits gefunden, der Pläne zur Umgestaltung des Eifgentals, also der alten Schmiede und des Freibads, vorgelegt hatte. Nachdem die Stadt die indes öffentlich gemacht hatte, gab es plötzlich einige Wermelskirchener, Einzelpersonen und Gruppen, zum Teil Vereine, die ganz eigene Vorstellungen von der Umgestaltung des Kleinods hatten und diese auch öffentlich vortrugen.

Bürgermeisterin Marion Lück berichtet, dass die Stadt nach Offenlegung der Investoren-Pläne viele Rückmeldungen bekommen habe. „Die sich auch in vielen Kriterien unterscheiden, auch von den Ideen des Investors – manche Bürger wollen, dass dort gar nichts passiert, andere wollen einen Ort der Begegnung.“ Lück räumt ein, dass sie bei den ersten Gestaltungsplanungen für das Eifgen noch nicht im Amt gewesen sei. „Grundsätzlich entsprechen meiner Ansicht nach aber die Pläne des Investors den Vorstellungen, die auch im Integrierten Entwicklungs- und Handlungskonzept für das Eifgen zusammengefasst sind“, sagt Marion Lück. Rückblickend müsse sie allerdings feststellen, „dass man zum Zeitpunkt der Ausschreibung noch mal hätte öffentlich diskutieren und klären müssen, was die Wermelskirchener wollen, wie das Gelände genutzt werden soll“.

Bürgermeisterin will Bowl Church unterstützen

Das Konzept von Bowl Church gefalle ihr ausgesprochen gut, sagt die Bürgermeisterin. Wie berichtet, hatten sich Jugendliche und junge Erwachsene mit einem Konzept vorgestellt, das das Eifgen zu einem Veranstaltungs- und Schaffensort, einem „Creative Space“ werden lassen würde. „Ich wünsche mir, dass das Konzept in jedem Fall in Wermelskirchen realisiert wird und die Bowl Church hier in der Stadt bleibt. Bezüglich des Eifgens ist aber erst mal zu klären, was für eine Nutzung dort gewünscht ist.“

Die Kommunalpolitiker und Marion Lück kommen anlässlich der Sitzung des Ältestenrats in den nächsten Tagen noch einmal mit dem Investor zusammen. „Dieses Treffen wird sicher noch mal einige Fragen klären“, sagt Marion Lück.

Die Mitglieder von Bowl Church haben sich bereits bei einigen Fraktionen vorgestellt. „Wir waren begeistert von deren Konzept“, sagt beispielsweise Henning Rehse (WNK/UWG), dessen Fraktion sich bereits virtuell mit Bowl Church ausgetauscht hat. In der Sitzung des Ältestenrats wolle er aber noch einmal einige konkrete Fragen an den Investor und die Stadtverwaltung richten.

Oliver Platt (BüFo) berichtet, dass er gemeinsam mit der WNK/UWG bereits sehr früh in einer Ratssitzung dafür plädiert habe, das Thema Eifgen und dessen Gestaltung öffentlich zu machen. „Das wäre der bessere Weg gewesen“, sagt Platt. „Dann wären gleich auch andere Vorschläge auf den Tisch gekommen.“ Platt kann sich den „Creative Space“ von Bowl Church eher nahe der Innenstadt vorstellen.

Auch Stefan Janosi (Grüne) findet das Bowl-Church-Konzept interessant. „Es gibt natürlich aber auch andere, und wir müssen dort idealerweise mehrere Aspekte vereinen, unter anderem ökologische“, sagt er.

Verein ist bei Klausurtagung der SPD zu Gast

Bei der Klausurtagung der SPD-Fraktion werden die Mitglieder von Bowl Church am kommenden Wochenende zu Gast sein. „Auch wir finden das Konzept hochspannend“, sagt Fraktionsvorsitzender Jochen Bilstein. Er ist der Meinung, man müsse jetzt „bedacht aber zügig“ zu einer Entscheidung kommen.

Michael Schneider (CDU) traut Bowl Church ebenfalls eine Erfolgsgeschichte zu. „Das haben wir doch beim Juca gesehen, was engagierte Jugendliche auf die Beine stellen können.“ Marco Frommenkord (FDP) bleibt zurückhaltender: „Grundsätzlich ist es wichtig, dass im Eifgen etwas passiert. Wer das macht, bleibt abzuwarten.“

Spenden

Innerhalb einer Woche wurden bereits 39 414,38 Euro für den Verein Bowl Church und seine ambitionierten Pläne im Eifgen gespendet. „Damit kamen bereits in wenigen Tagen fast 20 Prozent der benötigten Spendensumme zusammen, um das Areal erwerben zu können“, sagte Vereinsvorsitzender Ingmar Thomas (21), der sich über die Spendenbereitschaft der Wermelskirchener freut.

Standpunkt

anja.siebel@rga.de

Kommentar von Anja Carolina Siebel

Erst lag ein Konzept da. Ein Entwurf eines Investors. Dass daraufhin zahlreiche Wermelskirchener ihre ganz eigenen Ideen vortrugen, wie sie das Eifgen gerne gestalten würden, zeigt, wie sehr sie sich seit Jahren damit identifizieren. Das Tor zum Eifgenbachtal, das ehemalige Eifgenfreibad, in dem einige noch im Sommer geschwommen und im Winter mit Schlittschuhen gefahren sind, all das ist offenbar für sie ein Stück Heimat, das sie nicht einfach weggeben und fremdentwickeln lassen möchten. Dass Politik und Verwaltung das Investorenkonzept nicht gleich als gesetzt ansehen und sich offen für andere Vorschläge zeigen, ist erst einmal positiv zu bewerten. Eher unverständlich ist indes, warum die Pläne nicht gleich öffentlich vorgelegt wurden, wie es das Bürgerforum und die WNK/UWG in einer Ratssitzung vor Monaten bereits vorgeschlagen hatten. Das wäre auch dem Investor gegenüber fair gewesen, denn dann hätten die genannten Wermelskirchener wesentlich früher ihre Ideen auf den Tisch gebracht und wären somit in den Wettbewerb gegangen. Mal sehen, wie die Beteiligten sich jetzt entscheiden.

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