Die Bibel ist das Buch der Fragen

Sarah Kannemann über Fragen der Bibel. Archivfoto: Anna&Johannes
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Sarah Kannemann über Fragen der Bibel. Archivfoto: Anna&Johannes

Eine Geistliche macht sich Gedanken

Vikarin Sarah Kannemann, Ev. Kirchengemeinde Wermelskirchen

Es war in den frühen 2000ern, als mich mein Cousin fragte: „Kennst du schon Wikipedia? Das ist ein riesiges, kostenloses Online-Lexikon!“ Neugierig schaute ich es mir an und war begeistert: Man findet dort wirklich zu allem was! Egal, ob große Namen oder mein kleines Heimatdorf, zu allem gibt es Interessantes zu erfahren.

Wikipedia ist eine Erfolgsgeschichte: Seit der Gründung am 15. Januar 2001 sind über 55 Millionen Artikel in 294 Sprachen erschienen. Das Konzept „Schwarmintelligenz“ fasziniert mich: Jeder kann sein Fachwissen einbringen und an den Artikeln mitschreiben, die fortlaufend aktualisiert und diskutiert werden. Transparent, unbegrenzt, gemeinfrei – so hat Wikipedia einen großen Beitrag zur Demokratisierung von Wissen geleistet.

„Denn ich bin gefordert mit meinem kritischen Umgang, meinem Verstand und der Bereitschaft, mit anderen zu diskutieren und zu lernen.“

Allerdings gibt es auch Schwachstellen: Manche Artikel sind lücken- oder fehlerhaft, in manchen konkurrieren Autoren um die Deutungshoheit. Ein kritischer Umgang ist nötig, wenn ich diese Seite aufrufe, um Antworten auf meine Fragen zu bekommen.

Während Wikipedia Antworten auf Wissensfragen liefert, suchen viele Menschen Antworten auf Lebensfragen in der Bibel. Sie wird gemeinhin als Buch angesehen, das Antworten gibt, doch ist die Bibel vor allem ein Buch der Fragen. Ganze 3298 Fragen stehen darin.

Die erste und die letzte bilden einen eindrücklichen Rahmen: „Sollte Gott gesagt haben?“ – „Warum wunderst du dich?“ Für Zweifel und Anfragen gibt es somit nicht nur Raum, sondern die große Zahl an Fragen zeigt, dass die Bibel eben keine pauschalen Antworten liefert, sondern selbst Fragen stellt.

Das macht die Beschäftigung mit ihr so spannend. Denn ich bin gefordert mit meinem kritischen Umgang, meinem Verstand und der Bereitschaft, mit anderen zu diskutieren und zu lernen – ermutigt von der Bibel: „Prüft alles und das Gute behaltet.“ (1 Thess 5,21)

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