Politik

Bilstein: „Hinterfragen ist unbegreiflich“

Jochen Bilstein kritisiert den Vorschlag von Marion Lück „aufs Schärfste“. Archivfoto: RK
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Jochen Bilstein kritisiert den Vorschlag von Marion Lück „aufs Schärfste“. Archivfoto: RK

SPD-Fraktion kritisiert Vorschläge zur Sekundarschule.

Von Anja Carolina Siebel

Die SPD-Fraktion um Fraktionsvorsitzenden Jochen Bilstein sei verärgert, heißt es in einer Mitteilung Bilsteins. Es geht um den Vorschlag der Bürgermeisterkandidatin von CDU und Bürgerforum (BüFo), eine erneute Befragung von Elter bezüglich der Sekundarschule durchführen zu wollen.

„Die SPD-Fraktion kritisiert auf das Schärfste den Vorstoß gegen die Sekundarschule“, heißt es. Es sei „unbegreiflich, dass die Kandidatin eine für die Stadt und ihre Bürger inhaltlich und finanziell weitreichende schulpolitische Entscheidung“ hinterfrage, die schließlich auch die CDU und das Bürgerforum mit getroffen hätten.

„Würde man dem Vorschlag der Kandidatin folgen, würde die Wermelskirchener Schullandschaft erst dann Konturen gewinnen, wenn die Befragungen und Analysen abgeschlossen wären. Für die Sekundarschule wäre es das Aus“, schreibt Bilstein.

Bewusst getroffen worden sei vor Jahren die Grundsatzentscheidung, die neue Schulform Sekundarschule einzuführen, da sie für Städte der Größe Wermelskirchens „besser geeignet“ sei als eine Gesamtschule. Bilstein: „Drei Oberstufen in einer Stadt von 35 000 Einwohnern hätten bedeutet, dass alle drei Schulen zu wenig Schüler in der Oberstufe gehabt hätten, um ein attraktives Fächerangebot zu machen. Gerade das hätte eine Abwanderung von Schülern in die Nachbarstädte bedeutet.“

Dass die Anmeldezahlen für die Sekundarschule noch Luft nach oben hätten, sei „so wenig ein Geheimnis wie die Gründe dafür. Durch das Auslaufen von Haupt- und Realschule gleichzeitig mit dem Beginn des Unterrichts an der Sekundarschule waren die Raumprobleme nur schwer beherrschbar. Positive Fakten werden aber jetzt sichtbar auf dem Gelände der ehemaligen Realschule gesetzt.“

Bilstein wirft Lück „ein Störmanöver“ vor

Bilstein wirft Marion Lück vor, ein „Störmanöver“ gegen die Sekundarschule zu betreiben, Auch das würde wieder zu Unsicherheiten gegenüber der Schulform führen. Auch hätten es neue Schulformen, „die noch keine sichtbaren Belege für ihrer Qualität zeigen können“, schwer, die Skepsis vieler Eltern zu überwinden.

Bilstein: „Doch ist die Sekundarschule, die im Hinblick auf die Durchlässigkeit der Bildungsgänge bis zum Abitur eng mit dem Gymnasium kooperiert, zunehmend in der Lage, ihre pädagogischen Stärken zu beweisen.“

Standpunkt: Das muss erlaubt sein

Von Anja Carolina Siebel

Das war zu erwarten, dass der Vorschlag Marion Lücks, eine erneute Befragung zur Sekundarschule erwirken zu wollen, auch auf Gegenwind und Unmut stößt. Sicher ist es richtig, dass Schüler, Lehrer und schließlich auch Eltern es verdient haben, nach aufwendigem Umzugsstress und vielen Unsicherheiten endlich zur Ruhe zu kommen.

anja.siebel@rga-online.de

Und sicher ist es auch richtig, dass die Entscheidung für die Sekundarschule seinerzeit gemeinschaftlich geschlossen wurde. Richtig ist aber auch, dass man, wenn Dinge offensichtlich nicht optimal funktionieren, sie auch wieder auf den Prüfstand stellen kann. 

Fakt ist, dass es derzeit schlicht viel weniger Schüler als erwartet sind, die das Angebot der Sekundarschule als weiterführende Schule annehmen. Dass das bisher der Raumproblematik geschuldet war, kann man vermuten, weiß man aber nicht. Und wenn sogar vonseiten der Schule der Hinweis kommt, dass man „aus eigenen Ressourcen eine Oberstufe“ hätte rekrutieren können, zieht das Argument auch nicht, dass dann alle Schulen zu wenig Oberstufenschüler hätten. Auch wenn es unangenehm ist: Hinterfragen sollte bitte erlaubt sein.

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